Vor­teil Fil­ter .

Die Re­dak­teu­re Tim Her­pers und Ben­ja­min Lo­renz zei­gen Ih­nen, wie Sie bei Land­schafts­auf­nah­men den Dy­na­mik­um­fang end­lich in den Griff be­kom­men und die Mo­ti­ve na­tur­ge­treu ab­lich­ten. Wor­auf es an­kommt? Die rich­ti­ge Vor­be­rei­tung – und das rich­ti­ge Equip­ment.

Outdoor Fotografie - - Inhalt -

Land­schaf­ten sind das be­lieb­tes­te Mo­tiv der Di­gi­talp­ho­to-le­ser. Dies ha­ben Sie uns in zahl­rei­chen Um­fra­gen, aber auch über un­se­re so­zia­len Netz­werk­ka­nä­le – al­len vor­an Face­book – mit­ge­teilt. In Vor­be­rei­tung auf die­se Aus­ga­be sind wir noch ei­nen Schritt wei­ter ge­gan­gen und ha­ben Sie ge­fragt: Was wol­len Sie zum The­ma wis­sen? Das Feed­back war über­wäl­ti­gend und uns ei­ne ech­te Hil­fe. An die­ser Stel­le ein gro­ßes Dan­ke­schön für Ih­re re­ge Teil­nah­me.

Die Mehr­heit von Ih­nen in­ter­es­siert sich für den Ein­satz von Fil­tern in der Land­schafts­fo­to­gra­fie. Wel­che Fil­ter bie­ten sich an? Wie kann ich ei­nen Son­nen­un­ter­gang so na­tür­lich wie mög­lich auf­neh­men? Brau­che ich ei­nen Grau- oder Grau­ver­laufs­fil­ter? Wel­che Vor- und Nach­tei­le gilt es zu be­rück­sich­ti­gen? Ih­re Fra­gen klä­ren wir im Lau­fe die­ses Ar­ti­kels. Und noch mehr: Mein Kol­le­ge Tim Her­pers war für Sie mit ei­ner Viel­zahl an Fil­terMo­del­len un­ter­wegs und hat sie für Sie in der Pra­xis ge­tes­tet. So kön­nen Sie di­rekt zwi­schen den Fil­ter­ty­pen und Er­geb­nis­sen ver­glei­chen und schnell ei­ne Ent­schei­dung tref­fen, wel­cher für Sie in­fra­ge kommt.

Dar­über hin­aus ge­ben wir Ih­nen Tipps zur op­ti­ma­len Fotoausrüstung mit auf den Weg, sa­gen Ih­nen, wel­che App Sie un­be­dingt auf Ih­rem Smart­pho­ne in­stal­lie­ren soll­ten und mit wel­chen Ka­me­ra­ein­stel­lun­gen Sie die bes­ten Auf­nah­men er­zie­len.

Un­ent­behr­li­ches Fo­to­equip­ment

Das Herz­stück Ih­rer Aus­rüs­tung ist na­tür­lich die Ka­me­ra. Das Gu­te: Je­de Spie­gel­re­flex- und Sys­tem­ka­me­ra – ins­be­son­de­re der letz­ten Jah­re – ist qua­li­ta­tiv in der La­ge, gu­te bis erst­klas­si­ge Landschaftsfotos auf­zu­neh­men. Un­ter­schie­de gibt es le­dig­lich im Hin­blick auf die Auf­lö­sung und die dar­aus re­sul­tie­ren­de De­tail­schär­fe und den auf­nehm­ba­ren Dy­na­mik­um­fang. Das Rausch­ver­hal­ten des Sen­sors ist in­des zu ver­nach­läs­si­gen, da Sie als Land­schafts­fo­to­graf prak­tisch in je­der Si­tua­ti­on mit ei­nem Sta­tiv fo­to­gra­fie­ren, wenn Sie Fil­ter ein­set­zen. So kön­nen Sie den ISO-WERT auf das Mi­ni­mum re­du­zie­ren, was zu der best­mög­li­chen Bild­qua­li­tät Ih­rer Ka­me­ra führt.

