Elek­tro­au­tos meist dienst­un­taug­lich

Be­hör­den be­kla­gen man­geln­des Fahr­zeug­an­ge­bot, zu ge­rin­ge Reich­wei­ten. In Je­na rol­len aber schon  E-Flit­zer

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Erste Seite - Von Se­bas­ti­an Haak

Je­na/Saal­feld.

Das nach ih­ren An­ga­ben nach feh­len­de An­ge­bot von Au­to­her­stel­lern ist ei­ni­gen Thü­rin­ger Be­hör­den zu­fol­ge ein Hin­der­nis für ei­ne kli­ma­freund­li­che­re Er­wei­te­rung ih­rer Fuhr­parks. So ver­fü­gen ver­schie­de­ne Stadt- und Kreis­ver­wal­tun­gen so­wie Mi­nis­te­ri­en zwar in­zwi­schen über ei­ni­ge voll- oder teil­elek­trisch an­ge­trie­be­nen Au­tos, wie ei­ne Um­fra­ge er­gab. Doch grö­ße­re oder spe­zi­el­le Fahr­zeu­ge mit al­ter­na­ti­ven An­trie­ben gibt es nach den Er­fah­run­gen der dort Ver­ant­wort­li­chen der­zeit nicht zu kau­fen. „Ge­ra­de im Be­reich der Nutz­fahr­zeu­ge – wie Trans­por­ter, Last­kraft­wa­gen, Kehr­ma­schi­nen, Ent­sor­gungs­fahr­zeu­gen, Trak­to­ren und sons­ti­gen Bau­ma­schi­nen, die al­le­samt im Be­reich von 3,5 bis zu 26 Ton­nen lie­gen – ist das Elek­tro­fahr­zeug sehr ge­ring bis über­haupt nicht ver­füg­bar“, sag­te et­wa ein Spre­cher der Stadt­ver­wal­tung Je­na. Zu­dem ste­hen die Be­hör­den vor den glei­chen Pro­ble­men, die mit­un­ter auch Pri­vat­per­so­nen oder Un­ter­neh­men da­von ab­hal­ten, Au­tos mit Elek­tro- oder Hy­brid­an­trieb zu kau­fen: re­la­tiv ge­rin­ge Reich­wei­ten, lan­ge La­de­zei­ten und ho­he An­schaf­fungs­kos­ten.

„In un­se­rem Ge­schäfts­be­reich wer­den vie­le gro­ße Stre­cken zu­rück­ge­legt, da­für ver­fü­gen rei­ne E-Fahr­zeu­ge noch über zu ge­rin­ge Reich­wei­ten so­wie zu lan­ge La­de­zei­ten“, sag­te der Spre­cher des In­fra­struk­tur­mi­nis­te­ri­ums. Ins­ge­samt sind bei dem Mi­nis­te­ri­um – das et­wa für Land­wirt­schaft, Forst und Bau zu­stän­dig ist – so­wie den ihm nach­ge­ord­ne­ten Be­hör­den drei E-Fahr­zeu­ge so­wie acht Hy­bridfahr­zeu­ge im Ein­satz.

Bei der Stadt­ver­wal­tung Je­na ist der An­teil der Elek­tro­au­tos deut­lich hö­her, al­ler­dings sind die dort zu­rück­zu­le­gen­den Stre­cken oft auch kür­zer: Von 75 Au­tos im Fuhr­park der Kom­mu­ne wer­den 14 elek­trisch an­ge­trie­ben, wie der Spre­cher der sag­te. Im Land­kreis Saal­feld-Ru­dol­stadt ver­fügt das Land­rats­amt nach An­ga­ben ei­ner Spre­che­rin zwar über kei­ne E-Au­tos. Auf die Ge­mein­de­ver­wal­tun­gen des Krei­ses sei­en aber ins­ge­samt 98 Elek­tro­au­tos zu­ge­las­sen.

Bei der Thü­rin­ger Po­li­zei gibt es der­zeit über­haupt kei­ne Elek­tro­au­tos. Ge­gen­wär­tig ge­be es auch kei­ne Pla­nun­gen da­zu, Au­tos mit al­ter­na­ti­ven An­trie­ben an­zu­schaf­fen, sag­te ein Spre­cher des In­nen­mi­nis­te­ri­ums. Un­ter tak­ti­schen und tech­ni­schen Ge­sichts­punk­ten er­füll­ten Elek­tro- oder Hy­bri­dau­tos die An­for­de­run­gen der Po­li­zei ge­gen­wär­tig nicht. (dpa)

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