Zwi­schen Eu­pho­rie und Po­li­zei­ge­walt

Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach er­lebt beim : tur­bu­len­tes Rom-Aben­teu­er: Klub-Mit­ar­bei­ter und Fans fest­ge­setzt

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Sport - Von Tho­mas Wei­te­kamp

Rom.

Auf die­ses De­ja-vu hät­te Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach in Rom gern ver­zich­tet: Erst fei­er­ten die rund 7000 mit­ge­reis­ten An­hän­ger aus­ge­las­sen mit der Mann­schaft den spä­ten Aus­gleichs­tref­fer von Lars St­indl bei der AS Rom, dann nahm die ita­lie­ni­sche Po­li­zei ei­nen Klub­Mit­ar­bei­ter, der das Vor­ge­hen der Si­cher­heits­kräf­te mit dem Han­dy film­te, in Ge­wahr­sam und knüp­pel­te an­geb­lich so­gar Fans ins Kran­ken­haus.

Nach Ver­eins­an­ga­ben hät­ten die Ord­nungs­kräf­te mit zwei­fel­haf­ten Me­tho­den agiert und die Gäs­te-Fans nach Ab­pfiff über ei­ne St­un­de im Block fest­ge­hal­ten. „Nach un­se­ren Er­kennt­nis­sen

und zu un­se­rem Be­dau­ern sind der ita­lie­ni­sche Ord­nungs­dienst und die Po­li­zei mit für deut­sche Ver­hält­nis­se über­zo­ge­ner Här­te vor­ge­gan­gen. War­um dies so war, kön­nen wir nur mut­ma­ßen“, sag­te Bo­rus­si­as Ge­schäfts­füh­rer Ste­phan Schip­pers nach dem glück­li­chen 1:1 in der Eu­ro­pa Le­ague.

Zu­vor hat­ten Glad­bach-Fans mehr­fach Py­ro­tech­nik ge­zün­det. Der Aus­lass sei „nur sehr schlep­pend und in ex­trem an­ge­spann­ter At­mo­sphä­re“er­folgt. Laut Fan­hil­fe Glad­bach schlug die Po­li­zei „wild auf Fans ein“, ei­ni­ge muss­ten mit „Kopf­ver­let­zun­gen durch Knüp­pel­schlä­ge“ins Kran­ken­haus, zu­dem hät­ten min­des­tens vier Per­so­nen die Nacht in Ge­wahr­sam ver­bracht.

Schon vor drei Wo­chen hat­te die tür­ki­sche Po­li­zei in Istan­bul für ei­nen Eklat ge­sorgt, als ei­ni­gen Fans auf­grund „christ­li­cher

Sym­bo­le“auf Fah­nen der Zu­tritt ins Sta­di­on ver­wehrt wor­den.

Dass die Mann­schaft weit nach Mit­ter­nacht zu­frie­den die

Heim­rei­se an­tre­ten konn­te, lag auch an ei­ner Fehl­ent­schei­dung des Schieds­rich­ter­teams. St­indl, der nach sechs­mo­na­ti­ger Ver­let­zungs­pau­se erst am Sams­tag sein Come­back ge­fei­ert hat­te, pro­fi­tier­te in der Nach­spiel­zeit von ei­nem Hand­elf­me­ter, der gar kei­ner war. Bei den Rö­mern re­gier­te Fas­sungs­lo­sig­keit, die ita­lie­ni­schen Me­di­en über­schlu­gen sich, Ru­fe nach dem Vi­deo­be­weis wur­den laut. Der schot­ti­sche Schieds­rich­ter Wil­li­am Col­lum hat­te auf Straf­stoß ent­schie­den, ob­wohl Ro­ma-Ver­tei­di­ger Chris Smal­ling den Ball mit dem Kopf block­te. In­zwi­schen hat Col­lum sei­nen Feh­ler zu­ge­ge­ben, „wir re­spek­tie­ren das und dan­ken für ih­re Ehr­lich­keit“, twit­ter­te Rom. (sid)

FO­TO: ALBERTO LINGRIA/REU­TERS

Der Elf­me­ter, der kei­ner war: Lars St­indl er­zielt in der Nach­spiel­zeit das :.

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