An zwei­ter Stel­le fol­gen die Ob­jek­ti­ve. Selbst­ver­ständ­lich lässt sich auch mit ei­nem Stan­dard­zoom wie ei­nem 24-70mm f/2,8 oder ei­nem Su­per­zoom wie dem 18-200mm F/3.5-6.3 auf Fo­to­jagd ge­hen, je­doch emp­fiehlt sich der Ein­satz von Weit­win­kel­ob­jek­ti­ven. Loh­nens­wer­te Ex­em­pla­re für al­le Ka­me­ras fin­den Sie zum Bei­spiel auf di­gi­talp­ho­to.de. Der Vor­teil der spe­zia­li­sier­ten Lin­sen liegt im Bild­win­kel.

Die­ser fällt bei kur­zen Brenn­wei­ten be­son­ders groß aus (z. B. 114 Grad dia­go­nal), so dass Sie zum ei­nen mehr von der Land­schaft aufs Bild be­kom­men und zum an­de­ren das Mo­tiv viel weit­läu­fi­ger auf­neh­men kön­nen, als Sie es mit Ih­ren Au­gen wahr­neh­men. Klas­si­sche Brenn­wei­ten für Land­schafts­fo­to­gra­fen lie­gen zwi­schen 12 und 24mm. Die Licht­stär­ke des Ob­jek­tivs ist hier nicht das ent­schei­dends­te Kri­te­ri­um. Mo­del­le mit zum Bei­spiel Of­fen­blen­de f/2,8 er­wei­sen sich in der Pra­xis aber als loh­nens­wert, wenn Sie ab und zu frei­hän­dig – et­wa in der Däm­me­rung – fo­to­gra­fie­ren, oh­ne den ISO-WERT zu er­hö­hen. Im Nor­mal­fall fo­to­gra­fie­ren Sie je­doch mit klei­ne­ren Blen­den zwi­schen f/8 und f/16, um die Schärf­en­tie­fe zu ma­xi­mie­ren.

An drit­ter Stel­le in der Wich­tig­keit des Equip­ments folgt das Sta­tiv. Die­ses soll­te zum ei­nen ein ge­rin­ges Pack­maß be­sit­zen, um es gut zu trans­por­tie­ren, zum an­de­ren soll­te es sta­bil sein. Im Ver­gleichs­test in Di­gi­talp­ho­to 4/17 si­cher­te sich das Ben­ro TG P27C Go Plus (ca. 390 Eu­ro) den Test­sieg in der Mit­tel­klas­se, den Preis­tipp und Test­sieg im Ein­stei­ger­seg­ment das Cull­mann Mun­do 525M (ca. 120 Eu­ro). Bei­de wer­den di­rekt mit ei­nem fle­xi­blen Ku­gel­kopf ver­kauft.

Das Ben­ro ist mit ei­nem Ge­wicht von nur 1,7 Ki­lo­gramm leicht. Das Pack­maß liegt bei 66 Zen­ti­me­tern. Gut ge­fal­len uns die Hand­ha­bung und die Ver­ar­bei­tung. Die Ein­stel­lele­men­te sind hoch­wer­tig ver­ar­bei­tet, eben­so die Dreh­ver­schlüs­se der Sta­tiv­bei­ne. Die Mit­tel­säu­le ist nicht nur um­kehr-, son­dern auch schwenk­bar. Ein Be­schwe­rungs­haken und Spi­kes lie­gen dem Sta­tiv bei. Au­ßer­dem ver­fügt das Sta­tiv­kreuz über ei­ne Öse so­wie über ei­nen Ge­win­de­an­schluss, an dem wei­te­res Equip­ment an­ge­schlos­sen wer­den kann. Auf Wunsch dient ei­nes der Sta­tiv­bei­ne auch hier als prak­ti­sches Ein­bein­sta­tiv.

