Mit Flü­geln zum Staf­fel-Ti­tel

Mit vier Me­dail­len kehrt die Bad Kös­trit­zer Sprin­te­rin Iris Opitz von der Se­nio­ren-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft der Leicht­ath­le­tik zu­rück

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Sport - Von Jens Loh­se FO­TO: JENS LOH­SE

Bad Kös­tritz.

So er­folg­reich war Iris Opitz vom LAV Els­ter­tal Bad Kös­tritz noch nie. Vier­mal Edel­me­tall brach­te die W -50 Sprin­te­rin von der Se­nio­ren Eu­ro­pa meis­ter­schaft aus Ve­ne­dig mit nach Hau­se.

„So vie­le Me­dail­len wa­ren es noch nie“, ist die 53-Jäh­ri­ge nach ih­rer Rück­kehr zu­recht stolz auf ih­re Leis­tung. „Nach den deut­schen Meis­ter­schaf­ten in Lei­ne­fel­de ha­be ich noch an mei­nem Steh­ver­mö­gen ge­ar­bei­tet. Das hat sich aus­ge­zahlt. In je­dem Fi­na­le bin ich zum Schluss noch auf­ge­kom­men. Wä­ren die Stre­cken fünf Me­ter län­ger ge­we­sen, hät­te ich ge­won­nen“, so Iris Opitz, für die wich­tig war, gleich zum Auf­takt über 100 Me­ter Vi­ze­eu­ro­pa­meis­te­rin zu wer­den.

Nach ih­rem Vor­lauf­sieg in 13,74 Se­kun­den hat­te die Bad Kös­trit­ze­rin im Fi­na­le in 13,46 Se­kun­den nur der Spa­nie­rin Es­t­her Co­las den Vor­tritt las­sen müs­sen. Nach­dem sie im Weit­sprung auf der neu­en An­la­ge das Brett nie rich­tig ge­trof­fen hat­te und mit 4,39 Me­tern als Ne­un­te be­reits im Vor­kampf hän­gen­ge­blie­ben war, nahm Iris Opitz über 200 Me­ter wie­der Fahrt auf. Im Vor­lauf lief sie tak­tisch, wie auch im 90 Mi­nu­ten vor dem End­lauf zu be­strei­ten­den Halb­fi­na­le, in dem sie der Ita­lie­ne­rin Mi­ri­am di Io­rio den Vor­tritt ließ. Im Fi­na­le auf Bahn sechs aus­ge­lost, woll­te sich die Bad Kös­trit­zer Sprin­te­rin ih­re Kräf­te gut ein­tei­len, muss­te sich am En­de aber in 27,61 Se­kun­den hin­ter den wei­ter in­nen lau­fen­den Es­t­her Co­las und der deut­schen Meis­te­rin So­phie Schrö­der mit Rang drei be­gnü­gen.

„In der Kur­ve hät­te ich si­cher­lich mehr ma­chen kön­nen. Aber hin­ter­her ist man im­mer schlau­er“, war Iris Opitz nicht ganz zu­frie­den mit ih­rem Ab­schnei­den, zu­mal Sil­ber nur sechs Hun­derts­tel­se­kun­den ent­fernt war.

Am zwei­ten Wo­che­n­en­de der elf­tä­gi­gen Ti­tel­kämp­fe stan­den die Staf­feln auf dem Pro­gramm. Le­dig­lich vier Quar­tetts wa­ren über 4x100 Me­ter ge­mel­det. Frank­reich konn­te nicht in den Kampf um die Me­dail­len ein­grei­fen. Bron­ze ging an Est­land, wäh­rend Deutsch­land und Ita­li­en den Ti­tel un­ter sich aus­ma­chen soll­ten. Iris Opitz war dies­mal als Schluss­läu­fe­rin auf­ge­stellt und über­nahm die Staf­fel, für die zu­vor An­ge­li­ka Ma­der (Ip­s­heim), So­phie Schrö­der (Ros­tock) und Hei­ke Sie­bel (Sie­gen) ge­sprin­tet wa­ren, knapp hin­ter Ita­li­en auf Rang zwei. Doch mit ei­nem Mus­ter­lauf über­flü­gel­te sie noch die Ita­lie­ne­rin Mi­ri­am di Io­rio und lief die Staf­fel in 52,96 Se­kun­den zur Gold­me­dail­le. „In der Staf­fel läuft man von ganz al­lein. Da wach­sen ei­nem förm­lich Flü­gel“, so Iris Opitz, die trotz der vie­len Wett­kämp­fe nie mit mus­ku­lä­ren Pro­ble­men zu kämp­fen hat­te und un­ver­hofft noch ei­ne vier­te Me­dail­len­chan­ce er­hielt.

Die 4x400-Me­ter-Staf­fel der Al­ters­klas­se W 45 such­te noch ei­ne Läu­fe­rin. Die Bad Kös­trit­ze­rin bot sich an, nach­dem sie schon in Perth 2016 mit der lan­gen Sprint-Staf­fel WM-Bron­ze er­lau­fen hat­te. An Po­si­ti­on zwei un­ter­wegs reich­te es ge­mein­sam mit As­trid Stub­be (Gries­heim), Si­mo­ne Braun (Kl­aus­dorf) und Eva Trost (Pi­ding) hin­ter Ita­li­en und vor Groß­bri­tan­ni­en noch ein­mal zur Sil­ber­me­dail­le.

Vier Me­dail­len: Iris Opitz ab­sol­vier­te ei­ne äu­ßerst er­folg­rei­che Se­nio­ren-EM.

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