Flüs­se, Was­ser­fäl­le und Se­en

Was­ser ist mit sei­nen Be­we­gun­gen und Spie­ge­lun­gen ein idea­les Ele­ment in Land­schafts­fo­tos. Ler­nen Sie vier neue kom­po­si­to­ri­sche An­sät­ze ken­nen.

Outdoor Fotografie - - Grundlagen -

Von ei­nem ru­hi­gen See bis zu ei­nem to­sen­den Was­ser­fall: Was­ser kann den Cha­rak­ter ei­nes Land­schafts­fo­tos dra­ma­tisch ver­än­dern. Ler­nen Sie hier vier Me­tho­den ken­nen, die un­ter­schied­lichs­ten Stim­mun­gen ein­zu­fan­gen.

Ge­rin­ge Schärf­en­tie­fe

Die Ver­wen­dung ei­nes Weit­win­kel­ob­jek­tivs mit ge­schlos­se­ner Blen­de (wie f/16) er­zeugt zwar die ty­pi­sche gro­ße Schärf­en­tie­fe, ist aber nicht der ein­zi­ge Weg für Land­schafts­auf­nah­men. Ei­ne ge­rin­ge Schärf­en­tie­fe hin­ge­gen kann den Bil­dern ei­nen ganz an­de­ren Look ver­lei­hen.

Am bes­ten funk­tio­niert die­se Her­an­ge­hens­wei­se, wenn sich ein Ele­ment wie ei­ne Blu­me, ein Fel­sen oder ein Baum im Vor­der­grund be­fin­det, weil dies dem Bild ei­nen Be­zugs­punkt ver­leiht.

Wäh­len Sie ei­ne of­fe­ne Blen­de wie f/4, und fo­kus­sie­ren Sie auf ein Ob­jekt, das sich nah an der Ka­me­ra be­fin­det. Je wei­ter der Hin­ter­grund vom Ob­jekt ent­fernt liegt, des­to un­schär­fer wird er ab­ge­bil­det.

Auf Wass er­e­be­ne

Wir al­le sind an Land­schafts­fo­tos aus der üb­li­chen Au­gen­hö­he ge­wöhnt, des­halb kann et­was ganz Sim­ples wie der Wech­sel in ei­ne hö­he­re oder nied­ri­ge­re Per­spek­ti­ve die Bild­wir­kung kom­plett ver­än­dern.

Wenn Sie Was­ser fo­to­gra­fie­ren, soll­ten Sie sich so nah wie mög­lich der Was­ser­ober­­flä­che nä­hern: So ge­win­nen Sie nicht nur ei­ne neue Per­spek­ti­ve, son­dern ver­stär­ken auch die Wir­kung even­tu­el­ler Re­fle­xio­nen auf der Was­ser­ober­flä­che.

Un­ter der Ober­flä­che

Sie kön­nen auch noch ei­nen Schritt wei­ter ge­hen und mit ei­nem Ein­tau­chen ins Was­ser ei­nen ganz an­de­ren Look er­rei­chen. An­statt voll­stän­dig un­ter­zu­tau­chen, po­si­tio­nie­ren Sie die Ka­me­ra so, dass so­wohl ober- als auch un­ter­halb des Was­ser­spie­gels et­was zu se­hen ist, was für un­ge­wöhn­li­che und dra­ma­ti­sche Per­spek­ti­ven sor­gen kann.

Was­ser und teu­res Equip­ment pas­sen nicht wirk­lich gut zu­sam­men, al­so müs­sen Sie für ei­nen gu­ten Was­ser­schutz sor­gen (sie­he Kas­ten auf der nächs­ten Sei­te). An­stel­le ei­nes teu­ren Un­ter­was­ser­ge­häu­ses ha­ben wir al­ler­dings ein güns­ti­ges Aqua­ri­um ver­wen­det. Ob­wohl es et­was ner­ven­auf­rei­bend sein kann, das Be­cken samt Ka­me­ra ein­zu­tau­chen, ist es ei­ne recht si­che­re An­ge­le­gen­heit, wenn Sie es vor­ab auf Un­dicht­ig­kei­ten prü­fen.

Für die un­ten links ge­zeig­te Auf­nah­me ha­ben wir zu­sätz­lich ei­nen zwei­stu­fi­gen Grau­ver­laufs­fil­ter ver­wen­det, um ei­ne aus­ge­wo­ge­ne­re Be­lich­tung des Land­schafts- und Un­ter­was­ser­be­reichs zu er­hal­ten. Die ma­nu­el­len Ein­stel­lun­gen ha­ben wir vor­ge­nom­men, be­vor wir die Ka­me­ra in das Be­cken ge­setzt ha­ben. Ein Fern­aus­lö­ser ver­ein­fach­te die Aus­lö­sung.

„An­stel­le ei­nes teu­ren Un­ter­was­ser­ge­häu­ses ha­ben wir ein ein­fa­ches Aqua­ri­um ver­wen­det.“

Die­se Tech­nik eig­net sich aber nur für ru­hi­ges Was­ser. Wel­len ma­chen es fast un­mög­lich, das Aqua­ri­um in der Waa­ge zu hal­ten, und Was­ser­spu­ren auf der Vor­der­sei­te des Be­ckens wä­ren spä­ter sicht­bar. Ei­ne Schritt-für-schritt-an­lei­tung mit wei­te­ren Tipps fin­den Sie ab Sei­te 114.

Hoch­kant-pan­ora­men

Die klas­si­schen quer­for­ma­ti­gen Pan­ora­men ken­nen wir al­le gut, aber Flüs­se und Was­ser­fäl­le pas­sen sel­ten in die­ses For­mat. Statt­des­sen funk­tio­nie­ren Hoch­kan­tPan­ora­men hier ide­al.

Die ein­fachs­te Me­tho­de be­steht da­rin, hoch­kant zu fo­to­gra­fie­ren und das Bild nach­träg­lich zu­zu­schnei­den. Wenn Sie aber gro­ße Aus­dru­cke er­stel­len wol­len, soll­ten Sie ei­ne Bild­se­rie im Qu­er­for­mat schie­ßen und die Ein­zel­bil­der in Pho­to­shop CC oder Ele­ments zu­sam­men­set­zen.

Bei flie­ßen­dem Was­ser in Ih­rer Auf­nah­me ist meist et­was Nach­be­ar­bei­tung mit dem Ko­pier­stem­pel nö­tig, um die Über­gän­ge zu ka­schie­ren, da sich die Soft­ware-au­to­ma­tik in die­sen Fäl­len oft ein we­nig schwer tut.

Oben Die Kom­bi­na­ti­on aus Un­ter- und Über­was­ser­­auf­nah­me sorgt für ei­ne tol­le Wir­kung. Rechts Ei­ne Blen­de von f/2,8 lässt den Hin­ter­grund ver­schwim­men. Ganz rechts Was­ser­fo­tos be­kom­men mit­tels Frosch­­per­spek­ti­ve ei­ne ganz an­de­re Wir­kung.

Oben Pan­ora­ma­bil­der sind meist quer­for­ma­tig, aber Was­ser­fäl­le pas­sen nicht in die­ses For­mat. Bei Was­ser hat die Soft­ware oft Schwie­rig­kei­ten, die Über­gän­ge sau­ber zu be­rech­nen. Ver­su­chen Sie es ein­mal mit star­kem Zu­schnitt ei­nes Ein­zel­bilds.

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