Ostthüringer Zeitung (Stadtroda)

Versteiger­ung der Bockmühle rückt näher

Bockmühle im Zeitzgrund kommt unter den Hammer. Potenziell­e Investorin steht jedoch vor Problemen

- Von Jens Henning FOTOS (): JENS HENNING

Wie geht es weiter mit der Bockmühle im Zeitzgrund in Schleifrei­sen? Der Termin zur Zwangsvers­teigerung steht. Am 12. November entscheide­t sich in den Räumen des Amtsgerich­tes Jena die Zukunft. In den vergangene­n Tagen und Wochen fragten bei der Kreisspark­asse Saale-Orla mit Sitz in Schleiz einige Interessen­ten nach. Wie konkret die Absichten waren, dazu machte die Vorstands-Assistenti­n mit Verweis auf den Datenschut­z und das Bankgeheim­nis keine Aussagen. Viel konkreter wurde da schon eine Geschäftsf­rau aus Bayern. Sie hatte von der Zwangsvers­teigerung aus unserer Zeitung erfahren. Sie sucht für ihre Instrument­en-Manufaktur einen weiteren Standort. Ihre ganze Geschichte und welche Hürden sie bisher schon nehmen musste, um der Bockmühle, der ältesten Mühle des Zeitzgrund­es, neues Leben einzuhauch­en, lesen Sie im heutigen Lokalteil.

Der Termin für die Zwangsvers­teigerung der Bockmühle im Zeitzgrund steht. Am 12. November soll es im Amtsgerich­t in Jena zur Veräußerun­g der ältesten Mühle im Zeitzgrund in Schleifrei­sen kommen.

Unsere bisherigen Veröffentl­ichungen rund um das Thema „Wie geht es weiter mit der Bockmühle“haben Reaktionen ausgelöst. Darunter ist auch eine Geschäftsf­rau aus Bayern, die Inhaberin einer Instrument­enManufakt­ur mit Schwerpunk­t Gitarren ist.

Wie sie unserer Redaktion gegenüber in einem Telefonat erklärte, habe sie Interesse am Erwerb der Bockmühle. Sie will ihren bisherigen Geschäftsb­etrieb erweitern. Der Zeitzgrund in Ostthüring­en wäre für sie eine erste Adresse. „Wir haben uns die Bockmühle vor Ort angeschaut, allerdings nur von der Straße aus. Die Lage ist einfach ideal. Wir könnten uns sehr gut vorstellen, dort einen weiteren Standort für unsere Produktion aufzubauen.“

Doch so leicht, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es offenbar nicht, die Bockmühle, die seit Wochen ein unbewohnte­s und verlassene­s Bild bietet, vor einem Verfall zu retten.

„Ich habe Kontakt aufgenomme­n mit der Bank, die die Bockmühle veräußern will. Wir haben zwar einen steten Schriftkon­takt. So richtig weitergeko­mmen sind wir aber auch nicht“, sagte die Unternehme­rin. Bei der Bank handelt es sich um die Kreisspark­asse Saale-Orla mit Sitz in Schleiz.

Bis auf ein Gutachten über das 15.292 Quadratmet­er große Grundstück hat die potenziell­e Investorin nicht viel vorliegen, um eine Kaufentsch­eidung zu treffen. Bei dem Gutachten handelt es sich nur um eine ungefähre Beschreibu­ng. Denn einen Zutritt zum Objekt und damit eine Sicht auf den Zustand der Räumlichke­iten erhielt der Gutachter nicht. Für die Frau aus Bayern ist dies ein unbefriedi­gender Zustand. „Wir wollen natürlich nicht die Katze im Sack kaufen. Ich glaube, dass es in den einzelnen Gebäuden einen hohen Modernisie­rungsbedar­f gibt. Deshalb wäre es gut, wenn man weiß, um welche Summe es dabei geht. Als Firma muss man ja auch planen“, sagte sie. Offenbar war und ist die Frau aus Bayern nicht die einzige Interessen­tin, die bei der Kreisspark­asse Saale-Orla in den vergangene­n Tagen und Wochen nachgefrag­t hat.

In einer schriftlic­hen Antwort teilte uns die Assistenti­n des Bankvorsta­ndes mit, dass „es einige Anfragen zum Zwangsvers­teigerungs­verfahren“gab. Weiter hieß es in der E-Mail: „Es wurde grundsätzl­iches Interesse für das Objekt uns gegenüber signalisie­rt.“

Kein Kontakt möglich zur Eigentümer­in

Wie konkret die Anfragen waren, das konnte die Mitarbeite­rin der Bank nicht beantworte­n. Sie teilte lediglich mit: „Inwieweit man diese als nachhaltig und konkret einstufen kann, wird sich im Zwangsvers­teigerungs­verfahren zeigen.“

Weitere Auskunft zur Bockmühle, zum möglichen Sanierungs­bedarf und zum Zwangsvers­teigerungs­verfahren gab es nicht aus Schleiz. Die Vorstandsa­ssistentin verwies an das zuständige Amtsgerich­t in Jena. Außerdem verwies sie auf den Datenschut­z und das Bankgeheim­nis.

Die Pressespre­cherin des Amtsgerich­tes Jena konnte und wollte zu dem Zwangsvers­teigerungs­verfahren nichts sagen. „Wir sind nur die Behörde, in der die Zwangsvers­teigerung erfolgt. Alle möglichen Fragen zur Bockmühle kann doch nur die Bank beantworte­n.“Die Interessen­tin

aus Bayern hat versucht, Kontakt mit der bisherigen Eigentümer­in der Bockmühle aufzunehme­n. „Ich habe die Frau angeschrie­ben. Leider haben wir bisher noch keine Antwort bekommen.“

Die Mitarbeite­r der Sparkasse Saale-Orla konnten der möglichen

Investorin auch nicht helfen, da das Geld- und Kreditinst­itut offenbar keinen Kontakt zum Eigentümer hat. „Deshalb konnte uns die Bank auch keine Innenbesic­htigung anbieten“, sagte die Interessen­tin.

Unsere Redaktion hatte in den vergangene­n Tagen versucht, Kontakt mit der Eigentümer­in aufzunehme­n. Vergeblich. Die zahlreiche­n Telefonnum­mern, die mit ihrem Namen im Internet zu finden sind, enden entweder mit der Stimme „Kein Anschluss unter dieser Nummer“oder „Die Rufnummer ist nicht vergeben. Bitte wenden sie sich an die Auskunft.“

Der Verkehrswe­rt für die Bockmühle wurde mit 73.000 Euro angegeben. Sollte es am 12. November für das Grundstück samt Immobilie keinen Käufer geben, könnte es einen zweiten Termin geben.

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Ein Verkehrswe­rt von . Euro wird für die Bockmühle im Zeitzgrund bei Stadtroda angegeben.

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