Stadt we­gen Na­zi-Kon­zert vor Ge­richt

Mag­da­la droht ju­ris­ti­sche Schlap­pe

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - THÜRINGEN - Von Fa­bi­an Klaus

In zwei­ter In­stanz droht der Stadt Mag­da­la ei­ne ju­ris­ti­sche Schlap­pe. Am Land­ge­richt Er­furt ist die Be­ru­fung des Rechts rock kon­zert Ver­an­stal­ters Stef­fen Rich­ter ver­han­delt wor­den.

Der ging da­ge­gen vor, dass die Stadt im ver­gan­ge­nen Jahr die Nut­zung ei­nes Feld­we­ges un­ter­sagt hat­te, der zen­tral für das Er­rei­chen des Ackers ge­we­sen wä­re, auf dem sei­ne zwei­tä­gi­ge Ver­an­stal­tung statt­fin­den soll­te. Die Stadt er­wirk­te ei­ne einst­wei­li­ge Ver­fü­gung vor dem Amts­ge­richt Wei­mar – die Ver­an­stal­tung in Mag­da­la war da­mit vom Tisch. Das Kon­zert wur­de in die Kreis­stadt Apol­da ver­legt, wo es zu teils hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen rechts­ex­tre­mis­ti­schen Kon­zert be­su­chern und der Po­li­zei kam.

Ge­gen die Ver­hin­de­rung der Ver­an­stal­tung in Mag­da­la zog wie­der­um Rich­ter vor Ge­richt und woll­te das per einst­wei­li­gem Rechts­schutz ver­häng­te Nut­zungs­ver­bot des Feld­we­ges kip­pen. Vor dem Wei­ma­rer Amts­ge­richt ver­lor er, jetzt deu­tet sich an, dass er vor dem Land­ge­richt Er­furt Recht be­kom­men könn­te – zu­min­dest dann, wenn die Kam­mer am 4. Ju­li das ver­kün­det, was sie ges­tern beim Ver­hand­lung st er min an­ge­deu­tet hat. Da er­klär­te Rich­ter Chris­ti­an von Frie­sen: „Es geht nicht um den Wil­len der Ge­mein­de son­dern dar­um, was sich in der Öf­fent­lich­keit dar­stell­bar aus den Um­stän­den her­aus er­gibt.“

Das be­deu­tet: Die Ge­mein­de ha­be in der Ver­gan­gen­heit die Nut­zung des We­ges ge­stat­tet – aus Sicht der Kam­mer per­ma­nent. Dem­nach hät­te sie die Nut­zung für die Be­su­cher des Rechts rock kon­zerts auch nicht ver­bie­ten dür­fen. Mag­da­las Bür­ger­meis­ter Ma­rio Haß­karl (CDU) zeigt sich über die Ar­gu­men­ta­ti­on ver­wun­dert. Schließ­lich ha­be die Ge­mein­de in der Ver­gan­gen­heit le­dig­lich zwei Bau­ern, die ih­re an­lie­gen­den Fel­der dar­über er­rei­chen woll­ten, die Nut­zung des We­ges er­laubt.

Rechts­an­walt Andre­as Wöl­fel,d er­den Kon­zert ver­an­stal­ter ver­tritt, wirft dem Bür­ger­meis­ter in­des vor, die spä­te einst­wei­li­ge Ver­fü­gung und da­mit ein­her­ge­hen­de Ver­hin­de­rung der Ver­an­stal­tung ge­plant zu ha­ben. „Ich bin nach wie vor da­von über­zeugt, dass das gan­ze ein plan­mä­ßi­ges Vor­ge­hen war“, sag­te er. Haß­karl ha­be im Vor­feld bei ei­nem Orts­ter­min und ei­nem Ko­o­pe rat ions ge­spräch aus­rei­chend Ge­le­gen­heit ge­habt, Ar­gu­men­te für ein Ver­bot der Weg nut­zung vor­zu­brin­gen. Der Bür­ger­meis­ter wi­der­spricht die­sen Vor­wurf ve­he­ment und nennt ihn aben­teu­er­lich.

Bür­ger­meis­ter wehrt sich ge­gen Vor­wür­fe

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