Äl­te­re wol­len selbst­stän­dig blei­ben

Mi­nis­te­rin stellt Se­nio­ren­be­richt vor

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Thüringen -

Er­furt.

Thü­rin­gens Ge­ne­ra­ti­on 75 plus be­ur­teilt ih­re Le­bens­qua­li­tät als gut, fürch­tet sich aber vor den fi­nan­zi­el­len Fol­gen ei­ner mög­li­chen Pfle­ge­be­dürf­tig­keit. Das geht aus dem zwei­ten Thü­rin­ger Se­nio­ren­be­richt her­vor, den So­zi­al­mi­nis­te­rin Hei­ke Wer­ner (Lin­ke) zu­nächst der rot-rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung und an­schlie­ßend der Öf­fent­lich­keit vor­stell­te. Bei ei­ner ho­hen Zuf­rie­den­heit mit dem ei­ge­nen Le­bens­stan­dard sei es den äl­tes­ten Thü­rin­gern vor al­lem wich­tig, so lan­ge wie mög­lich selbst­stän­dig blei­ben und ei­ne ei­gen­stän­di­ge Haus­halts­und Le­bens­füh­rung rea­li­sie­ren zu kön­nen, füg­te die Mi­nis­te­rin hin­zu.

Der Be­richt, der vor al­lem auf Fall­stu­di­en in aus­ge­wähl­ten Thü­rin­ger Land­krei­sen und Städ­ten be­ru­he, sei zwar nicht re­prä­sen­ta­tiv für die et­wa 287.000 Män­ner und Frau­en im Land, die min­des­tens ein Al­ter von 75 Jah­ren er­reicht hät­ten, räum­te die Lin­ken-Politikeri­n ein. Al­ler­dings lie­ßen sich aus dem Pa­pier wich­ti­ge Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für die kom­men­den Jah­re ab­lei­ten. So soll mit Hil­fe der ge­won­ne­nen Da­ten das Lan­des­pro­gramm So­li­da­ri­sches Zu­sam­men­le­ben der Ge­ne­ra­tio­nen (LSZ) fort­ge­schrie­ben wer­den, kün­dig­te die Mi­nis­te­rin an.

Die­se Her­aus­for­de­rung müs­se vor dem Hin­ter­grund des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels im Land mit ei­ni­ger Dring­lich­keit an­ge­gan­gen wer­den. Sei ak­tu­ell et­wa je­der sieb­te Thü­rin­ger 75 oder äl­ter, ge­hö­re bald be­reits je­der fünf­te Ein­woh­ner die­ser Al­ters­grup­pe an, er­klär­te sie. Er­schwe­rend für Land, Kom­mu­nen und das Ge­sund­heits­we­sen kom­me hin­zu, dass die meis­ten der äl­te­ren Men­schen im länd­li­chen Raum leb­ten, so Wer­ner. Sie kann sich des­halb die Ein­füh­rung von Ge­mein­de­schwes­tern mit me­di­zi­ni­scher Aus­bil­dung in Thü­rin­gen vor­stel­len. Es ge­be be­reits das Mo­dell „Schwes­ter Verah“, sag­te Wer­ner. Da­bei han­delt es sich um me­di­zi­ni­sches Per­so­nal, das von den Haus­arzt­pra­xen aus un­ter an­de­rem Haus­be­su­che macht. „Vi­el­leicht braucht man noch an­de­re Mo­del­le, wo je­mand im Dorf und in der Re­gi­on un­ter­wegs ist“, sag­te Wer­ner.

2020 soll zu­nächst das Mo­dell-Pro­jekt „AgaThe“star­ten. Da­bei sol­len äl­te­re Men­schen un­ter­stützt wer­den, „da­mit Pfle­ge­be­dürf­tig­keit erst gar nicht ent­steht“, wie Mi­nis­te­rin Wer­ner sag­te. Hier ge­he es et­wa dar­um, Hil­fe im Haus­halt zu or­ga­ni­sie­ren, Frei­zeit- und Eh­ren­amts­ak­ti­vi­tä­ten zu ver­mit­teln. (epd/dpa)

AR­CHIV-FO­TO: MAR­TIN SCHUTT/DPA

Hei­ke Wer­ner (Lin­ke) ist Thü­rin­ger Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin.

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