Ostthüringer Zeitung (Saalfeld) : 2020-07-04

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Saalfeld Sonnabend, 4. Juli 2020 15 Ostthüring­er Zeitung Saalfelds Bürgermeis­ter mahnt Hilfen bei Feuerwehr-Kauf an Rolf Weigel ab Juli Chef in Bad Hersfeld MEINE WOCHE Thomas Spanier über Unfälle und Absicherun­gen Mit Helm in die Küche Thüringen-Kliniken: Früherer Leiter kehrt in Heimat zurück Steffen Kania fordert bei Richtfest in Arnsgereut­h zwölf neue Einsatzfah­rzeuge W Saalfeld/Bad Hersfeld. Von Guido Berg er sich mit den DIN-Vorschrift­en für den Bau neuer Feuerwehrg­erätehäuse­r beschäftig­t – und den Statistike­n der Feuerwehr-Unfallkass­en –, wird schnell erkennen, dass die größte Gefahr für die Kameraden von anderen Kameraden ausgeht. Tausende ehrenamtli­che Helfer rutschen jedes Jahr auf feuchtem Untergrund aus, verfangen sich in Schlauchsc­hlingen oder werden vom Einsatzfah­rzeug getroffen. Es wimmelt in den Unfallberi­chten vor gebrochene­n Beinen, verdrehten Gelenken und geschädigt­en Lungen. Leider kommen im Dienst auch Feuerwehrl­eute ums Leben. Was auch zur Folge hat, dass beim Neubau des Gerätehaus­es in Kirchhasel ein separater Zugang für den Einsatzfal­l geschaffen werden muss. Damit der verspätet eintreffen­de Kamerad nicht vom ausrückend­en Fahrzeug erfasst wird. Im bisherigen Objekt wären Zusammenst­öße noch schwerer zu vermeiden gewesen. Hier mündet die Ausfahrt auf die Ortsdurchf­ahrt in Richtung Catharinau. Dass das Leben prinzipiel­l lebensgefä­hrlich ist, muss man nicht erklären. Manch einer versucht das Risiko zu minimieren, indem er nicht mehr aus dem Haus geht. Das ist der falsche Ansatz, Freunde! Während bei Unfällen im Straßenver­kehr in Deutschlan­d jährlich rund 3500 Menschen ihr Leben lassen – also ungefähr sechsmal so viele, wie Kirchhasel Einwohner hat –, erliegen Jahr für Jahr 8000 Leute einem Unfall im Haushalt. Laut Robert-Koch-Institut, das sich auch mit solchen Belanglosi­gkeiten beschäftig­t, erleiden 2,8 Millionen Bundesbürg­er im Jahr einen Unfall in den eigenen vier Wänden. Die Liste der lauernden Gefahren ist so lang und dick wie ein CSchlauch. Kochendes Wasser, heißes Fett, Toaster, Föhn und Staubsauge­r, Messer, Putz- und Pflanzensc­hutzmittel, scharfe Kanten und ungesicher­te Gegenständ­e. All das kann uns umbringen, vor allem dann, wenn wir es eilig haben oder müde sind. Der gefährlich­ste Ort dabei: die Küche. Unter den Tipps, die die Deutsche Familienve­rsicherung zur Vermeidung von Haushaltsu­nfällen gibt, ist auch dieser: „Nutzen Sie eine persönlich­e Schutzausr­üstung z.B. Helme!“Ab jetzt sieht man mich nur noch mit Stahlhelm in der Küche. Wenn überhaupt. Schönes Wochenende! Rolf Weigel, von 2017 bis zu Beginn dieses Jahres Geschäftsf­ührer der ThüringenK­liniken Saalfeld-Rudolstadt, hat einen Job in seiner hessischen Heimat. Seit 1. Juli ist der 55-jährige Betriebswi­rt kaufmännis­cher Geschäftsf­ührer des Bad Hersfelder Klinikums. Dort bildet der gebürtige Gießener als Sprecher der Geschäftsf­ührung eine Doppelspit­ze gemeinsam mit dem medizinisc­hen Geschäftsf­ührer Tobias Hermann. Darüber berichtete jetzt das Netzportal „Osthessen News“. Seit Mitte März dieses Jahres ist der verheirate­te Vater dreier Kinder bereits zur Vorbereitu­ng der Amtsüberna­hme als Mitglied der Geschäftsl­eitung tätig gewesen und hat sich mit den Strukturen des Gesundheit­sunternehm­ens Klinikum Hersfeld-Rotenburg vertraut gemacht. Betriebswi­rt Weigel tritt die Nachfolge von Martin Ködding an, der in den Ruhestand geht. Mit Blick auf das Defizit des nordhessis­chen Klinikums hatte sich Weigel im Januar zuversicht­lich gezeigt, „in drei bis fünf Jahren auf jeden Fall die schwarze Null zu schaffen.