Im Ge­samt­pro­porz ab­wä­gen

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - THÜRINGEN -

Zum Leit­ar­ti­kel „Viel­falt im Volk und un­ter den Par­tei­en“(OTZ, 15.6.2019).

Der Leit­ar­ti­kel sieht un­se­re zu­künf­ti­gen Re­gie­run­gen zwangs­läu­fig als Ko­ali­tio­nen. Da­zu bie­ten sich als Ana­lo­gi­en Ehe und Ge­schäfts­fu­si­on mit ih­rem weg­wei­sen­den Ele­ment des Kom­pro­mis­ses an. Doch die­se Mo­del­le sind we­gen ei­nes stö­ren­den Au­ßen­ein­flus­ses, der Wäh­ler­schaft, un­ge­eig­net.

Wenn ei­ne Ko­ali­ti­on nicht heil­los zer­strit­ten sein will, muss sie bis­her die Zu­sam­men­ar­beit su­chen. Doch statt des Farb­kon­trasts ei­nes Ban­ners er­gab sich dar­aus oft das aus un­se­rer Kind­heit be­kann­te Schmutz­ge­men­ge nach Mi­schen von Was­ser­far­ben. Die be­tei­lig­ten Par­tei­en blie­ben für den Wäh­ler erst iden­ti­fi­zier­bar, wenn als Er­geb­nis der Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lung Ge­set­zes­pa­ke­te für die Hälf­te der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode vor­ge­legt wür­den, samt Fi­nan­zie­rung in den ent­schei­den­den Punk­ten aus­ge­formt. Je­des für sich in völ­lig al­lei­ni­ger Ver­ant­wor­tung ei­nes der Re­gie­rungs­part­ner for­mu­liert. Das wä­re dann im Ge­samt­pro­porz ab­zu­wä­gen.

Pro­ve­ni­enz und Pra­xis­taug­lich­keit des Ge­lie­fer­ten weiß der Bür­ger dann zu­zu­ord­nen und zu wür­di­gen. Die Kli­en­tel fin­det sich wie­der, nie­mand muss sich ver­bie­gen, und Po­li­tik könn­te wie­der kan­ti­ger sein.

Lud­wig Klein, Bad Klos­ter­laus­nitz

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