Trump prä­sen­tiert sich vor UN ver­söhn­lich

Der US-Prä­si­dent sagt aber auch: „Die Zu­kunft ge­hört Pa­trio­ten.“Zum Kli­ma­schutz schweigt er

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Politik - Von Kers­tin Müns­ter­mann

New York.

Die Teil­neh­mer der Ge­ne­ral­de­bat­te der 74. UNVoll­ver­samm­lung in New York rie­ben sich am Di­ens­tag er­staunt die Au­gen: Sie er­leb­ten ei­nen an­de­ren US-Prä­si­dent Do­nald Trump als sonst. Ei­nen, der nicht pol­tert, son­dern statt­des­sen ei­nen fast sanf­ten Ton an­schlägt. Ei­nen, der zwar sehr klar­macht, wo die In­ter­es­sen sei­nes Lan­des lie­gen – aber gleich­zei­tig ein ver­söhn­li­ches Ame­ri­ka prä­sen­tiert.

„Ame­ri­ka ist be­reit, Freund­schaft zu schlie­ßen mit al­len, die auf­rich­tig Frie­den und Re­spekt an­stre­ben“, sag­te Trump. „Vie­le von Ame­ri­kas engs­ten Freun­den heu­te wa­ren einst un­se­re größ­ten Fein­de.“Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten hät­ten nie an „dau­er­haf­te Fein­de“ge­glaubt. „Wir wol­len Part­ner, kei­ne Geg­ner.“Zum Kli­ma­schutz sag­te er nichts. Auch über die jun­ge Kli­maak­ti­vis­tin Gre­ta Thun­berg ver­lor er kein Wort.

Es wa­ren un­ge­wohn­te Tö­ne des Re­pu­bli­ka­ners. Doch der 73 Jah­re al­te US-Prä­si­dent wie­der­hol­te auch sei­ne Ab­sa­ge an den Mul­ti­la­te­ra­lis­mus, an die in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen. „Die Zu­kunft ge­hört Pa­trio­ten“, be­ton­te er und sag­te, wei­se Re­gie­rungs­chefs stell­ten das Wohl­er­ge­hen ih­res ei­ge­nen Lan­des und ih­rer ei­ge­nen Be­völ­ke­rung an die ers­te Stel­le. Er lob­te die Ent­wick­lung der USA wäh­rend sei­ner Amts­zeit, nann­te un­ter an­de­rem die Wirt­schaft, die Ar­beits­lo­sen­zah­len und den Aus­bau des Mi­li­tärs. Vor Trumps Re­de war spe­ku­liert wor­den, dass er den Iran sehr harsch an­ge­hen wer­de. Er mach­te das Re­gime in Te­he­ran dann auch ver­ant­wort­lich für die An­grif­fe auf Öl­an­la­gen in Sau­diA­ra­bi­en. Die Iran-Sank­tio­nen wür­den nicht auf­ge­ho­ben, son­dern ver­schärft, so­lan­ge der Iran mit sei­nem „be­droh­li­chen Ver­hal­ten“wei­ter­ma­che. Zu­vor wa­ren die Re­gie­run­gen von Deutsch­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en der US-Ein­schät­zung ge­folgt und hat­ten eben­falls den Iran als Ur­he­ber der An­grif­fe be­nannt.

FO­TO: GUI­DO BERG­MANN/BUN­DES­RE­GIE­RUNG

Küss­chen: Kanz­le­rin An­glea Mer­kel und US-Prä­si­dent Do­nald Trump.

FO­TO: WOLF­GANG KUMM

Rolf Müt­zenich sitzt seit  im Bun­des­tag.

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