Bil­der­kunst aus dem Frei­licht­ate­lier

Ge­bür­ti­ge Herms­dor­fe­rin ge­stal­tet Som­mer­aus­stel­lung in der Ga­le­rie der Mo­ritz-Kli­nik

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - SAALE-HOLZLAND - Von Carola Fr­in­dert

Bad Klos­ter­laus­nitz.

Plei­n­airMa­le­rei heißt Frei­licht­ma­le­rei. Das er­klär­te Bea­tri­ce Ne­u­mann den Be­su­chern, die am Mon­tag zur Ver­nis­sa­ge ih­rer Aus­stel­lung „Land­schaf­ten zwi­schen Ost­see und Harz“in die Ga­le­rie der Mo­ritz-Kli­nik ge­kom­men wa­ren.

Das Ma­len in frei­er Na­tur sei ih­re Lei­den­schaft, gab die 50Jäh­ri­ge sehr of­fen­her­zig Ein­blick so­wohl in den geis­ti­gen als auch in den ganz prak­ti­schen Schaf­fens­pro­zess. Sich mit Son­nen­hut, Feld­staf­fe­lei, Klap­pho­cker und Ma­lu­ten­si­li­en ei­nen vor­nehm­lich ein­sa­men Platz in der Na­tur zu su­chen, er­for­de­re zu­nächst mal kör­per­li­chen Ein­satz. Sich dann an ei­nem mo­tiv­träch­ti­gen Ort ein­zu­rich­ten, zu schau­en, zu skiz­zie­ren, der Krea­ti­vi­tät frei­en Lauf zu las­sen und schließ­lich bis zur Voll­en­dung ei­nes Bil­des drei Stun­den aus­zu­har­ren, emp­fin­de sie da­ge­gen ent­span­nend und mo­ti­vie­rend. Da las­se sie sich auch von Zaun­gäs­ten, wie Rad­fah­rern, Rei­tern, Wan­de­rern, Hun­den oder Flie­gen nicht stö­ren. Und wenn das Wet­ter um­schla­ge, Re­gen aufs Pa­pier trop­fe oder der Wind See­sand auf die noch nas­se Far­be we­he, dann neh­me sie es als Fü­gung, dass die Na­tur an ei­nem Bild mit­ar­bei­te. Die bei­den groß­for­ma­ti­gen Aqua­rel­le „Strand bei Ju­li­us­ruh“sei­en Bei­spie­le da­für, be­rich­te­te die Künst­le­rin, dass es zu je­dem ih­rer Bil­der ei­ne Ge­schich­te ge­be.

Nicht nur mit ih­rer Mal­kunst, auch mit ih­rer Er­zähl­kunst er­warb sich die Künst­le­rin bei den hei­mi­schen Kunst­in­ter­es­sier­ten Sym­pa­thi­en. Stammt sie doch aus Herms­dorf, hat hier Kind­heit und Ju­gend ver­bracht. Un­ter­richt bei Kunster­zie­he­rin Diet­hild Kür­sch­ner, Spe­zia­lis­ten­la­ger mit Zei­chen­leh­rer Wolf­ram We­ge­ner, Zei­chen­zir­kel bei Herrn Ja­co­bi im Pio­nier­haus, Er­wach­se­nen­kur­se im KWH-Kul­tur­haus und das Töp­fern mit Jut­ta Schu­bert – die frü­he Ta­len­tent­fal­tung von Bea­tri­ce Ne­u­mann ist mit be­kann­ten Kul­tur­för­de­rern der Re­gi­on ver­bun­den.

Por­zel­lan­ma­ler­leh­re an der Ma­nu­fak­tur in Mei­ßen, In­dus­trie­de­sign-Stu­di­um an der Hoch­schu­le Burg Gie­bi­chen­stein, Heil­prak­ti­ker­aus­bil­dung an der Pa­ra­cel­sus­schu­le Braun­schweig sind die mar­kan­ten Sta­tio­nen des be­ruf­li­chen Wer­de­gangs, der die Künst­le­rin nach Hil­des­heim führ­te, wo sie bis heu­te lebt und ar­bei­tet. Und zwar zwei­glei­sig, zwei Ta­ge als Pro­dukt­de­si­gne­rin und zwei Ta­ge als Heil­prak­ti­ke­rin. Die Zeit für ih­re Mal­kunst, zu der sie erst in den letz­ten Jah­ren wie­der zu­rück­ge­fun­den hat, nimmt sie sich ganz be­wusst.

Sie las­se sich von der Na­tur lo­cken, bei­spiels­wei­se von ro­ten Mohn­fel­dern, die sie auf der Fahrt zur Mut­ter nach Herms­dorf bei Qued­lin­burg ge­se­hen hat. Und auch die­ses Mal wer­de sie auf der Heim­fahrt in der Ge­gend der his­to­ri­schen Harz­stadt Halt ma­chen, denn dort blü­hen gera­de die Phace­lia-Fel­der.

Wie es die Ma­le­rin ver­mag, ein solch weich-wo­gen­des, blau­vio­let­tes Blü­ten­feld mit Mal­krei­de samt­weich aufs Pa­pier zu brin­gen, kann man in der Aus­stel­lung se­hen. Und ganz wun­der­bar die Un­ter­schie­de zu Acryl­und Aqua­rell­tech­nik er­spü­ren.

Zur Ver­nis­sa­ge lie­fer­te das En­sem­ble Har­fen­klang mit den Veeh-Har­fen­spie­lern Alex­an­dra Kirstein, Bea­te Pfef­fer­korn und Rein­hard Szostak den idea­len Klang­tep­pich für die ge­mal­ten licht- und luft­durch­flu­te­ten Har­mo­ni­en aus Him­mel, Was­ser, St­ei­nen und Ve­ge­ta­tio­nen.

Die Ar­bei­ten aus den wech­seln­den Frei­licht­ate­liers von Bea­tri­ce Ne­u­mann sind die per­fek­te Wahl für die Laus­nit­zer Som­mer­aus­stel­lung, die bis zum 8. Au­gust läuft.

Bea­tri­ce Ne­u­mann am Sams­tag beim Aus­stel­lungs­auf­bau in der Ga­le­rie der Mo­ritz-Kli­nik Bad Klos­ter­laus­nitz. Bis zum . Au­gust zeigt die aus Herms­dorf stam­men­de Künst­le­rin ih­re „Land­schaf­ten zwi­schen Ost­see und Harz“. Fo­tos: Carola Fr­in­dert

Das Veeh-Har­fe­nen­sem­ble stimm­te mit zar­ten Klän­gen auf die Mal­kunst ein.

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