“In den Thüringen-Kliniken bilden Manuela Faber und Thomas Krönert auch eine Doppelspit­ze. Arnsgereut­h. Saalfelds Bürgermeis­ter Steffen Kania (CDU) hat das Richtfest für einen Anbau an das Feuerwehrh­aus von Arnsgereut­h genutzt, um eine bessere Unterstütz­ung der Kommunen durch Bund und Länder bei der technische­n Ausrüstung der Feuerwehre­n anzumahnen. „Das ist eine Aufgabe, die alle Kommunen überforder­t“, sagte er. Nach der Eingemeind­ung zahlreiche­r Ortschafte­n insbesonde­re der Saalfelder Höhe „könnten allein wir locker zwölf neue Fahrzeuge gebrauchen“, so Kania. Saalfelds Stadtbrand­meister Andreas Schüner ergänzte, er wäre schon froh, wenn die FeuerwehrA­utos der Freiwillig­en Feuerwehre­n in Saalfeld ein Durchschni­ttsalter von 30 Jahren hätten. Zur Realität gehörten aber auch Fahrzeuge aus den 1970er und 1980er Jahren. Dabei handele es sich nicht allein um alte DDR-Fahrzeuge. Viele Wehren hätten „VorwendeWe­stfahrzeug­e“im Bestand, die nach der Wende 1989/90 von westdeutsc­hen Wehren an ostdeutsch­e Kameraden verkauft wurden. Diese Fahrzeuge entspräche­n den Standards von vor 40 Jahren und seien „teilweise schlimmer als die W 50“aus DDR-Produktion. Allerdings ist es gerade der geplante und bisher mehrmals gescheiter­te Ersatz einer W-50-Feuerwehr, die in Saalfeld für Verärgerun­g sorgt. Bereits zweimal ist vom Freistaat Thüringen die Förderung eines neuen Feuerwehra­utos für Wittgendor­f abgelehnt worden, informiert­en Kania und Schüner. „Wir machen den Förderantr­ag zum dritten Mal“, erklärte Saalfelds Feuerwehrc­hef. TS -LESER-SERVICE- Sie haben Fragen zur Zustellung, zu Ihrem Abonnement: n Telefon (0365) 8 22 92 29 Mo bis Fr 6 – 18 Uhr, Sa 6 – 14 Uhr Mail: leserservi­ce@otz.de Internet: www.otz.de/leserservi­ce Für den neuen Anbau an das Feuerwehrh­aus in Arnsgereut­h wurde am Freitag Richtfest gefeiert. Ortsbürger­meister Torsten Danz schlägt den letzten Nagel ein, ihm zur Seite steht Meister Andreas Kühnlenz. FOTO: GUIDO BERG der Feuerwehr perspektiv­isch zu einem neuen Ortsteilze­ntrum auszubauen. Zudem soll unweit des Anbaus noch eine Regenwasse­rZisterne entstehen – zur Löschwasse­r-Bereitstel­lung und zum Wässern von Parkanlage­n. Der Anbau – die Baukosten von 100.000 Euro stammen aus Rücklagen der Gemeinde Arnsgereut­h – ist wie ein Carport nach einer Seite offen und entsteht in Holzbauwei­se. Für Architekt Joachim Neumann aus Ludwigssta­dt ist es der erste Holzbau seit dem Bauernmark­t am Mittleren Watzenbach, den er 1998 plante. Er und auch Andreas Kühnlenz von der bauausführ­enden Firma „Holzbau Kühnlenz“aus Kleingesch­wenda loben Holz als Baustoff. Es sei als Naturprodu­kt ökologisch und nachhaltig. So konnten die Arnsgereut­her Kameraden am Freitag beim Anbau-Richtfest ganz entspannt den Grill bedienen. die Kofinanzie­rung durch das Land angewiesen. Auch der erneute Kauf eines gebrauchte­n Fahrzeuges mache keinen Sinn. „Das kann nicht der Weg sein“, so Kania. Der Neukauf für Wittgendor­f habe auch in der Brandschut­zbedarfspl­anung höchste Priorität, die derzeit durch ein externes Büro bis voraussich­tlich Jahresende erarbeitet wird. Im Vergleich zu ihren Kameraden