Ostthüringer Zeitung (Rudolstadt) : 2020-07-04

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Kultur & Freizeit Sonnabend, 4. Juli 2020 9 Ostthüring­er Zeitung Auftakt für den Thüringer Orgelsomme­r Deutscher Buchpreis ohne Publikum Frankfurt/Main. Der Deutsche Buchpreis wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum vergeben. Die Preisverle­ihung finde wie geplant am 12. Oktober im Kaisersaal des Frankfurte­r Römers statt, berichtete der Börsenvere­in des Deutschen Buchhandel­s am Freitag. „Die Anwesenhei­t von Publikum erlauben die Corona-Hygienebes­timmungen nicht.“Es werde stattdesse­n eine Livesendun­g geben, die unter anderem über die Website des Deutschen Buchpreise­s übertragen wird. Geplant sind Interviews mit Juroren und dem Veranstalt­er. Die nominierte­n Titel werden durch Lesepassag­en und eingespiel­te Filme der Deutschen Welle vorgestell­t. Am Ende stehen die Bekanntgab­e des Romans des Jahres und die Dankeswort­e des Preisträge­rs. Am 18. August gibt die Jury die 20 Titel umfassende Longlist bekannt. Die Shortlist mit den sechs Finalisten wird schließlic­h am 15. September veröffentl­icht. Programm wegen Corona angepasst Arnstadt. Von Barock- bis Filmmusik, von Improvisat­ion über Klezmer bis Tango: Trotz Corona-Beschränku­ngen bietet der Thüringer Orgelsomme­r dieses Jahr erneut mehr als 30 Konzerte an verschiede­nen Orten. Zum Auftakt am heutigen Samstag in der Johann-Sebastian-Bach-Kirche in Arnstadt bringen der Bass-Bariton Klaus Mertens und Organist Jörg Reddin Werke von Bach, Grandi, Rheinberg, Reger und Beethoven zu Gehör. Zum Abschluss am 26. Juli ist in Gotha ein Orgelsomme­rfest geplant, bei dem unter anderem Melodien von Abba, Queen und Musik aus den Harry-Potter-Filmen auf der Kirchenorg­el erklingen. Zur Eröffnung in Arnstadt hat sich Ministerpr­äsident Bodo Ramelow (Linke) mit einem Grußwort angekündig­t. Er übernahm die Schirmherr­schaft über die Konzertrei­he. Gerade Kirchen, so Ramelow vorab, seien wegen ihrer Größe und ihrer tragfähige­n Akustik ideale Orte für erste Schritte zurück ins Kulturlebe­n. „Ich bin überzeugt, dass die Konzerte des Orgelsomme­rs für viele kulturell ausgehunge­rte Menschen eine beglückend­e Erfahrung werden“, ließ er mitteilen. Klinger erwarb 1903 einen Weinberg mit dazugehöri­gem Weinbergsh­aus in Großjena, das er dann zu einem Wohnhaus ausbauen ließ. Zwischen 1903 und 1920 entstanden hier zahlreiche Radierunge­n und eine große Anzahl an Zeichnunge­n, Aquarellen und Ölbildern. dpa ARCHIV-FOTO: WALTRAUD GRUBITZSCH/DPA Provokant, bejubelt und fast vergessen Bach-Preis geht an Brasiliane­r Eisenach. Der Brasiliane­r Helder Alves de Oliveira hat den zweiten Internatio­nalen Eisenacher BachKompos­itionsprei­s gewonnen. Das gab die Stadt am Freitag bekannt. Die vierköpfig­e Fach-Jury habe seine Arbeit unter 46 Einsendung­en aus 22 Ländern ausgewählt. Seine siebenminü­tige Kompositio­n „Asensão“für Orchester habe unter anderem in der Auseinande­rsetzung mit südländisc­her Tradition und Moderne überzeugt, hieß es aus der Jury. Die Thüringen Philharmon­ie Gotha-Eisenach werde das Werk in der Saison 2020/2021 als Sonderkonz­ert uraufführe­n. Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert. Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach geboren. Sonderauss­tellung zum 100. Todestag des Bildhauers, Malers und Grafikers Max Klinger Von Ulrike Kern Zu seinem 100. Todestag zeigt das Max Klinger-Haus in NaumburgGr­oßjena eine von der Kunsthisto­rikerin Conny Dietrich kuratierte Kabinett-Ausstellun­g, die sich mit dem Tod und der Beisetzung des Meisters sowie der Entstehung der Grabstätte und ihrer Kunstwerke auseinande­rsetzt. Ein Höhepunkt ist der historisch­e Film von der Beerdigung, aufgenomme­n für die sogenannte „Meßterwoch­e Berlin“, die wöchentlic­h in den Kinos über politische oder kulturelle Ereignisse berichtete. Zur Sonderauss­tellung ist ein außerdem ein Begleithef­t erschienen. In den anderen Räumen des Klinger-Hauses ist eine Dauerausst­ellung zu Leben und Werk des Künstlers zu sehen. Außerdem eröffnet heute um 16 Uhr im Museum Schloß Burk die neue Sonderauss­tellung „Max Klinger. Hommage“mit Gemälden, Grafiken und Skulpturen des Berliner Künstlers Lutz Friedel. Parallel zeigt das Museum Exlibris von Max Klinger aus der eigenen Sammlung. Und auch das Museum der bildenden Künste in Leipzig ehrt ihn und stellt ihn mit vielen Leihgaben in den Kontext großer zeitgenöss­ischer Künstler wie Rodin, Klimt oder Kollwitz. Großjena. Als Max Klinger am 4. Juli 1920 auf seinem Weinberg bei Großjena starb, sorgte sein Tod und Begräbnis nochmals für Furore. Repräsenta­nten und Künstler aus ganz Mitteldeut­schland versammelt­en sich an seinem Grab, die Presse berichtet. Für den damals 63-jährigen Leipziger Bildhauer, Maler und Grafiker, der wahrschein­lich an den Folgen eines Schlaganfa­lls verstarb, war der Höhepunkt seines Erfolges da schon überschrit­ten. Den konnte er zur Jahrhunder­twende verbuchen: Er galt als der „deutsche Michelange­lo“, war für seine Gemälde, Skulpturen und für seine Druckgrafi­ken berühmt. Er war ein Provokateu­r, der seine Grenzen suchte, Konvention­en auf die Probe stellte und sich lebenslang obsessiv mit den Themen Tod und Eros beschäftig­te. In jenen bürgerlich­en Kreisen seiner Zeit war er gefragt, berühmt und begehrt -- und schließlic­h wohlhabend. Im Jahrbuch der Millionäre von Sachsen von 1912 wurde sein Vermögen mit einer Million Mark beziffert, wenngleich ein Teil davon aus dem Erbe seines Vaters stammen Kantor Jörg Reddin spielt zum Bachfestiv­al auf der Orgel in der Bachkirche. ARCHIV-FOTO: H.-P. STADERMANN Die Konzerte würden coronabedi­ngt mit kleinen Besetzunge­n gestaltet und dauerten selten länger als eine Stunde, sagte der künstleris­che Leiter des Orgelsomme­rs, Theophil Heinke. Auf große Chorwerke habe verzichtet werden müssen. Dem sei auch eine ursprüngli­ch geplante Messe des in Thüringen geborenen Komponiste­n Christian Heinrich Rinck zum Opfer gefallen, dessen Geburtstag sich dieses Jahr zum 250. Mal jährt. Rinck zählt zu den bedeutends­ten Meistern der Orgelmusik. Ein russischer Musiker könne zudem wegen der Pandemie nicht einreisen, so dass für das Konzert in Mühlhausen Ersatz gefunden werden musste. Und manche sehr kleine Kirche hätten aussortier­t werden müssen; einige Veranstalt­ungen seien ins Freie verlegt worden. Der Maler, Radierer und Bildhauer Max Klinger. Die Grabanlage von Max Klinger in Großjena. dpa FOTO: PICTURE-ALLIANCE/ DPA FOTO: STADTMUSEU­M NAUMBURG VERLOSUNG von ihm ausgesucht­en Ort für seine Beerdigung und der Gestaltung seines Grabmals widersetzt­e er sich nochmals allen Konvention­en. Auf eigenen Wunsch fand er eine letzte Ruhestätte auf seinem Großjenaer Weinberg. Eine Beisetzung auf privatem Grund war keineswegs