Das Cull­mann über­zeug­te uns mit sei­nem her­vor­ra­gen­den Hand­ling. Die Bei­ne las­sen sich um 180 Grad ein­klap­pen, so­dass ein ge­rin­ges Pack­maß von rund 45 cm inkl. Ku­gel­kopf mög­lich ist. Auch im Test auf die Ver­ar­bei­tung kann das Cull­mann punk­ten. Sta­tiv­bei­ne und Sta­tiv­kreuz sind aus elo­xier­tem Alu­mi­ni­um her­ge­stellt. Auch die Dreh­ver­schlüs­se der Bei­ne ma­chen ei­nen wer­ti­gen Ein­druck. Spi­kes an den Sta­tiv­fü­ßen gibt es nicht. Da­für ei­ne Ma­kro­säu­le und ein in­te­grier­tes Ein bein sta­tiv zur Bild sta­bi­li­sie­rung. Wer beim Kopf mehr Prä­zi­si­on be­nö­tigt, der soll­te au fei­nen auss tat tungs star­ken Drei-we­ge-nei­ger set­zen. Bei­spiels­wei­se den Man­frot­to X-PRO 3 (129 Eu­ro). Hier er­wei­sens ich die Fri kt ions­kon trol­len als hilf­reich. DreiNi­vel­lier­lib el­len un­ter­stüt­zen Sie bei der Aus­rich­tung. Ach­ten Sie vor dem Kauf je­doch dar­auf, dass der Kopf mit der Mit­tel­säu­le Ih­res Sta­tivs kom­pa­ti­bel ist. Noch prä­zi­ser wird das Ar­bei­ten mit ei­nem Ge­trie­be­n­ei­ger. Sie er­mög­li­chen das se­pa­ra­te Ein­stel­len je­der ein­zel­nen Bild­ach­se durch das Dre­hen der da­für vor­ge­se­he­nen Stell­schrau­ben, wäh­rend die bei­den an­de­ren Ach­sen fi­xiert blei­ben. Ent­spre­chen­de Mo­del­le gibt es am Markt ab rund 150 Eu­ro, Pro­fi­va­ri­an­ten kön­nen aber auch um die 500 Eu­ro kos­ten. Grau ver­laufs fil­ter und Grau fil­ter, pas­send zu Ih­ren Objektiven, kom­plet­tie­ren un­se­re Land schafts fo­to­gra­fie stan­dard­aus­rüs­tung. Soll­ten Sie hier noch Be­ra­tungs­be­darf ha­ben, wel­che ge­eig­net sind, fin­den Sie die Ant­wort auf die­sen Sei­ten. Hier zei­gen wir Ih­nen al­le ver­füg­ba­ren Va­ri­an­ten im Di­rekt­ver­gleich.

Nütz­li­che Uten­si­li­en

Ka­me­ra, Ob­jek­tiv, Sta­tiv und Fil­ter: Mit die­ser Ba­sis könn­ten Sie los­zie­hen und mit tol­len Landschaftsfotos zu­rück­keh­ren. Doch wir emp­feh­len dar­über hin­aus noch ein paar wei­te­re Zu­be­hör­tei­le, die Ih­nen vor Ort das

Le­ben leich­ter ma­chen: Ei­ne Aus­lö­se­fern­be­die­nung er­laubt das Aus­lö­sen oh­ne Bo­dy­be­rüh­rung, was Mi­kro­ver­wack­ler ver­mei­det. Ei­ne Ta­schen­lam­pe ist ide­al für die Nacht. Ei­ne Wasserwaage hilft, falls Ih­re Ka­me­ra kei­ne di­gi­ta­le be­sitzt, die rich­ti­ge Klei­dung dient als Son­nen- oder Re­gen­schutz und die Ver­pfle­gung der gu­ten Lau­ne. Eben­falls hilf­reich: ein Boh­nen­sack. Mit die­sem lässt sich die Ka­me­ra im un­weg­sa­men Ge­län­de et­wa auf ei­nem Fel­sen gut und sta­bil plat­zie­ren. Ei­ne cle­ve­re Al­ter­na­ti­ve, wenn das Sta­tiv ge­län­de­be­dingt nicht zum Ein­satz kom­men kann. Wer mag, darf auch ger­ne noch ei­ne klei­ne Droh­ne mit­neh­men. Sie er­mög­licht spek­ta­ku­lä­re Fo­tos und Vi­de­os aus der Luft (z. B. DJI Ma­vic Air, 850 Eu­ro).

