Wel­fen­schatz be­schäf­tigt obers­tes Us-ge­richt

Es geht dar­um, wem die gol­de­nen Re­li­qui­en ge­hö­ren. Für die deut­sche Jus­tiz kommt die Fra­ge zu spät

Ostthüringer Zeitung (Zeulenroda-Triebes) - - Kultur & Freizeit -

Der jah­re­lan­ge Streit zwi­schen Nach­fah­ren jü­di­scher Kunst­händ­ler und der Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz um den Wel­fen­schatz be­schäf­tigt nun auch den Su­pre­me Court der USA. Das obers­te Bun­des­ge­richt kün­dig­te an, sich mit dem Fall zu be­fas­sen. Die von Bund und Län­dern ge­tra­ge­ne Ber­li­ner Stif­tung will ge­klärt wis­sen, ob Us-ge­rich­te für den Fall über­haupt zu­stän­dig sind.

Der Wel­fen­schatz um­fasst kost­ba­re Al­tar­auf­sät­ze, Schmuck­kreu­ze und Schrei­ne aus dem Braun­schwei­ger Dom. Die Gold­schmie­de­ar­bei­ten aus dem 11. bis 15. Jahr­hun­dert

ge­lang­ten 1671 in den Be­sitz des Wel­fen­hau­ses. Die Stif­tung hat die 44 der ur­sprüng­lich 82 Ob­jek­te seit der Nach­kriegs­zeit in ih­rer Ob­hut.

Das Land Berlin hat den Wel­fen­schatz im Jahr 2015 zu na­tio­nal wert­vol­lem Kul­tur­gut er­klärt. Da­mit ist ei­ne Aus­fuhr aus Deutsch­land nur noch mit Ge­neh­mi­gung der Bun­des­re­gie­rung mög­lich.

Im Ver­fah­ren geht es um 42 der Gold­re­li­qui­en. Die Nach­fah­ren der frü­he­ren Be­sit­zer ge­hen da­von aus, dass die Ob­jek­te ih­ren Vor­fah­ren von den Na­zis nur schein­bar le­gal weg­ge­nom­men wur­den.

Die Re­sti­tu­ti­on wur­de erst­mals vor zwölf Jah­ren ge­for­dert. Die Stif­tung ist nach ei­ge­nen Un­ter­su­chun­gen des Ver­kaufs des Wel­fen­schat­zes 1935 über­zeugt, dass es sich nicht um ei­nen Ns-ver­fol­gungs­be­ding­ten Zwangs­ver­kauf han­delt. Die Be­ra­ten­de Kom­mis­si­on für Nsrück­ga­ben hat­te die­se Po­si­ti­on 2014 be­stä­tigt.

Nach deut­schem Recht wä­re ein Ver­fah­ren we­gen Ver­jäh­rung nicht mög­lich. Die Er­ben klag­ten vor dem District Court in Washington, der ei­ne Zu­stän­dig­keit für ein Ver­fah­ren ge­gen die Stif­tung er­kann­te. Die Be­ru­fung da­ge­gen wur­de ab­ge­lehnt. Die Stif­tung will, dass der Su­pre­me Court die Kla­ge als un­zu­läs­sig ab­weist.

Die Stif­tung will für den Fall, dass ei­ne Zu­stän­dig­keit von Us-ge­rich­ten er­kannt wer­den soll­te, auch ge­klärt wis­sen, ob die Strei­tig­keit den­noch bes­ser vor ei­nem deut­schen Ge­richt aus­zu­tra­gen ist. Stif­tungs­prä­si­dent Her­man Par­zin­ger be­grüß­te die Ent­schei­dung des Ge­richts in Washington. Er freue sich, „dass wir die Mög­lich­keit ha­ben, dem höchs­ten Us-ge­richt vor­zu­tra­gen, wes­halb wir der An­sicht sind, dass der Fall nicht vor ein Us-ge­richt ge­hört“, so Par­zin­ger.

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