H20 ist ihr Ele­ment

Han­na Wohl­farth ist Flos­sen­schwim­me­rin aus Lei­den­schaft. Start bei der Ju­gend-WM

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Sport - Von An­dre­as Rabel

Im ers­ten Ita­li­en-Ur­laub wun­der­te sich der Va­ter, in sei­ner Stu­den­ten­zeit Schwimm­sport­ler, dass sei­ne Toch­ter Han­na am Pool saß und par­tout nicht in Was­ser woll­te. Da war sie drei und nach drei Ta­gen hüpf­te sie ins Was­ser und ab da war H2O ihr Ele­ment. Bald dar­auf konn­te sie schwim­men, war nicht mehr aus dem Was­ser zu krie­gen und es lag na­he, dass sich die El­tern nach ei­ner pas­sen­den Sport­art für sie um­schau­ten. „Es soll­te schon was im Was­ser sein“, sagt sie.

Schnell war man sich ei­nig, der TC Che­mie Greiz soll­te es sein. Der Ver­ein mit sei­nen Ori­en­tie­rungs­tau­chern und den Flos­sen­schwim­mern ist be­kannt in der Re­gi­on und von zu Hau­se in Rei­chen­bach sind es nur ein paar Mi­nu­ten zur Schwimm­hal­le im Grei­zer Au­bach­tal. Zu­nächst ging es ihr gar nicht dar­um, schnell, schnel­ler zu wer­den. „Ich woll­te Spaß ha­ben. Doch dann wur­de ich bes­ser und schnel­ler und der Ehr­geiz war ge­weckt, die ers­ten Wett­kämp­fe ka­men“.

Den Fahr­dienst, den macht Va­ter Pe­ter noch im­mer. In­zwi­schen ist Han­na Wohl­farth deut­sche Ju­gend­meis­te­rin, star­te­te beim Welt­cup in Li­gna­no, qua­li­fi­zier­te sich im Som­mer erst­mals für die Ju­gend-Welt­meis­ter­schaf­ten in Ägyp­ten. Nur 0,05 Se­kun­den über 50 Me­ter Ap­noe fehl­ten zum Ein­zug in ein Ein­zel­fi­na­le. Mit den Staf­feln kam sie auf Platz vier und sie­ben.

„Das wa­ren tol­le Ta­ge in Sh­arm El-Sheik. In Deutsch­land ist Fins­wim­ming ja nicht der po­pu­lärs­te Sport, doch wenn man sieht, wie vie­le Na­tio­nen den Sport be­trei­ben und zum Teil wie pro­fes­sio­nell, das hat mich schon be­ein­druckt.“

Es mach­te ihr Spaß, die an­de­ren Star­ter zu be­ob­ach­ten, die span­nen­den Staf­feln zu ver­fol­gen und mit den Sport­lern der an­de­ren Na­tio­nen ins Ge­spräch zu kom­men. Und aus ei­ner Be­kannt­schaft wur­de mehr. Als sie ei­ne ukrai­ni­sche Star­te­rin wei­nend am Be­cken­rand sah, „ha­be ich sie ge­trös­tet und mit­be­kom­men, dass sie gut deutsch spricht. Das ist Schul­fach bei ihr“.

„Wenn du et­was gern machst, dann bist du auch be­reit, al­les zu ge­ben.“

Han­na Wohl­farth

Es ent­spann sich ein re­ger Mail­ver­kehr und die Freu­de wird groß sein, wenn sich Han­na und The­re­sa auf ei­nem der nächs­ten World Cups oder der Ju­gend-EM 2020 in Li­gna­no – dem gro­ßen Sai­son­ziel – wie­der se­hen wür­den. Han­na Wohl­farth trai­niert der bes­se­ren Be­din­gun­gen we­gen auf der 50-m-Bahn im Stadt­bad Plau­en bei Stütz­punkt­trai­ner Frank Han­nich, star­tet aber wei­ter für den TC Che­mie Greiz. In den Herbst­fe­ri­en war sie auf dem Ra­ben­berg zu ei­nem ein­wö­chi­gen Trai­nings­la­ger. Zwei­mal am Tag Was­ser­trai­ning, zwei Ath­le­tik­ein­hei­ten – das geht eben nur in den Fe­ri­en. „Das war der Auf­takt für die neue Sai­son, um wie­der ins har­te Trai­ning zu kom­men.“

Han­na Wohl­farth geht in die zehn­te Klas­se am Gym­na­si­um in Kirch­berg mit Schwer­punkt Spra­chen. Nach der Schu­le geht es zum Trai­ning und nach 20 Uhr nimmt sie die Qu­er­flö­te zur Hand und übt. Wie sie das al­les schafft? „Ich ha­be Spaß dran. Am Trai­ning, an den Wett­kämp­fen und der Mu­sik.“Und auch die an­de­ren Mäd­chen in der Ju­gend-Na­tio­nal­mann­schaft, hat sie er­fah­ren, spie­len in ih­rer Frei­zeit als Aus­gleich zum har­ten Trai­ning ein In­stru­ment. Da könn­ten sie si­cher bald ge­mein­sam auf­tre­ten.

Doch die Num­mer eins ist der Sport, Flos­sen­schwim­men als die schnells­te Art sich mit ei­ge­ner Mus­kel­kraft im Was­ser zu be­we­gen. Die Ge­schwin­dig­keit, die An­mut und die Ele­ganz der Be­we­gun­gen im Was­ser, die ha­ben es ihr an­ge­tan. „Und wenn du et­was gern machst, dann bist du auch be­reit, al­les zu ge­ben, al­les aus dir her­aus­zu­ho­len.“Im Trai­ning üben sie das fast täg­lich, wenn das Pen­sum ge­schafft, die Mus­keln mü­de sind, dann setzt der Trai­ner noch ei­nen drauf. „Das ist dann wie im Wett­kampf, wenn es ins Fi­nish geht“, sagt sie. Wenn es mal wie­der in den Ur­laub nach Ita­li­en geht, dann hüpft sie in den Pool und oh­ne Mo­n­o­f­los­se fehlt ihr was.

FO­TO: AN­DRE­AS LUD­WIG

han­na Wohl­farth in ih­rem ele­ment. Die Qua­li­fi­ka­ti­on für die Ju­gend-em ist das Ziel 2020.

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