Lan­des­re­gie­rung steht zum Grund­steu­er-Kom­pro­miss

Fi­nanz­mi­nis­te­rin: „Vor­schlag ist prak­ti­ka­bel“. FDP droht mit Blockade. Uni­on sucht Lö­sung

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Thüringen - Von Fa­bi­an Klaus

Er­furt/Ber­lin.

Ein Brief an den Vor­sit­zen­den der CDU-Bun­des­tags­frak­ti­on, Ralph Brink­haus, hat am Di­ens­tag schnell die Run­de ge­macht. In dem Schrei­ben, das die­ser Zei­tung vor­liegt, in­for­miert FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner sei­nen CDU-Kol­le­gen, dass die Li­be­ra­len den Grund­steu­er-Kom­pro­miss, der am Frei­tag im Par­la­ment ab­ge­stimmt wer­den soll, plat­zen las­sen könn­ten. Zur Grund­ge­setz­än­de­rung, die hier nö­tig wä­re, bräuch­te die gro­ße Ko­ali­ti­on die Stim­men von FDP und Grü­nen.

Thü­rin­gens Fi­nanz­mi­nis­te­rin Hei­ke Tau­bert (SPD) hält den Vor­schlag ih­res Par­tei­freun­des, Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz, für um­setz­bar. „Auch we­gen der ent­hal­te­nen Län­der­öff­nungs­klau­sel ist er ein gu­ter Kom­pro­miss­vor­schlag“, sagt sie auf An­fra­ge. Län­der, die von der Klau­sel Ge­brauch ma­chen wür­den, müss­ten trotz­dem wei­ter ih­ren Bei­trag zum Län­der­fi­nanz­aus­gleich leis­ten. Das Pro­blem: Je hö­her die Ein­nah­men des je­wei­li­gen Lan­des aus der Grund­steu­er sind, des­to we­ni­ger er­hält oder zahlt das je­wei­li­ge Land aus dem be­zie­hungs­wei­se in den Län­der­fi­nanz­aus­gleich. Die Län­der könn­ten sich künst­lich arm rech­nen. Die FDP be­fürch­tet, ein „Bü­ro­kra­tie­mons­ter“. Der Thü­rin­ger Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Tho­mas L. Kem­me­rich (FDP) sagt: „Die Grund­steu­er­re­form muss pra­xis­taug­lich für die Län­der ge­stal­tet wer­den.“Die Er­fur­te­rin Ant­je Till­mann, fi­nanz­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­ti­on, sagt: „Wir tei­len das An­lie­gen der FDP, dass die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nicht durch zu­sätz­li­chen bü­ro­kra­ti­schen Auf­wand be­las­tet wer­den, wenn ein Land von sei­nem Ab­wei­chungs­recht Ge­brauch macht.“Sie sei op­ti­mis­tisch, dass es Fi­nanz­mi­nis­ter Scholz ge­lin­ge, „in die­sem Sin­ne das Ge­setz zu än­dern und dies mit der FDP zü­gig zu klä­ren“.

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