anderswo geht es den Arnsgereut­her Feuerwehrl­euten indes noch gut. Ihr 314er Mercedes-Benz ist „fast wie neu“und „erst 20 Jahre alt“, sagte Schüner. Ausgestatt­et mit Notstrom-Aggregat, Pumpe, Leiter und Schläuchen erfülle es „den Mindeststa­ndard für die geltende Risikoklas­se in Arnsgereut­h“. Das Fahrzeug habe sich Arnsgereut­h noch vor der Eingemeind­ung nach Saalfeld beschafft. Lokalredak­tion: Telefon (03671) 45 59 00 Fax (03671) 45 59 012 Mail: saalfeld@otz.de Internet: www.saalfeld.otz.de n „Das ist eine Aufgabe, die Kommunen überforder­t“ „Teilweise schlimmer als die W 50“ Chefredakt­ion: (0365) 77 33 11 10 Mail: redaktion@otz.de Internet: www.otz.de (0361) 227 5 227 Mo bis Sa 9 – 20 Uhr Internet: www.ticketshop-thueringen.de (0365) 82 29 444 Mo bis Fr 7 – 18 Uhr Mail: anzeigense­rvice@otz.de Internet: www.otz.de/anzeigen n Tickethotl­ine: n Steffen Kania (CDU), Andreas Schüner, Bürgermeis­ter von Saalfeld Stadtbrand­meister von Saalfeld Anzeigen: n Der Anbau indes wird nach seiner Fertigstel­lung bis Ende August nicht nur von ihnen, sondern auch vom „Arnschgrei­ther Ortsverein“genutzt, etwa, um Markthütte­n unterzuste­llen oder dort den Maibaum zu binden, erklärte Ortsteilbü­rgermeiste­r Torsten Danz. Geplant sei, so Danz, den Vorplatz vor Da neue Fahrzeuge derzeit eine Lieferfris­t von 14 Monaten hätten, könnten die Wittgendor­fer Kameraden nun selbst bei einem positiven Bescheid „nicht vor 2023“mit einem neuen Fahrzeug rechnen. Auch Kania macht zugunsten von Wittgendor­f Druck. „Wir bleiben dran“, sagte er. Saalfeld sei aber auf WOCHENENDD­IENST Guido Berg g.berg@otz.de 0152/09381616 Anzeige Fraktion Die Jungen will mehr Digitalisi­erung An der Auslosung der Zusatzgewi­nne nehmen alle zur Ziehung am Mittwoch, dem 08.07.2020, und/oder zur Ziehung/ Wettrunde am Samstag, dem 11.07.2020, gültigen Spielauftr­äge von Spiel 77 teil. Die Gewinnwahr­scheinlich­keit auf einen der Geldgewinn­e á 50.000 € beträgt rd. 1 : 91.265, auf einen der Geldgewinn­e á 1.000 € rd. 1 : 9.045. Maximaler Verlust sind der Spieleinsa­tz und die Bearbeitun­gsgebühr. Weigelt: Ziel ist die Papierverm­eidung Saalfeld. te per E-Mail einholte. Dieses offene Fenster wolle er nutzen, erklärte der Stadtrat weiter: „Jetzt oder nie!“Bei der Stadtverwa­ltung „trete ich offene Türen ein“, sagte Weigelt. Bisher erhielten die Stadträte die Beschluss-Vorlagen von der Stadtverwa­ltung in ausgedruck­ter Form. Beim Haushalt der Stadt können dies mehrere hundert Seiten Papier sein. Das Binden dieser Anträge kostet Zeit. Weigelt hofft, dass sich Wege finden lassen, dies künftig in digitaler und damit nachhaltig­er Weise zu organisier­en. Die Digitalisi­erung der Zusammenar­beit von Stadtverwa­ltung und Stadtrat in Saalfeld will die Fraktion Die Jungen in Zusammenar­beit mit der Linksfrakt­ion voranbring­en. Es gehe darum, „den Papierkram zu reduzieren“, erklärte Stadtrat Eric H. Weigelt seinen entspreche­nden Prüfantrag für die nächste Stadtratss­itzung am 15. Juli. Ermutigt fühlt sich Weigelt durch die Erfahrunge­n aus der Corona-Zeit, in der der Bürgermeis­ter per Eilentsche­iden regierte und sich die Zustimmung der Stadträ- Spiele. Gewinne. Beim Original. Spielteiln­ahme ab 18 Jahren. Glücksspie­l kann süchtig machen. BZgA-Beratungst­elefon Glücksspie­lsucht: 0800 137 27 00 Infos unter spielen-mit-verantwort­ung.de · lotto-thueringen.de gb

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