„Er wird ei­nen tol­len Job ma­chen!“

Ein Ex­per­te für Gei­sel­nah­men wird US-Prä­si­dent Trumps Si­cher­heits­be­ra­ter

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Politik - Von Dirk Haut­kapp FO­TO: DPA PA

Wa­shing­ton.

Do­nald Trump sieht Ame­ri­ka von der Welt aus­ge­nutzt, zur Kas­se ge­be­ten, so­zu­sa­gen als Gei­sel ge­nom­men. Da mu­tet es in der Lo­gik des Prä­si­den­ten fol­ge­rich­tig an, ei­nen Ex­per­ten für die ge­räusch­lo­se Be­frei­ung von US-Staats­bür­gern aus feind­se­lig ein­ge­stell­ten Län­dern wie Af­gha­nis­tan, Sy­ri­en, Li­by­en oder Je­men an die Stel­le zu rü­cken, die seit der Ent­las­sung des Na­tio­na­len Si­cher­heits­be­ra­ters John Bol­ton vor ei­ner Wo­che va­kant war.

Ro­bert O’Bri­en, der be­reits für Prä­si­dent Ge­or­ge W. Bush ar­bei­te­te und den frü­he­ren re­pu­bli­ka­ni­schen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten und Trump-Feind Mitt Rom­ney be­riet, er­füllt als Son­der­ge­sand­ter des Au­ßen­mi­nis­te­ri­ums für die Bei­le­gung von Ent­füh­run­gen nach An­sicht von Trump al­le Vor­aus­set­zun­gen. „Ich ha­be lan­ge und hart mit Ro­bert zu­sam­men­ge­ar­bei­tet“, twit­ter­te Trump ges­tern, als er den 53-Jäh­ri­gen an­kün­dig­te, „er wird ei­nen tol­len Job ma­chen!“

Dar­un­ter dürf­te Trump vor al­lem den Ver­zicht auf un­er­be­te­ne Rat­schlä­ge ver­ste­hen, mit de­nen sich der als „Fal­ke“be­kann­te Bol­ton beim Com­man­der-in­Chief in die Nes­seln ge­setzt hat­te. Nord­ko­rea, Iran, Ve­ne­zue­la: Es war Bol­ton, der bei den gro­ßen Kon­flikt­her­den letzt­lich bel­li­zis­ti­sche Lö­sun­gen und we­ni­ger Ku­schel­di­plo­ma­tie (wie mit Kim Jong-un) emp­fahl. Wäh­rend Trump be­kannt­lich nur rhe­to­risch mit den Sä­beln klirrt, weil er sonst 2020 Straf­zet­tel sei­ner Wäh­ler be­fürch­ten muss, die mi­li­tä­ri­scher Aus­lands­aben­teu­er der USA über­drüs­sig ge­wor­den sind.

Von O’Bri­en ist in die­ser Hin­sicht nichts zu be­fürch­ten. Mehr noch dürf­te Trump ein Buch ge­fal­len ha­ben, in dem O’Bri­en 2016 der „Wie­der­her­stel­lung ame­ri­ka­ni­scher Füh­rung in ei­ner kri­sen­haf­ten Welt“das Wort re­de­te. Dar­in lis­te­te der Re­pu­bli­ka­ner vie­le Kri­tik­punk­te auf, die auch Trump re­gel­mä­ßig ge­gen sei­nen Vor­gän­ger Ba­rack Oba­ma vor­bringt: et­wa den von den USA auf­ge­kün­dig­ten Atom-De­al mit Te­he­ran.

In die­sem Kon­text wird O’Bri­en, der lan­ge Zeit mit der Aus­bil­dung von Ju­ris­ten in Af­gha­nis­tan ver­brach­te und zu­letzt bei der Be­treu­ung des kurz­zei­tig in Schwe­den in­haf­tier­ten US-Rap-Mu­si­kers Asap Ro­cky auf Trumps Ge­heiß tä­tig war, so­fort ins kal­te Was­ser sprin­gen. Nach den An­schlä­gen auf sau­di­sche Öl­raf­fi­ne­ri­en, hin­ter de­nen der Iran ver­mu­tet wird, ver­schärf­te Trump ges­tern das wirt­schaft­li­che Sank­ti­ons­re­gime ge­gen Te­he­ran.

FO­TO: DPA

Ro­bert O'Bri­en, Ju­rist und USSon­der­ge­sand­ter.

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