Selbst ge­stal­ten und al­le im Blick ha­ben

L Si­mo­ne Schul­ze kan­di­diert für die CDU im Wahl­kreis , Al­ten­bur­ger Land I

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Schmölln Und Umgebung - Von Andre­as Bay­er FO­TO: A. BAY­ER

Sch­m­ölln.

„Denkst du, dass ich das kann?“hat Si­mo­ne Schul­ze ge­fragt, als Fritz Schrö­ter ihr na­he­leg­te, für den Land­tag zu kan­di­die­ren. Schrö­ter, der bis 2014 durch­gän­gig das Di­rekt­man­dat im Wahl­kreis 43 er­rang, war es auch, der sie für die ak­ti­ve Po­li­tik be­geis­tern konn­te. „Die CDU war schon im­mer mei­ne Par­tei, aber der letz­te Schritt hat ge­fehlt“, be­schreibt Schul­ze, wie sie 2004 in die Par­tei ein­trat. Als Mit­ar­bei­te­rin im Sch­m­öll­ner Ab­ge­ord­ne­ten­bü­ro war sie zu­stän­dig für den Be­reich EU, lern­te sie sich in die un­ter­schied­lichs­ten Po­li­tik­fel­der ein. „Das war ein gro­ßer Vor­teil, so stand ich so­fort im Stoff drin, als ich Ab­ge­ord­ne­te wur­de.“

Da­mit en­de­te für die Sch­m­öll­ne­rin, die seit 1982 in Zscher­nitzsch wohnt, auch ei­ne schwie­ri­ge Zeit. Nach­dem ihr Ar­beit­ge­ber 1993 in Kon­kurs ging, durch­lief sie be­ruf­lich ei­ni­ge Sta­tio­nen. So ar­bei­te­te sie bei ei­nem Pa­ket­dienst in Beer­wal­de, in ei­ner Sch­m­öll­ner Bä­cke­rei und schließ­lich als Markt­lei­te­rin für ei­nem Dis­coun­ter in Crim­mit­schau. „Man muss das Le­ben selbst ge­stal­ten und selbst ent­schei­den“, lau­tet ihr Cre­do. So hat sie sich im­mer wei­ter hoch­ge­ar­bei­tet.

Die Mü­hen wur­den be­lohnt. In der Po­li­tik ha­be sie die Er­fah­rung ge­macht, dass man viel be­we­gen kann, aber auch ei­ne gro­ße Ver­ant­wor­tung tra­ge. „Wich­tig ist, den bes­ten Weg zu fin­den und die Le­bens­um­stän­de der Men­schen im­mer im Blick zu ha­ben.“Im Pe­ti­ti­ons­aus­schuss des Land­ta­ges sei et­wa die Wind­kraft im­mer wie­der ein wich­ti­ges The­ma. Häu­fig wer­de zu nah an Wohn­ge­bie­ten ge­baut, so­dass es zu Lärm­be­läs­ti­gung und Wert­ver­lust kom­me. „Ich möch­te, dass nur noch Wind­rä­der ge­baut wer­den, wenn auch die Ak­zep­tanz in der Be­völ­ke­rung da ist.“Kli­ma­po­li­tik dür­fe nicht auf dem Rü­cken der klei­nen Lau­te aus­ge­tra­gen wer­den und müs­se be­zahl­bar sein. Leicht ent­stün­de der Ein­druck, in ei­nem In­dus­trie­ge­biet zu le­ben, weil man nur Wind­rä­der sieht. Und das in ei­nem Win­kel von 180 Grad.

„Zum Kli­ma­schutz kann je­der et­was bei­tra­gen.“Bei­spiels­wei­se durch Elek­tro­ge­rä­te. Wenn man de­ren Her­stel­lern stren­ge­re Vor­ga­ben zur Halt­bar­keit ma­che, scho­ne das die Res­sour­cen und den Geld­beu­tel. „Wenn wir al­lein in Deutsch­land den Kli­ma­schutz vor­an­trei­ben, hilft das dem Kli­ma nicht.“Das müs­se auf EU-Ebe­ne und welt­weit ge­re­gelt wer­den. Es sei ei­ne ge­samt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be, die über Steu­er­ein­nah­men zu re­geln sei. „Ei­ne zu­sätz­li­che Steu­er leh­ne ich ab.“Bei dem The­ma dürf­ten die Men­schen nicht aus dem Blick ge­ra­ten. „Die Leu­te müs­sen hei­zen, auch kön­nen nicht al­le von jetzt auf gleich Elek­tro­au­tos fah­ren.“Kli­ma­schutz dür­fe ge­ra­de die­je­ni­gen mit nied­ri­gen Ein­kom­men nicht mehr be­las­ten.

Wenn man den Wohn­ort für je­den le­bens­wert ge­stal­ten wol­le, ge­hö­re ein brei­tes Frei­zeit­an­ge­bot da­zu. Dar­um setzt sie sich da­für ein, ei­nen Ver­an­stal­tungs­saal in Sch­m­ölln zu eta­blie­ren. „Die Leu­te wol­len auch mal tan­zen ge­hen, das macht die At­trak­ti­vi­tät für jun­ge Leu­te aus. Na­tür­lich braucht man da­für ei­nen Be­trei­ber, auch soll­te man über­le­gen, ob man schon et­was Vor­han­de­nes um­nut­zen kann.“Mit dem Ta­ta­mi sei man im Be­reich Frei­zeit­ge­stal­tung schon gut auf­ge­stellt, al­ler­dings brau­che es mehr An­stren­gun­gen, um jun­ge Fa­mi­li­en oder Leh­rer für die Re­gi­on zu ge­win­nen.

Kur­ze We­ge – kur­ze Bei­ne. „Ich möch­te auch, dass klei­ne Schu­len er­hal­ten wer­den.“Das ste­he eben­so im Wahl­pro­gramm wie ei­ne hö­he­re För­de­rung für Schwimm­bä­der. „Klei­ne Ge­mein­den brau­chen ei­ne stär­ke­re fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung, um ih­re Auf­ga­ben zu er­fül­len.“Auch die Ju­gend­weh­ren soll­ten fi­nan­zi­ell bes­ser aus­ge­stat­tet wer­den. Hand­lungs­be­darf sieht sie au­ßer­dem bei den Kin­der­gär­ten. Sie möch­te den Be­treu­ungs­schlüs­sel ver­bes­sern und da­mit die Qua­li­tät er­hö­hen. „Dort wird viel päd­ago­gi­sche Ar­beit ge­leis­tet, bei sechs Kin­dern zwi­schen ei­nem und zwei Jah­ren ist ein Er­zie­her zu we­nig.“

Si­mo­ne Schul­ze (CDU) möch­te bei der Land­tags­wahl ihr Di­rekt­man­dat ver­tei­di­gen. Das Bild in ih­rem Bü­ro sym­bo­li­siert, wie al­le zu­sam­men für ein Ziel ar­bei­ten. Es ent­stand als Ge­mein­schafts­ar­beit im Rah­men von „Künst­ler an der Stadt­mau­er“.

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