Kling­beil: Für uns war der Ab­pfiff ei­ne Er­lö­sung

Im In­ter­view spricht der Co-trai­ner des FC Carl Zeiss Je­na über die Auf­stiegs­spie­le und das neue Trai­nings­ge­fühl

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Sport - Von Ti­no Zip­pel

Am Frei­tag­abend gas­tiert der FC Carl Zeiss Je­na bei Vik­to­ria Köln (19 Uhr). Im bis­lang ein­zi­gen Du­ell bei­der Teams in Köln be­hielt Je­na in der Auf­stiegs­re­le­ga­ti­on zur drit­ten Li­ga mit 3:2 die Ober­hand. Der heu­ti­ge Co-trai­ner Re­né Kling­beil lief da­mals als Ab­wehr­chef auf – wir ha­ben mit ihm über die denk­wür­di­ge Par­tie ge­spro­chen.

Wel­che er­in­ne­run­gen ha­ben Sie ans 3:2 ge­gen Vik­to­ria Köln vor zwei Jah­ren in der Auf­stiegs­re­le­ga­ti­on?

Da wa­ren ge­fühlt 50 Grad Cel­si­us auf dem Platz. Wir hat­ten ei­nen sehr gu­ten Tag er­wischt, sind schnell in Füh­rung ge­gan­gen. In der zwei­ten Halb­zeit ha­ben wir al­ler­dings stark ab­ge­baut. Für uns war der Ab­pfiff ei­ne Er­lö­sung. Wä­re das Spiel nur fünf Mi­nu­ten län­ger ge­gan­gen, hät­te Vik­to­ria Mi­ni­mum noch ein Tor er­zielt.

im Rück­spiel war der Druck zu spü­ren, der auf dem Team las­te­te. Wie ha­ben Sie das emp­fun­den?

Selbst ich als er­fah­re­ner Spie­ler war ex­trem ner­vös. Wir wuss­ten, dass die gan­ze su­per Sai­son mit der Meis­ter­schaft in der Re­gio­nal­li­ga nun an zwei Spie­len hing. Freud und Leid wa­ren an die­sem Tag nah bei­ein­an­der.

in der nach­spiel­zeit ha­ben Sie durch ei­ne grät­sche ei­nen Vik­to­ri­aspie­ler ge­stoppt, der al­lein aufs Tor zu­lief. Ha­ben Sie in der Si­tua­ti­on nach­ge­dacht?

Ich war am En­de mei­ner Kräf­te und hat­te die Si­tua­ti­on im Nach­gang gar nicht mehr im Ge­dächt­nis. Auf dem Feld ha­be ich nur ver­sucht, mei­ne Ar­beit zu ver­rich­ten, war to­tal fo­kus­siert. In Er­in­ne­rung blieb, wie da­nach al­le Däm­me ge­bro­chen sind.

Wie schät­zen Sie die Aus­gangs­la­ge beim be­vor­ste­hen­den Du­ell ge­gen Vik­to­ria Köln ein?

Was vor zwei Jah­ren pas­siert ist, in­ter­es­siert heu­te kei­nen mehr. Wir fah­ren dort mit ei­nem Sieg im Rü­cken hin. Wir tref­fen auf ei­ne fuß­bal­le­risch star­ke Mann­schaft und wer­den al­les da­ran set­zen, auch dort Punk­te zu ent­füh­ren. Für uns ist es wie ein Po­kal­spiel ge­gen ei­nen star­ken Geg­ner.

War der Mann­schaft an­zu­mer­ken, dass nach dem ers­ten Sieg ei­ne Last ab­ge­fal­len ist?

Der Un­ter­schied war zu spü­ren. Er­folg schweißt zu­sam­men. Wir sind an­ders in die Wo­che hin­ein ge­kom­men und müs­sen trotz­dem hart ar­bei­ten, weil nur we­nig Vor­be­rei­tungs­zeit bleibt.

Sie sind seit ei­nem Mo­nat zu­rück in Je­na. Ha­ben Sie den Schritt be­reut?

Nein, ab­so­lut nicht. Trotz der ers­ten Er­geb­nis­se ist es ei­ne tol­le Auf­ga­be, ei­ne Mann­schaft in der drit­ten Li­ga be­treu­en zu kön­nen.

gibt ih­nen der Sieg neue Hoff­nung auf den Klas­sen­er­halt?

Wir sind her ge­kom­men, um die Chan­ce zu nut­zen, die es im­mer im Fuß­ball gibt. Klar ist es schön, dass wir nun den ers­ten Sai­son­sieg ein­ge­fah­ren ha­ben. Auf lan­ge Sicht wis­sen wir aber, dass uns noch ganz, ganz vie­le St­ei­ne im Weg lie­gen. Wir ha­ben noch viel Ar­beit vor uns.

FOTO: TI­NO ZIP­PEL

Re­né Kling­beil (links) ist der Co-trai­ner von Ri­co Sch­mitt

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