Leicht­ath­le­tik-WM: Mih­am­bo holt Gold für Deutsch­land

Ma­lai­ka Mih­am­bo krönt sich  Jah­re nach Hei­ke Drechs­ler zur zwei­ten deut­schen Weit­sprung-Welt­meis­te­rin

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Erste Seite - Von Kris­tof Stühm

Doha. Erst­mals seit Hei­ke Drechs­ler (1993) hat Deutsch­land wie­der ei­ne Weit­sprun­gWelt­meis­te­rin: Ma­lai­ka Mih­am­bo lie­fer­te 7,30 Me­ter im drit­ten Ver­such, ist da­mit hin­ter Drechs­ler (7,48) Zweit­bes­te al­ler Zei­ten. Ent­täu­schend der Jena­er Speer­wer­fer Tho­mas Röh­ler: Er schied in der Qua­li­fi­ka­ti­on aus. (sid)

Doha. Gold an­ge­kün­digt, Mis­si­on er­füllt:. Die Top­fa­vo­ri­tin blieb in Doha nach ei­nem Hol­per­start cool und si­cher­te sich mit ei­nem Rie­sen­sprung auf 7,30 Me­ter den er­sehn­ten Ti­tel. Ma­ry­na Bech-Ro­mant­schuk aus der Ukrai­ne (6,92) und die Ni­ge­ria­ne­rin Ese Bru­me (6,91) hat­ten kei­ne Chan­ce – Mih­am­bo tri­um­phier­te mit dem größ­ten Vor­sprung der WM-Ge­schich­te.

Da­bei hat­te die 25-Jäh­ri­ge von der LG Kur­pfalz zu­nächst mehr Pro­ble­me als er­war­tet. Im ers­ten Ver­such lan­de­te Mih­am­bo schon bei 6,52 m, al­ler­dings war sie deut­lich vor dem Brett ab­ge­sprun­gen. Der zwei­te Ver­such war un­gül­tig – doch dann hat­te sie ihr Ti­ming ge­fun­den. Mih­am­bo se­gel­te im drit­ten Durch­gang auf 7,30 m, so weit wie nie zu­vor. „Jetzt bin ich ei­gent­lich si­cher, dass nichts mehr pas­sie­ren kann. Da müss­te jetzt schon ein Wun­der pas­sie­ren, dass das schief­geht“, sag­te ihr Trai­ner Ralf We­ber im ZDF. Mih­am­bo ver­bes­ser­te sich hin­ter Drechs­ler (7,48) auf Platz zwei der „ewi­gen“deut­schen Bes­ten­lis­te, nur US-Iko­ne Ja­ckie Joy­ner-Ker­see sprang bei ih­ren Ti­tel­ge­win­nen 1987 (7,36) und 1991 (7,32) wei­ter bei ei­ner WM. Mih­am­bo ver­edel­te ih­re her­aus­ra­gen­de Sai­son und blieb auch im wich­tigs­ten Wett­kampf des Jah­res un­ge­schla­gen. Oben auf der Tri­bü­ne ju­bel­te ih­re Mut­ter, zu Hau­se in Of­ters­heim ver­folg­ten Freun­de und Fans den nächs­ten Tri­umph der Eu­ro­pa­meis­te­rin bei ei­nem Pu­b­lic Viewing im Ro­se-Saal.

Drechs­ler zit­ter­te zu Hau­se in Hel­sin­ki vor dem Fern­se­her mit. „Ich freue mich wahn­sin­nig für sie, das hat sie sich ver­dient“, sag­te die Welt­meis­te­rin von 1993 und fei­er­te den Gold­sprung stan­des­ge­mäß. „Ich ma­che mir jetzt ei­ne Fla­sche Cham­pa­gner auf“, sag­te die Olym­pia­sie­ge­rin von 2000, die seit Ja­nu­ar mit dem ehe­ma­li­gen fin­ni­schen Hür­den­läu­fer Ar­to Bryg­ga­re ver­hei­ra­tet ist: „Ich gön­ne es ihr von Her­zen.“Mit 7,16 m war Mih­am­bo als Num­mer eins der Welt nach Ka­tar ge­reist, schon vor der WM leg­te sie die drei wei­tes­ten Sprün­ge des Jah­res hin, und so war es kein Wun­der, dass sie sich in den ver­gan­ge­nen Ta­gen sehr sie­ges­si­cher ge­ge­ben hat­te. Vor dem Wett­kampf schrieb sie bei Ins­ta­gram: „Lasst uns her­aus­fin­den, wer die Bes­te der Welt ist.“Wohl­wis­send, dass der Ti­tel nur über sie ver­ge­ben wird.

Seit dem ers­ten 7-Me­terSprung ih­rer Kar­rie­re An­fang Ju­ni war Mih­am­bos Selbst­ver­trau­en von Tag zu Tag grö­ßer ge­wor­den. Aus ih­rem Gold-An­spruch mach­te sie kei­nen Hehl mehr. „Ich fin­de es schön, in der Fa­vo­ri­ten­rol­le zu sein“, sag­te sie – und lie­fer­te. (sid)

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Ma­lai­ka Mih­am­bo holt Weit­sprung-Gold.

FOTO: KAI PFAFFENBAC­H/REU­TERS

Ma­lai­ka Mih­am­bo se­gel­te im drit­ten Ver­such auf sen­sa­tio­nel­le , Me­ter.

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