Bür­gel für drei Wo­chen oh­ne Post-Fi­lia­le

N Grund sind of­fen­bar Krank­schrei­bun­gen

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - SAALE-HOLZLAND - Von Flo­ri­an Girwert

Seit et­wa zwei Wo­chen ste­hen in Bür­gel die Kun­den der Post­fi­lia­le ge­gen­über vom Rat­haus vor ver­schlos­se­ner Tür. Le­se­rin Bärbel Nies­wandt hat­te sich bei un­se­rer Zei­tung ge­mel­det und um Auf­klä­rung ge­be­ten, was es mit den Pro­ble­men auf sich hat. „Der Schlen­dri­an soll so nicht wei­ter­ge­hen.“Die hal­be Stadt re­ge sich auf, dass seit 3. Ju­ni kei­ne Post-Di­ens­te an­ge­bo­ten wer­den.

Post-Spre­cher Tho­mas Kutsch ver­si­chert auf Nach­fra­ge, dass ab kom­men­der Wo­che wie­der ge­öff­net ist. Für lan­ge Zeit oh­ne nor­ma­le Post-Fi­lia­le bit­te man die Bür­gel­er um Ent­schul­di­gung. Grund­sätz­lich sei ei­ne vor­über­ge­hen­de Schlie­ßung im­mer das letz­te Mit­tel. Die für die pro­vi­so­ri­sche Fi­lia­le ver­ant­wort­li­che Toch­ter der Post set­ze ih­re Mit­ar­bei­ter an meh­re­ren Stand­or­ten ein. In­of­fi­zi­ell ist zu er­fah­ren, dass of­fen­bar meh­re­re kurz­fris­ti­ge Krank­schrei­bun­gen hin­ter­ein­an­der die Schlie­ßung be­dingt hät­ten. Ab Mon­tag soll wie­der ge­öff­net sein Kutsch be­tont, man sei noch im­mer auf der Su­che nach ei­nem Part­ner, bei dem die Post un­ter­kom­men kön­ne. „Vi­el­leicht kann ein Ge­schäft auf die­sem Weg auch mehr Kun­den ge­win­nen“, so der Post-Spre­cher. Stef­fen Adam hat da sei­ne Zwei­fel. Er be­treibt den ge­gen­über der Post ge­le­ge­nen Zeit­schrif­ten-La­den und nimmt für den Lo­gis­ti­ker GLS Pa­ke­te an. Aus sei­ner Sicht ist der Stand­ort für die Post-Fi­lia­le gut ge­eig­net. Ak­tu­ell fra­gen Kun­den im­mer wie­der nach, ob er Brie­fe an­neh­me -aber oh­ne Er­folg.

Da al­ler­dings hat­te die Post kei­ne Wahl. Bür­gel ist als Gr­und­zen­trum ein­ge­stuft, da­her ist das Un­ter­neh­men ver­pflich­tet, Post­diens­te an­zu­bie­ten. Güns­ti­ger ist die Va­ri­an­te, das über ei­nen Part­ner zu ma­chen – wie bis En­de März die­ses Jah­res im Fach­ge­schäft für kin­der­spe­zi­fi­sche Wa­ren „s-kids“. Des­sen In­ha­be­rin hat­te we­gen zu viel Auf­wand und zu we­nig Er­trag den Ver­trag mit der Post be­en­det. Die Su­che nach ei­nem neu­en Part­ner war er­folg­los ver­lau­fen – al­so hat­te man ei­ne ei­ge­ne Fi­lia­le mit re­du­zier­ten Öff­nungs­zei­ten ge­sucht, in der

Ei­sen­ber­ger Stra­ße 3 ge­fun­den und er­öff­net. Die Kon­di­tio­nen da­für sind ein­heit­lich. „Sonst gibt es Un­frie­den“, so der Post­spre­cher.

Un­frie­den gibt es in der Bür­gel­er Ver­wal­tung noch nicht, Un­mut schon. „Von an­de­ren Di­enst­leis­tern er­war­ten wir auch, dass sie bei Krank­heits­fäl­len wei­ter ar­bei­ten“, sagt Bür­ger­meis­ter Jo­hann Wa­sch­new­ski (CDU). Klap­pe das nicht, müs­se man se­hen, wie die Post zur Ord­nung ge­ru­fen wer­den kön­ne.

Im­mer­hin, Pa­ke­te kön­nen die Bür­gel­er einst­wei­len im DHLPa­ket­shop in der Rewe-Fi­lia­le im Ge­wer­be­ge­biet ab­ho­len und ab­ge­ben. Beim Pa­ket­bo­ten der Post-Toch­ter DHL ist in der Re­gel auch ein For­mu­lar er­hält­lich, wo sich die Abla­ge von Pa­ke­ten im Fall der ei­ge­nen Ab­we­sen­heit. Wer Ein­schrei­ben oder an­de­re Brief­diens­te er­le­digt wis­sen will, muss das we­nigs­tens noch bis ein­schließ­lich an die­sem Sonn­abend an­ders­wo tun – und dar­auf hof­fen, dass das Öff­nungs­ver­spre­chen der Post ein­ge­hal­ten wird.

FO­TO: FLO­RI­AN GIRWERT

Über­gangs­wei­se dicht: Die Post ge­lobt Bes­se­rung und will wie­der öff­nen.

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