Ris­se bei „R2G“: Mai­er sieht Lin­ke, CDU, FDP in der Pflicht

So­zi­al­de­mo­krat plä­diert für Neu­wah­len, wenn es kei­ne „trag­fä­hi­ge Re­gie­rung“gibt. Grü­ne leh­nen das ab

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Thüringen - Von Fa­bi­an Klaus und El­mar Otto

Im rot-rot-grü­nen Re­gie­rungs­la­ger gibt es ers­te Zwei­fel an ei­ner Fort­set­zung des Drei­er­bünd­nis­ses als Min­der­heits­re­gie­rung. Spd-po­li­ti­ker und In­nen­mi­nis­ter Ge­org Mai­er sagt die­ser Zei­tung: „Ich se­he den Ball bei de­nen, die ei­ne trag­fä­hi­ge Re­gie­rung for­men könn­ten.“

Da­mit sei­en „Lin­ke, CDU und FDP nun in der Pflicht“. Nach der

Land­tags­wahl am 27. Ok­to­ber ge­be es rech­ne­ri­sche Mehr­hei­ten im Par­la­ment nur dann, wenn Lin­ke und CDU oder Lin­ke, Grü­ne, SPD und FDP ei­ne Re­gie­rung bil­den wür­den. Die SPD hat­te be­reits er­klärt, dass sie zu ei­nem Vie­rer­bünd­nis „R2G2“be­reit wä­re.

Die Li­be­ra­len um Lan­des­chef Tho­mas L. Kem­me­rich ha­ben al­ler­dings ei­ner Ko­ali­ti­on mit dem bis­he­ri­gen Drei­er­bünd­nis schon des­halb ei­ne Ab­sa­ge er­teilt, weil sie jed­we­de

„in­sti­tu­tio­nel­le Zu­sam­men­ar­beit“mit der Link­s­par­tei aus­schlie­ßen. „Im Pro­gramm der Lin­ken geht es um ei­ne Ve­rän­de­rung der Ge­sell­schaft. Das wi­der­spricht un­se­ren An­sich­ten dia­me­tral“, sagt er.

Die CDU will eben­falls nicht mit der Lin­ken ko­ope­rie­ren.

„Wenn wir kei­ne trag­fä­hi­ge Re­gie­rung be­kom­men, dann muss es Neu­wah­len ge­ben“, sagt Mai­er und schwenkt da­mit auf die Li­nie der Spd-land­rä­te ein. Ei­ne trag­fä­hi­ge

Re­gie­rung gibt es aus sei­ner Sicht nur mit Mehr­hei­ten oder „ei­ner kon­kre­ten To­le­rie­rung“. Das ist der­zeit nicht in Sicht. Mit Blick auf sei­ne Par­tei macht Mai­er klar: „Wir ha­ben die Wahl ver­lo­ren.“

Bei den Grü­nen stößt der Vor­stoß des In­nen­mi­nis­ters auf Un­ver­ständ­nis. „Neu­wah­len hal­te ich für kei­ne gu­te Idee, weil das der ers­te gro­ße Sieg der AFD wä­re“, sagt Grü­nen­frak­ti­ons­chef Dirk Adams. Die AFD wür­de auf die fünf ver­fas­sungs­treu­en de­mo­kra­ti­schen Par­tei­en zei­gen und sa­gen: Die ha­ben 75 Pro­zent und krie­gen es nicht hin ei­ne sta­bi­le Re­gie­rung zu bil­den. Das dür­fe nicht pas­sie­ren, so Adams.

Es ge­be vie­le Mög­lich­kei­ten un­ter De­mo­kra­ten zu ko­ope­rie­ren. Mit CDU und FDP ge­be es Schnitt­men­gen un­ter an­de­rem bei der Bil­dung, der Ver­bes­se­rung des öf­fent­li­chen Nah­ver­kehrs im länd­li­chen Raum und dem Aus­bau der Di­gi­ta­li­sie­rung.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.