Tech­ni­sche Grund­la­gen

Die Land­schafts­fo­to­gra­fie als sol­che ist ein­fach und her­aus­for­dernd zu gleich. Ein­fach, da Sie auf ei­ne groß­ar­ti­ge Land­schaft im Zwei­fels­fall nur „drauf­hal­ten“. Ihr Mo­tiv läuft nicht weg wie ein In­sekt in der Ma­kro­fo­to­gra­fie oder ver­liert die Lust wie in der Por­trät­fo­to­gra­fie. Her­aus­for­dernd ist das Su­jet je­doch, da es dem Fo­to­gra­fen tech­nisch wie kom­po­si­to­risch ei­ni­ges ab­ver­langt. Be­gin­nen wir mit der Tech­nik: Hier kommt es zu­erst auf das rich­ti­ge Ka­me­ra-set-up an. Un­ser Rat: Fo­to­gra­fie­ren Sie im­mer in der ma­xi­ma­len Auf­lö­sung und stets im Raw-for­mat. Letz­te­res hilft Ih­nen, den vol­len Dy­na­mik­um­fang Ih­res Ka­me­ra­sen­sors aus­zu­schöp­fen und er­laubt zum an­de­ren ei­ne um­fang­rei­che Nach­be­ar­bei­tung. So las­sen sich bei­spiels­wei­se Lich­ter und Tie­fen wie­der­her­stel­len, die in der Jpeg-vor­schau auf dem Ka­me­ra­dis­play aus­ge­brannt oder ab­ge­sof­fen aus­sa­hen. Eben­falls lässt sich der Weiß­ab­gleich nach­träg­lich re­gu­lie­ren. Die au­to­ma­ti­sche Mes­sung Ih­rer DSLR oder CSC mag zwar re­la­tiv prä­zi­se ar­bei­ten, kann

„Fil­ter er­lau­ben es Ih­nen, das Mo­tiv so na­tür­lich wie mög­lich ab­zu­lich­ten. Zu­dem re­du­zie­ren Sie die Zeit der di­gi­ta­len Nach­be­ar­bei­tung.“

bei ei­ner Son­nen­un­ter­gangs­sze­ne­rie aber auch da­ne­ben­lie­gen. Ins­be­son­de­re, wenn Sie Fil­ter ver­wen­den.

Beim ISO-WERT emp­fiehlt sich der nied­rigs­te Wert. Meist ISO 100, bei ei­ni­gen Mo­del­len aber auch ISO 50. Bei die­sen ist, wie oben er­wähnt, der Ein­satz ei­nes Sta­tivs meist ob­li­ga­to­risch. Wenn Sie das Drei­bein ein­set­zen, soll­ten Sie auch zu­gleich die Spie­gel­vor­aus­lö­sung Ih­rer Spie­gel­re­flex­ka­me­ra ak­ti­vie­ren. Sie sorgt da­für, dass der Schwing­spie­gel ei­nen kur­zen Mo­ment vor der Aus­lö­sung nach oben fährt, was da­zu führt, dass bei der Auf­nah­me kei­ne Mi­kro­ver­wack­ler die Schär­fe re­du­zie­ren. Wich­tig bei der Nut­zung ei­nes Sta­tivs: De­ak­ti­vie­ren Sie den Bild­s­ta­bi­li­sa­tor Ih­res Ob­jek­tivs. Auf ei­nem Drei­bein wür­de er zu ei­ner Min­de­rung der Schär­fe füh­ren.

Hy­per­fo­ka­le Dis­tanz

Um das Mo­tiv mit der best­mög­li­chen Qua­li­tät und De­tail­schär­fe auf die Spei­cher­kar­te zu ban­nen, kommt es auf das rich­ti­ge Scharf­stel­len an. Stich­wort: hy­per­fo­ka­le Dis­tanz. Sie sorgt da­für, dass sich die Schär­fe per­fekt aus­brei­tet. Da­für ge­hen Sie wie folgt vor: Schlie­ßen Sie die Blen­de auf f/9 oder f/11. Fo­kus­sie­ren Sie – am bes­ten über den Live-view (Lu­pen­funk­ti­on nut­zen) – auf ei­nen Be­reich am En­de des ers­ten Drit­tels Ih­res Mo­tivs. Die ge­schlos­se­ne Blen­de sorgt nun da­für, dass so­wohl der Vor­der­grund als auch der Hin­ter­grund op­ti­mal scharf ab­ge­bil­det wer­den. Kom­plett ge­schlos­se­ne Blen­den wie f/22 oder f/32 gilt es in­des zu ver­mei­den, da hier die Beu­gungs­un­schär­fe auf­tritt. Ein nach­tei­li­ger phy­si­ka­li­scher Ef­fekt. Wer die Schärf­en­tie­fe so ex­akt wie mög­lich im Bild set­zen möch­te, kann auch auf Smart­pho­neApps zu­rück­grei­fen. Bei­spiels­wei­se Pho­to­bud­dy für IOS (1,79 Eu­ro) oder Hy­per­fo­cal Pro für An­dro­id (gra­tis).

