Geld­ab­he­ben am Schal­ter darf ex­tra kos­ten

Ban­ken müs­sen ih­re Ge­büh­ren je­doch ge­nau be­grün­den kön­nen, for­dert der Bun­des­ge­richts­hof

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - WIRTSCHAFT - FO­TO: FRANK MAY/DPA PA

Karls­ru­he.

Ban­ken und Spar­kas­sen dür­fen von ih­ren Kun­den fürs Ab­he­ben und Ein­zah­len am Schal­ter grund­sätz­lich ei­ne Ex­tra-Ge­bühr kas­sie­ren. Die­se darf aber nur so hoch sein wie die tat­säch­li­chen Kos­ten, ent­schied der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) in Karls­ru­he am Diens­tag. Ver­langt die Bank mehr, ist die Klau­sel im Preis­ver­zeich­nis un­wirk­sam (Az. XI ZR 768/17).

Das Ur­teil be­deu­tet für Kun­den ei­ne Ver­schlech­te­rung. Seit der Um­set­zung ei­ner EU-Richt­li­nie 2009 darf für je­den Zah­lungs­dienst ein Ent­gelt ver­langt wer­den. Da­zu ge­hör­ten Ein- und Aus­zah­lun­gen, er­läu­ter­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Jür­gen El­len­ber­ger. Ein Ver­bot von Ex­traGe­büh­ren sei da­mit nicht ver­ein­bar. Ei­ne an­de­re Vor­schrift, die seit 2014 im Bür­ger­li­chen Ge­setz­buch steht, er­mög­licht es Ge­rich­ten je­doch, die Hö­he der Schal­ter­ge­bühr zu kon­trol­lie­ren. Zu­läs­sig ist da­nach ein Ent­gelt, das nicht „über die Kos­ten hin­aus­geht, die dem Un­ter­neh­mer durch die Nut­zung des Zah­lungs­mit­tels ent­ste­hen“.

In dem Fall vor dem BGH hat­te die Zen­tra­le zur Be­kämp­fung un­lau­te­ren Wett­be­werbs die Spar­kas­se im schwä­bi­schen Günz­burg ver­klagt. Schal­ter-Bu­chun­gen kos­ten dort je nach Kon­to ei­nen oder zwei Eu­ro. Nur beim teu­ers­ten Gi­ro­kon­to für 14,90 Eu­ro im Mo­nat ist der Ser­vice in­klu­si­ve. An­de­ren Kun­den blei­ben die Au­to­ma­ten. Dort konn­ten sie aber ma­xi­mal 1500 Eu­ro am Tag ab­he­ben. Die Wett­be­werbs­zen­tra­le woll­te durch­set­zen, dass je­der Kun­de auch grö­ße­re Sum­men oh­ne Ab­zü­ge ab­he­ben kann. Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen muss nun prü­fen, ob die Spar­kas­se mit ih­ren Ge­büh­ren tat­säch­lich nur ih­re Kos­ten deckt. Da­bei sei ein sehr stren­ger Maß­stab an­zu­le­gen, so El­len­ber­ger.

Die Deut­sche Kre­dit­wirt­schaft er­klär­te, ei­ne Be­wer­tung sei erst mög­lich, wenn der BGH sei­ne Ent­schei­dungs­grün­de ver­öf­fent­li­che. (dpa)

Kos­ten­los an Bar­geld kom­men vie­le Bank­kun­den nur noch am Au­to­ma­ten.

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