Hand­wer­ke­rin der Macht

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Erste Seite - Mar­tin Debes über das En­de ei­nes grü­nen Macht­kamp­fes

Am En­de setz­te sich Katrin Gö­ring-Eckardt deut­lich durch. Sie ge­wann klar die Kampf­ab­stim­mung um den Frak­ti­ons­vor­sitz der Grü­nen im Bun­des­tag.

Die thü­rin­gi­sche Lan­des­par­tei, de­ren ein­zi­ge Ber­li­ner Ab­ge­ord­ne­te Gö­ring-Eckardt ist, darf zu Recht Er­leich­te­rung spü­ren. Denn selbst wenn es öf­fent­lich ab­ge­strit­ten wur­de: Ei­ne Ab­wahl hät­te den hie­si­gen Land­tags­wahl­kampf be­las­tet.

Auch für die Ab­ge­ord­ne­te selbst ist der Sieg ent­schei­dend. Nur so bleibt sie, die sich seit dem Jahr 2002 in der ers­ten Rei­he der Grü­nen hält, ei­ne Aspi­ran­tin für ei­nen Pos­ten in der nächs­ten Bun­des­re­gie­rung.

Was Gö­ring-Eckardt oben hält, ist ih­re Fle­xi­bi­li­tät. Als jun­ge Frak­ti­ons­che­fin ver­han­del­te sie die Hartz-Re­for­men mit, in spä­te­ren Wahl­kämp­fen ver­ström­te sie da­für be­son­ders viel so­zia­le Wär­me. Im Bund stritt sie vor al­lem für Schwarz-Grün, wäh­rend sie im Land Rot-Ro­tG­rün mit ver­han­del­te.

Dank die­ser Ge­schmei­dig­keit war sie, wenn nö­tig, so­wohl für Prag­ma­ti­ker und Par­tei­lin­ke wähl­bar. Ne­ben­her pfleg­te sie ihr Pro­fil als bür­ger­be­weg­te und christlich­e Ost­deut­sche.

Gö­ring-Eckardt wur­de des­halb mit An­ge­la Mer­kel ver­gli­chen, was in vie­ler Hin­sicht Un­fug ist. Was passt: Wie die Kanz­le­rin ist sie ei­ne Hand­wer­ke­rin der Macht, nicht so nüch­tern, aber eben­so ef­fi­zi­ent. Dies ist auch die Rol­le, in der sie ges­tern be­stä­tigt wur­de. Ganz vor­ne ste­hen in­zwi­schen an­de­re.

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