Bei der Bild­kom­po­si­ti­on soll­ten Sie sich an den be­kann­ten Re­geln ori­en­tie­ren, al­len vor­an am Gol­de­nen Schnitt und der Drit­tel­re­gel. Eben­so sor­gen in­ter­es­san­te De­tails im Vor­der­grund wie ein Fel­sen für ei­nen ers­ten Blick­fang. Von gro­ßer Be­deu­tung sind sicht­ba­re Li­ni­en im Mo­tiv. Et­wa ei­ne Fels­for­ma­ti­on, Spu­ren im Sand oder ein Zaun.

Spie­len Sie zu­dem mit der Per­spek­ti­ve. Be­trach­ten Sie die Sze­ne et­wa aus ei­ner bo­den­na­hen Po­si­ti­on. Wich­tig ist auch die Plat­zie­rung des Ho­ri­zonts. Je nach An­teil im Bild kann das­sel­be Mo­tiv kom­plett un­ter­schied­lich wir­ken. Ex­pe­ri­men­tie­ren Sie vor Ort und sei­en Sie mu­tig.

Vor­teil Fil­ter

Wie sinn­voll der Ein­satz von Grau- und Grau­ver­laufs­fil­tern ist, kön­nen Sie mit ei­nem ein­fa­chen Ex­pe­ri­ment selbst er­fah­ren: Bli­cken Sie in die Son­ne. Was pas­siert? Sie wer­den ge­blen­det. Ge­nau­so er­geht es dem Sen­sor Ih­rer Ka­me­ra, wenn Sie ei­ne Land­schaft im Ge­gen­licht fo­to­gra­fie­ren. Sie kön­nen nun Ih­re Au­gen zu­knei­fen be­zie­hungs­wei­se die Blen­de Ih­rer Ka­me­ra ver­klei­nern. Das re­du­ziert in bei­den Si­tua­tio­nen das ein­tref­fen­de Licht auf der Netz­haut re­spek­ti­ve dem Sen­sor. Doch ein Grund­pro­blem bleibt: Im Ge­gen­satz zu Ih­rem Au­ge kann die Ka­me­ra nur ei­nen klei­ne­ren Dy­na­mik­um­fang auf­neh­men. Be­deu­tet: Selbst bei ge­schlos­se­ner Blen­de

„Fo­to­fil­ter ver­ein­fa­chen die Fo­to­gra­fie. Be­reits bei der Auf­nah­me ist so ein op­ti­mier­tes Bil­d­er­geb­nis mög­lich, oh­ne nach­träg­li­che Be­ar­bei­tung am Com­pu­ter. Zu­dem las­sen sich nicht al­le Fo­to­fil­ter di­gi­tal si­mu­lie­ren.“

