Glas­ar­che an­kert in Rau­schwitz

Kunst­pro­jekt ist für kur­ze Zeit zu­rück in Thü­rin­gen. Som­mer­son­nen­wend­fest an der Ar­che

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - SAALE-HOLZLAND - Von An­ge­li­ka Munteanu

Rau­schwitz. Die ers­ten Zu­schau­er sind ges­tern Zu­falls­gäs­te ge­we­sen – Nach­barn und Zweck­ver­bands­mit­ar­bei­ter, die gera­de in der Nä­he zu tun hat­ten. Für Rau­schwitz ist es ein be­son­de­res Er­eig­nis: Auf ei­ner Wie­se gleich am Orts­ein­gang vom Trotz kom­mend ist die Glas­ar­che 3 vor An­ker ge­gan­gen. Das mo­bi­le Kunst-Pro­jekt für Nach­hal­tig­keit, das be­reits auf der Lan­des­gar­ten­schau in Apol­da be­staunt wer­den konn­te, ist für kur­ze Zeit nach Thü­rin­gen zu­rück­ge­kehrt. Zu­nächst nach Rau­schwitz – dort­hin, wo der Rau­schwit­zer Ket­ten­sä­gen­künst­ler Chris­ti­an Schmidt die rie­si­ge Hand aus Holz ge­schaf­fen hat, die das Boot trägt.

„Bis zum 1. Ju­li wird die Ar­che in Rau­schwitz zu be­sich­ti­gen sein, gut plat­ziert auf der Wie­se an der Lan­des­stra­ße, da­mit je­der, der sie an­schau­en möch­te, den Weg fin­den kann“, sagt Chris­ti­an Schmidt

Ges­tern ge­gen Mit­tag sind das glä­ser­ne Boot und die über­di­men­sio­na­le höl­zer­ne Hand in Rau­schwitz ein­ge­trof­fen. „Den Trans­port von der Lan­des­gar­ten­schau in Fran­ken­berg in Sach­sen, wo die Ar­che ih­re letz­te Sta­ti­on hat­te, hat dan­kens­wer­ter Wei­se die Mörs­dor­fer Fir­ma Schwer­last Wei­se mit dem Kra­n­au­to über­nom­men und kom­plett ge­spon­sert. Un­ter­stüt­zung ha­ben wir auch vom Land­rats­amt er­hal­ten“, freut sich Künst­ler Schmidt.

In Rau­schwitz ist das Boot aus ge­schich­te­ten Glas­plat­ten un­ver­sehrt ge­lan­det. Das Holz der Rie­sen­hand, die das Boot trägt, zeigt mit der Zeit ers­te Ris­se. Für den Holz­künst­ler kein Pro­blem. Sein Werk­zeug hat­te er ges­tern am Kun­st­ob­jekt be­reit, um es für die Be­trach­ter in Rau­schwitz und für die Wei­ter­rei­se An­fang Ju­li auf­zu­ar­bei­ten.

Seit Ju­ni 2016 reist die vom Land­schafts­pfle­ge­ver­ein Mitt­le­res Els­ter­tal ge­schaf­fe­ne Ar­che ganz aus Glas mit ei­ner Län­ge von et­wa fünf Me­tern und ei­nem ge­wicht von 2,9 Ton­nen durch die schöns­ten Na­tur- und Kul­tur­ge­bie­te Mit­tel­deutsch­lands. Die höl­zer­ne Hand da­zu wiegt wei­te­re 3,7 Ton­nen. Auf ih­rer Rei­se durch Wäl­der, ent­lang von Au­en, Flüs­sen und Ber­gen in Sach­sen-An­halt, Sach­sen und Thü­rin­gen macht sie an aus­ge­wähl­ten Sta­tio­nen Halt, um die Men­schen an die Zer­brech­lich­keit der Na­tur und ih­ren Schutz­auf­trag zu er­in­nern. Auf dem Bro­cken hat­te die Ar­che be­reits Sta­ti­on ge­macht und in der Au­to­stadt Wolfs­burg. In Zeitz war sie bei­spiels­wei­se zu Gast und in Dres­den. Wäh­rend der UN-Welt­kli­ma­kon­fe­renz in Ka­to­wice er­fuhr die Glas­ar­che auch in­ter­na­tio­nal ho­he Auf­merk­sam­keit.

In Rau­schwitz wird die Glas­ar­che am Frei­tag im Mit­tel­punkt ei­nes Fes­tes zur Som­mer­son­nen­wen­de ste­hen. „Wir hof­fen, dass da­zu vie­le kul­tur­in­ter­es­sier­te Gäs­te kom­men“, sagt Chris­ti­an Schmidt im Na­men des Ver­eins Rau­schwit­zer Holz­kunst als Aus­rich­ter des Fes­tes. Für den of­fi­zi­el­len Teil sei­en Thü­rin­gens Um­welt­mi­nis­te­rin An­ja Sie­ges­mund (Grü­ne) und Land­rats Andre­as Hel­ler (CDU) als För­de­rer des Ar­che-Pro­jek­tes ein­ge­la­den. Ab 19 Uhr wird dann ge­müt­lich auf der Wie­se am Orts­ein­gang ge­fei­ert bei Mu­sik und küh­len Ge­trän­ken.

Nach dem 1. Ju­li wird die Glas­ar­che wei­ter­rei­sen – zu­nächst nach Je­na und da­nach zu wei­te­ren Sta­tio­nen in Thü­rin­gen. „An­schlie­ßend wird sie Deutsch­land ver­las­sen und für lan­ge Zeit nicht zu­rück­keh­ren“, weiß Chris­ti­an Schmidt. In­ter­na­tio­na­le Sta­tio­nen sol­len dann bei­spiels­wei­se Wi­en und En­g­land sein.

Kunst­pro­jekt für Na­turund Kli­ma­schutz

FO­TO: CHRIS­TI­AN SCHMIDT

Sach­sen nach Thü­rin­gen.

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