Tan­ken mit Ger­ard

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Reise -

Ur­laubs­ta­ge sind kost­bar. Da ist es bes­ser, man weiß, wor­auf man sich ein­lässt – und wor­auf lie­ber nicht. Heu­te: Bel­gi­en

Ne­ben Pra­li­nen, Pom­mes und Bier ge­hö­ren die Au­to­bah­nen zu den ty­pisch bel­gi­schen Be­son­der­hei­ten. In gel­ben La­ter­nen­schein ge­taucht sieht man sie so­gar aus dem Wel­tall. Wäh­rend das vie­le Licht für Durch­blick sorgt, sind bel­gi­sche Au­to­bahn­schil­der da­ge­gen oft ver­wir­rend. Lüt­tich et­wa ist ei­ne hüb­sche Stadt, die je nach Re­gi­on auch als Lie­ge oder Luik aus­ge­schil­dert ist. Ant­wer­pen da­ge­gen heißt nicht un­be­dingt Ant­werp, son­dern auch mal An­vers – je nach­dem, ob der Be­reich der Au­to­bahn, auf dem das Schild steht, flä­mi­scho­der fran­zö­sisch­spra­chig ist.

Au­ßer­dem sind die Au­to­bah­nen mit zahl­rei­chen Rast­stät­ten be­stückt, die sich brü­cken­ar­tig über die Au­to­bahn zie­hen und von bei­den Sei­ten be­geh­bar sind. Vom De­sign se­hen sie nach den 70er-Jah­ren aus, das Es­sen schmeckt eher mit­tel­mo­dern, nur die Prei­se sind sehr heu­tig. Das Be­suchs­pro­to­koll steht fest: man tankt, geht auf die Toi­let­te und trinkt was. Ist man Lkw-Fah­rer, legt man viel­leicht noch ein klei­nes Ni­cker­chen ein oder isst ein Schnit­zel. So weit, so vor­her­seh­bar. Aber dann, ei­nes Ta­ges pas­siert doch end­lich et­was: Wäh­rend man mü­de von der lan­gen Deutsch­land-Bel­gi­en-Frank­reich-Fahrt im dün­nen Kaf­fee rührt, tritt plötz­lich Ger­ard De­par­dieu aus der Her­ren­toi­let­te. Er trägt of­fe­nen Hemd­kra­gen zum wei­ßen Ja­ckett, po­siert er­staun­lich be­reit­wil­lig für ein paar Sel­fies, und so­fort ver­gibt man ihm all sei­ne Spin­ne­rei­en und Pu­tin-Kum­pa­nei­en. Denn: durch die Pin­kel­pau­se des Schau­spie­lers wird so­gar der Be­such ei­ner bel­gi­schen Au­to­bahn­rast­stät­te un­ver­gess­lich. (jh)

„Ich BIL­DET - den­ke, wir In­der ha­ben Angst, un­se­re Freu­de zu zei­gen. Aber ich fin­de es okay zu zei­gen, wenn man glück­lich ist.“Shah Rukh Khan, der Schau­spie­ler und Bol­ly­wood-Pro­du­zent fei­ert heu­te sei­nen 54. Ge­burts­tag.

FO­TO: NICOLASDEC­ORTE

Meist mo­no­ton, doch manch­mal sehr über­ra­schend.

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