Oh­ne Prü­fung für den Ab­schluss geht es nicht

Schü­ler frei­er Schu­len kom­men, an­ders als die in staat­li­chen Schu­len, auch in Co­ro­na-zei­ten nicht um ein Ex­amen her­um

Ostthüringer Zeitung (Zeulenroda-Triebes) - - Thüringen - Von Si­byl­le Gö­bel

An­ders als bei staat­li­chen oder staat­lich an­er­kann­ten Schu­len hat Thü­rin­gen die Prü­fun­gen für Schu­len in frei­er Trä­ger­schaft nicht co­ro­nabe­dingt an­pas­sen kön­nen. Mit die­ser Aus­sa­ge re­agiert das Thü­rin­ger Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um auf den Vor­wurf von El­tern, die Freie Schu­le Re­gen­bo­gen in Er­furt wer­de bei Prü­fun­gen un­ge­recht be­han­delt.

Der Vor­wurf ent­zün­de­te sich dar­an, dass Schü­lern die­ser Schu­le die münd­li­chen Prü­fun­gen für den Qua­li­fi­zier­ten Haupt­schul­ab­schluss an­ders als ih­ren Al­ters­ge­fähr­ten an staat­li­chen Schu­len nicht er­las­sen wer­den. „Macht et­wa Co­ro­na ei­nen gro­ßen Bo­gen um die frei­en Schu­len?“, frag­ten El­tern.

Das Mi­nis­te­ri­um in­des weist die Vor­wür­fe zu­rück. Ei­ne Un­gleich­be­hand­lung sei schlicht un­ver­meid­bar: Streb­ten Schü­ler von frei­en Schu­len, die kei­ne staat­li­che An­er­ken­nung wol­len, näm­lich ei­nen staat­li­chen und bun­des­weit an­er­kann­ten Ab­schluss an, müss­ten sie ge­ne­rell ei­ne Ex­ter­nen­prü­fung an ei­ner staat­li­chen Schu­le ab­le­gen. „Das da­durch er­ziel­te Zeug­nis ent­hält aus­schließ­lich die bei die­ser Prü­fung er­ziel­ten No­ten“, stellt ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher da­zu klar. An staat­li­chen oder staat­lich an­er­kann­ten Schu­len sei­en hin­ge­gen we­gen der Co­ro­na-pan­de­mie die Prü­fungs­plä­ne an­ge­passt wor­den, weil dort ge­währ­leis­tet sei, dass die Schü­ler „aus­sa­ge­kräf­ti­ge Jahr­gangs­zeug­nis­se ha­ben und auch ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Ab­schluss­zeug­nis un­ter Ein­be­zie­hung der im Ab­schluss­schul­jahr er­brach­ten Vor­no­ten mög­lich ist“.

An­ders sä­he es bei den Ex­ter­nen aus: Bei ih­nen wä­re ein aus­sa­ge­fä­hi­ges Ab­schluss­zeug­nis nicht ge­ge­ben, weil beim Weg­fall der Prü­fung auch ei­ne von oh­ne­hin nur sehr we­ni­gen No­ten weg­fie­le. Da­mit wür­de auch der Aus­sa­ge­wert des Zeug­nis­ses „dras­tisch sin­ken“. Thü­rin­gen sei aber nach dem so­ge­nann­ten Ham­bur­ger Ab­kom­men von 1964 auf ei­nen be­stimm­ten Prü­fungs­stan­dard ver­pflich­tet, da­mit die Län­der die Ab­schlüs­se ge­gen­sei­tig an­er­ken­nen.

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