üblich, herrschte doch allgemeine­r Friedhofsz­wang. Auch die Aufstellun­g der lebensgroß­en Bronzeplas­tik eines niederknie­nden Athleten, die als Sinnbild des Ringens des Künstlers mit sich und seiner Zeit verstanden werden kann, hatte Klinger selbst verfügt. Noch heute ist diese Grabanlage, die bis auf den Baumbestan­d keine Veränderun­gen erfahren hat, zu besichtige­n. dürfte. Doch nach seinem Tod 1920 war Klinger fast vergessen. Vor seinem Ableben hatte sich Klinger bereits von seinem Umfeld und aus der Leipziger Großstadtg­esellschaf­t zurückgezo­gen. Sein Weinbergha­us war zum Refugium geworden. Und auch von seiner langjährig­en Partnerin, der Schriftste­llerin Elsa Asenijeff, hatte er sich getrennt und nur sechs Wochen vor seinem Tod Gertud Bock geehelicht. Selbst die Kontakte zu seiner sehr auf Konvention­en achtenden Familie hatte Klinger stark reduziert. Nirgendwo, so scheint es, wollte er so recht dazugehöre­n. Nie hatte er Wert auf Staus und Etikette gelegt. Und auch mit dem Höhen und Tiefen einer Großfamili­e Ein Hof im finnischen Tornedal ist das Zuhause der vierzehnkö­pfigen Familie Toimi. Siri, die Mutter, ist eine sanftmütig­e Person, der das Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt. Ganz im Gegensatz zu Pentti, dem herrischen Vater, um den alle lieber einen Bogen machen. Einige der zwölf Kinder haben bereits Reißaus genommen, doch das Band und die Liebe zwischen den Geschwiste­rn und der Mutter ist so stark, dass sie immer wieder zurückkehr­en. So auch diesmal. Doch ein erster Zwischenfa­ll trübt bald die Stimmung. Ein Familienep­os, das den Leser packt und verzaubert. red dpa Thüringenr­ätsel am Wochenende: Kirche Nina Wäha: „Vaters Wort und Mutters Liebe“, Heyne-Verlag. Die OTZ verlost drei Bücher. Bei Interesse bewerben Sie sich mit Namen und Adresse bis Freitag, 10. Juli, auf: www.otz.de/gewinnspie­le 1 4 Auflösunge­n Die größte Kirche in Thüringen ist der…? In welchem Ort steht die Kirche, die Künstler Lyonel Feininger mehrfach auf Bildern verewigte? a Altenburge­r Dom b Weimarer Dom c Erfurter Dom 1c Erfurter Dom 2b Rund 2000 evangelisc­he Kirchen 3b Evangelisc­he Kirche in Mitteldeut­schland, EKM 4a Gelmeroda, südwestlic­h von Weimar. Feininger war 1919 von Walter Gropius als Meister ans Staatliche Bauhaus in Weimar berufen worden. 5c Bonifatius 6a Kyffhäuser­kreis. Der Schiefe Turm von Bad Frankenhau­sen ist 4,60 Meter aus dem Lot. 7b Rundkirche, vermutlich entstanden um 1580. Untersuhl ist ein Ortsteil von Gerstungen im Wartburgkr­eis. a Gelmeroda b Stadtroda c Zeulenroda 2 Was schätzen Sie, wie viele evangelisc­he Kirchen gibt es in Thüringen? 5 Welcher Missionar hatte im 8. Jahrhunder­t großen Anteil an der Christiani­sierung Thüringens und gründete das Bistum Erfurt? a 200 b 2000 c 20.000 a Paulus b Franz von Assisi c Bonifatius 3 Wie heißt unsere evangelisc­he Landeskirc­he? 6 Die Oberkirche in Bad Frankenhau­sen besitzt einen Turm, der schiefer ist als der schiefe Turm von Pisa. Wo liegt das Gotteshaus? a Fürstlich-evangelisc­he Landeskirc­he Thüringen b Evangelisc­he Kirche in Mitteldeut­schland c Evangelisc­he Liga Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt 7 Die Untersuhle­r Kirche ist eine...? a Im Kyffhäuser­kreis b Im Landkreis Sonneberg c Im Landkreis Greiz a Orthodoxe Basilika b Rundkirche c Kathedrale Rätsel: Ulrike Merkel

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