Letz­te Aus­fahrt Hei­den­heim: Wer­der muss die Kur­ve krie­gen

Nach der Null­num­mer im Hin­spiel der Fuß­ball-re­le­ga­ti­on darf Bre­men am Mon­tag nicht ver­lie­ren

Ostthüringer Zeitung (Zeulenroda-Triebes) - - Sport - Von Andre­as Frank

1. Lc6! Weiß setzt ei­nen ele­gan­ten Schluss­punkt. Auf das er­zwun­ge­ne 1. … Dxc6 folgt 2. Dxe6+ Le7 3. Dxg6+ und Weiß ver­bleibt mit ei­ner Mehr­fi­gur. Schwarz gab da­her auf.

Wer Eli­sa­beth Pähtz li­ve ver­fol­gen und von ihr ler­nen möch­te: gibt es im In­ter­net

twitch.tv/eli­sa­beth­paehtz

21 Uhr je­den Di­ens­tag

El­lis Lehr­stun­de:

Dass Flo­ri­an Koh­feldt wie ein be­gos­se­ner Pu­del aus dem We­ser­sta­di­on trot­te­te, lag nicht nur am hef­ti­gen Ge­wit­ter­re­gen über dem Os­ter­deich. Denn der Au­ßen­sei­ter 1. FC Hei­den­heim hat­te die Pro­fis von Wer­der Bre­men beim tor­lo­sen Re­mis pha­sen­wei­se ganz schön nass ge­macht. Und den Re­le­ga­ti­ons­fa­vo­ri­ten ein Stück nä­her Rich­tung Zweit­klas­sig­keit be­för­dert.

Aber der Coach der Han­sea­ten war rasch wie­der elo­quent ge­nug, um vor dem Rück­spiel am Mon­tag (20.30 UHR/DAZN und Ama­zon Pri­me) auf die aus sei­ner Sicht we­ni­gen er­freu­li­chen Din­ge hin­zu­wei­sen. „Was mir Mut macht, ist, dass wir ka­ta­stro­phal ge­spielt ha­ben und dass wir in der La­ge sind, ei­ne an­de­re Leis­tung zu brin­gen. Dies­mal war sie rich­tig schlecht“, sag­te der 37Jäh­ri­ge. Und: „Es ist Halb­zeit, es steht 0:0.“

Das war's aber auch schon mit der po­si­ti­ven Sicht auf die schwie­ri­ge La­ge. Schließ­lich konn­ten die Schwa­ben elf ih­rer 17 Heim­spie­le ge­win­nen, nur Zweit­li­ga-meis­ter Ar­mi­nia Bie­le­feld kas­sier­te im hei­mi­schen Sta­di­on we­ni­ger Ge­gen­tref­fer. Und sie freu­en sich un­bän­dig auf ihr „Fi­na­le da­ho­am“. Ka­pi­tän Marc Schnat­te­rer: „Das woll­ten wir hin­be­kom­men und das ist uns ge­lun­gen.“

Da­bei war für die Gäs­te an der We­ser so­gar mehr drin. Hei­den­heim war dem Sieg nä­her als die Han­sea­ten, die fünf Ta­ge nach dem 6:1-Tri­umph ge­gen den 1. FC Köln in al­te, über­wun­den ge­glaub­te Ver­hal­tens­mus­ter zu­rück­fie­len. Den­noch

hat­te Koh­feldt sei­nen Hu­mor nicht kom­plett ver­lo­ren.

„Ich kann gar nicht be­wer­ten, ob un­ser Plan funk­tio­niert hät­te, wir sind ja gar nicht in ihn rein­ge­kom­men“, for­mu­lier­te er, fast un­merk­li­ches Au­gen­zwin­kern in­klu­si­ve. Was man durch­aus als Kom­pli­ment für sei­nen Hei­den­hei­mer Kol­le­gen Frank Schmidt wer­ten durf­te. Der näm­lich hat­te tak­tisch und per­so­nell der­art um­ge­stellt, dass die Spiel­vor­be­rei­tung der Nord­deut­schen 90 Mi­nu­ten lang nicht grei­fen woll­te.

Die Eu­pho­rie im Hei­den­hei­mer Team war Holger San­wald nicht so ganz ge­heu­er. „0:0 ist ein sehr gu­tes, aber auch ein ge­fähr­li­ches Er­geb­nis. Ein Tor kann uns rei­chen, aber wir brau­chen eben zwei, wenn Bre­men trifft“, rech­ne­te der Klub­chef vor. In­mit­ten der klei­nen Hei­den­hei­mer En­tou­ra­ge, die in der na­he­zu lee­ren Bre­mer Are­na mit Kuh­glo­cke und Trö­te für ein we­nig Stim­mung sorg­te, ge­noss er den cou­ra­gier­ten Auf­tritt sei­ner Pro­fis und ver­sprach, dass es im Rück­spiel dann noch mehr Kuh­glo­cken ge­ben soll.

St­e­i­nitz – Minck­witz, Ba­denba­den 1870, Schwarz am Zug

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