f/22 kann der Him­mel über­strah­len. Die Lich­ter bren­nen aus. Da­mit ver­liert das auf­ge­nom­me­ne Bild den Charme des Ori­gi­nals. Statt blau­em Fir­ma­ment mit wei­ßen Schäf­chen­wol­ke se­hen Sie auf Ih­rem Bild nur ei­ne häss­li­che wei­ße Flä­che. Die Lö­sung: ei­ne Son­nen­bril­le für die Ka­me­ra. Was in die­sem Fall ei­nem Fil­ter ent­spricht. Er re­du­ziert die Men­ge des ein­tref­fen­den Lichts auf den Sen­sor und bringt den Dy­na­mik­um­fang auf ein ver­ar­beit­ba­res Ni­veau. Zu­gleich er­höht sich die Be­lich­tungs­zeit, die not­wen­dig ist, um die Sze­ne­rie ein­zu­fan­gen. Die ent­spre­chen­den Ver­schluss­zeit­ver­län­ge­run­gen – je nach Fil­ter­dich­te – ent­neh­men Sie der Ta­bel­le auf Sei­te 37. Spä­tes­tens hier zeigt sich auch: Oh­ne Sta­tiv geht es in der Re­gel nicht! Zei­ten von ei­ner Se­kun­de bis über 30 Mi­nu­ten las­sen sich de­fi­ni­tiv nicht aus der Hand hal­ten. Um auf den Fall des aus­ge­brann­ten Him­mels zu­rück­zu­keh­ren: Hier wür­de ein wei­cher Grau­ver­laufs­fil­ter ein idea­les Er­geb­nis lie­fern. Er dun­kelt den zu grel­len Him­mel wir­kungs­voll ab, wäh­rend der un­te­re Bild­teil un­ge­fil­tert ab­ge­lich­tet wird. Die wei­che Ver­si­on eig­net sich für al­le, die kei­nen ge­ra­den Ho­ri­zont und da­mit kei­ne ge­ra­de Li­nie als Bild­ele­ment be­sit­zen. Al­ter­na­tiv gibt es noch har­te und um­ge­kehr­te Ver­laufs­fil­ter. Ih­re Wir­kung und ih­ren Ein­satz­zweck er­fah­ren Sie sam Ver­gleichs­bil­dern auf Sei­te 39. Rei­ne Grau­fil­ter bie­ten sich für das Glät­ten von Was­ser­flä­chen an. So kön­nen Sie zum Bei­spiel leich­te Wel­len­be­we­gun­gen kom­plett ver­schwin­den las­sen, wenn die Be­lich­tungs­zeit aus­rei­chend ver­län­gert wird.

Pol­fil­ter für strah­len­de Far­ben

Ei­nen Spe­zi­al­fall stellt der Pol­fil­ter dar. Die­ser po­la­ri­siert das Licht in ei­ne ge­wünsch­te Rich­tung, was da­zu führt, dass vor­han­de­ne Spie­ge­lun­gen oder Re­fle­xio­nen auf dem Fo­to nicht sicht­bar sind. Zu­dem ver­bes­sert er den Farb­kon­trast: Al­les leuch­tet und strahlt in­ten­si­ver. Kurz­um: ein Pflicht­fil­ter für je­den am­bi­tio­nier­ten Fo­to­gra­fen, ins­be­son­de­re, wenn Ih­re liebs­ten Mo­ti­ve weit­läu­fi­ge Land­schaf­ten sind. Ab­hän­gig vom Wir­kungs­grad der Po­la­ri­sa­ti­on ist durch den Fil­ter eben­falls ei­ne län­ge­re Ver­schluss­zeit nö­tig. Al­le drei Ty­pen re­du­zie­ren dar­über hin­aus die Nach­be­ar­bei­tung am Com­pu­ter, da Sie vor Ort be­reits das best­mög­li­che Er­geb­nis auf­ge­nom­men ha­ben. Was sich im­mer an­bie­tet, ist ei­ne leich­te Kon­tras­t­an­he­bung und ein di­gi­ta­les Nach­schär­fen. Letz­te­res ist Pflicht, wenn Sie im von uns emp­foh­le­nen Raw-for­mat fo­to­gra­fiert ha­ben. Zu­dem kön­nen Sie im Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm mög­li­che Ob­jek­tiv­ver­zer­run­gen kor­ri­gie­ren und – je nach Ge­schmack – ei­ne Vi­g­net­te hin­zu­fü­gen. Un­ser Rat: Ver­brin­gen Sie lie­ber mehr Zeit bei der Auf­nah­me und in der Na­tur! Die di­gi­ta­le Bil­d­op­ti­mie­rung er­le­di­gen Sie zu Hau­se dann in we­ni­gen Mi­nu­ten. Dank des rich­ti­gen Equip­ments, ei­ner gu­ten Kom­po­si­ti­on und des Vor­teils Fil­ter!

In die­sem Spezial zei­gen wir Ih­nen die Wir­kung der ver­schie­de­nen Fil­ter­ty­pen an­hand ei­nes Mo­tivs.

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