Ostthüringer Zeitung (Zeulenroda-Triebes)

Degenkolb als „Sieger der Herzen“

Geraer Radprofi spurtet auf Rang zwei

-

John Degenkolb nannte sich am Tv-mikrofon selbst „den Sieger der Herzen“, die passenden Bilder lieferte der Radsport-routinier im Ziel: Enttäuscht und überwältig­t kamen Degenkolb bei Eschborn-frankfurt die Tränen, der 32 Jahre alte Lokalmatad­or ließ sich von seiner Mama trösten. „Der zweite Platz ist der erste Verlierer. Das war schon immer so. Wir sind Rennfahrer durch und durch“, sagte Degenkolb, der wie 2019 Zweiter wurde, im Hessischen Rundfunk. Damals besiegte ihn Landsmann Pascal Ackermann, diesmal war es der Belgier Jasper Philipsen.

„Das bedeutet mir sehr viel. Das ist ein super wichtiges Rennen“, sagte der Tagessiege­r nach 187,5 km, die er beim Finale in der Frankfurte­r Innenstadt als Sieger beendete. Beim Zweitplatz­ierten Degenkolb sah die Gefühlslag­e anders aus. Der Sieger von 2011 schlug mit seinem Vorderrad verärgert auf die Straße und wollte erst nach einer kurzen Pause sprechen. „Der Druck war groß. Doch allen bewiesen zu haben, dass man es noch kann, ist aller Ehren wert. Aber die Emotionen waren direkt da, dass es in Anführungs­zeichen nur der zweite Platz ist“, sagte „Dege“. Es sei gerechtfer­tigt, „auch mal eine Träne zu vergießen“. Für Sprintstar und Titelverte­idiger Ackermann reichte es diesmal trotz mühevoller Vorbereitu­ng nur zum fünften Platz.

„Wir haben hoch gepokert mit der großen Gruppe. Zum Schluss ist es nicht das Ergebnis geworden, das wir gewollt haben“, sagte Borahansgr­ohe-teamkolleg­e Nils Politt, der als Anfahrer für den 27 Jahre alten Ackermann fungieren sollte. Rang drei ging an Norwegens Alexander Kristoff, der 2014, 2016, 2017 und 2018 gesiegt hatte.

Newspapers in German

Newspapers from Germany