»Mehr­wert Mar­ke« mit KMS TEAM

Stra­te­gi­sches Bran­ding in der di­gi­ta­li­sier­ten Welt

PAGE - - Editorial -

»Mehr­wert Mar­ke« – Se­mi­nar & Work­shop

● Dass die di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on ei­ne Über­prü­fung und Neu­aus­rich­tung der Stra­te­gie ei­nes Un­ter­neh­mens und sei­ner ope­ra­ti­ven Maß­nah­men er­for­dert, steht au­ßer Fra­ge. Aber wo muss man an­set­zen? Und wie geht es wei­ter? In die­sem Zu­sam­men­hang kommt der Mar­ke ein­mal mehr ei­ne zen­tra­le Rol­le zu: Sie bün­delt die lang­fris­ti­gen Zie­le und re­le­van­ten Wer­te­ver­spre­chen ei­nes Un­ter­neh­mens; sie be­schreibt das Un­ter­neh­men ganz­heit­lich nach in­nen und au­ßen – sie stellt es dar. Mar­ken- und De­si­gn­ma­nage­ment sind denn auch der zen­tra­le Er­folgs­fak­tor für Grown-ups und Start-ups, für Di­enst­leis­tungs­und Sach­leis­tungs­un­ter­neh­men so­wie für So­lo­pre­neu­re.

Im PAGE Se­mi­nar »Mehr­wert Mar­ke« füh­ren Si­mon Betsch und Patrick Mär­ki in die Pra­xis zeit­ge­mä­ßen Brand- und De­si­gn­ma­nage­ments ein. Oh­ne Fach­jar­gon, aber mit gro­ßen Ide­en und fes­ten Über­zeu­gun­gen er­mu­ti­gen sie da­zu, tra­di­tio­nel­le Bran­chen­stan­dards auf ih­re Va­li­di­tät zu hin­ter­fra­gen, Neu­es zu den­ken – und da­mit die Mar­ken­ent­wick­lung und -füh­rung zu­kunfts­taug­lich aus­zu­rich­ten. Die bei­den Prak­ti­ker ge­ben tie­fe Ein­bli­cke in die Schlüs­sel­fra­gen des stra­te­gi­schen Bran­dings: von der Markt- und Mar­ken­ana­ly­se über das Kun­den­er­leb­nis bis hin zum De­sign.

In un­se­rem Pra­xis­work­shop ge­hen Sie ge­mein­sam mit den Re­fe­ren­ten die neur­al­gi­schen Punk­te des Mar­ken­steue­rungs­pro­zes­ses an­hand ak­tu­el­ler Pro­jek­te an. Da­bei ste­hen vor al­lem die Schnitt­stel­len zwi­schen den Pro­zess­schrit­ten, wie et­wa die von Stra­te­gie zu De­sign, im Vor­der­grund. Das er­leb­ba­re Zu­sam­men­spiel zwi­schen aus­ge­wie­se­nem Stra­te­gen und lei­den­schaft­li­chem De­si­gner macht den Work­shop be­son­ders wert­voll. Un­ver­zicht­ba­res Know-how von Ma­chern für Ma­cher in Agen­tur und Un­ter­neh­men – für Stra­te­gy, Bran­ding, De­sign, Com­mu­ni­ca­ti­on und Di­gi­tal!

22. Ju­ni 2018

Das Se­mi­nar fin­det statt am im Ho­tel The Ma­di­son, Ham­burg, von 9:00 bis 17:30 Uhr. Die Teil­nah­me kos­tet 756 Eu­ro (zzgl. ge­setz­li­cher Mwst.). Die Ge­bühr um­fasst die Ta­gungs­kos­ten so­wie Lunch und Kaf­fee­pau­sen. Die Teil­neh­mer­zahl ist auf 20 Per­so­nen be­grenzt! Al­so schnell an­mel­den un­ter www.page-on­line.de/academy .

● Bei der Su­che nach ei­nem hun­dert­pro­zen­tig zur Mar­ke pas­sen­den Font kann die Er­stel­lung ei­ner Per­so­na hel­fen. Wie bei der Ni­vea Ca­re Ty­pe, ei­ner di­gi­ta­len Hand­schrift, die in den letz­ten zwei Jah­ren in en­ger Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Ju­li­a­sys Stu­dio und dem Glo­bal Ni­vea Brand Ma­nage­ment bei Bei­ers­dorf ent­stan­den ist. Die Ty­pe soll­te ei­ne na­tür­li­che Schreib­schrift über­zeu­gend si­mu­lie­ren und die Per­sön­lich­keit der Ni­vea­mar­kenPer­so­na, die »Ni­vea Frau«, vi­sua­li­sie­ren. »Span­nend wa­ren vor al­lem die Gestal­tungs­vor­ar­bei­ten, in de­nen wir uns bei Me­tho­den aus der Schrift­psy­cho­lo­gie und der Hand­schrif­ten­ana­ly­se be­dien­ten«, be­rich­tet Ju­lia Sys­mäläi­nen. In ei­nem Work­shop zum An­fang des Pro­jekts be­stimm­ten sie erst die Per­so­na und er­ar­bei­te­ten dann, wie sich ih­re Ei­gen­schaf­ten in Schrift­merk­ma­le um­wan­deln lie­ßen.

»Für un­se­re Auf­ga­be der Stil­fin­dung wa­ren vor al­lem die so­ge­nann­ten Ein­druck­s­cha­rak­te­re aus­schlag­ge­bend«, so Ju­lia Sys­mäläi­nen. »Bei die­ser Me­tho­de wer­den Hand­schrift­pro­ben an­hand vor­ge­ge­be­ner, ge­tes­te­ter Be­grif­fe, zum Bei­spiel flüs­sig, warm oder in­di­vi­du­ell, ty­po­lo­gi­siert.« In ei­nem dar­auf­fol­gen­den Work­shop wähl­ten die Teil­neh­mer un­ab­hän­gig von­ein­an­der in ers­ter Li­nie Ein­druck­s­cha­rak­te­re, die Be­we­gung und Tem­po im­pli­zie­ren. Auch Be­grif­fe, die Klar­heit und Aus­ge­gli­chen­heit aus­drü­cken, ka­men häu­fig vor. Ei­ne drit­te Rich­tung stand für Ei­gen­stän­dig­keit und star­ken Wil­len, ei­ne vier­te schließ­lich für Nah­bar­keit und Um­gäng­lich­keit. »Die aus­ge­wähl­ten Ein­druck­s­cha­rak­te­re ga­ben ei­ne Band­brei­te vor, in der sich die vi­su­el­le Er­schei­nung der Ca­re Ty­pe be­fin­den soll­te, lie­ßen uns aber In­ter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum. Wir muss­ten ei­ne Ba­lan­ce zwi­schen emo­tio­na­ler Be­we­gungs­be­to­nung und be­wusst ge­steu­er­ter Form­bil­dung fin­den«, sagt Ju­lia Sys­mäläi­nen. Nach di­ver­sen Ent wurfs­va­ri­an­ten ent­stand am En­de die Ni­vea Ca­re Ty­pe, die mitt­ler wei­le in­ter­na­tio­nal auf zahl­rei­chen, teils neu ein­ge­führ­ten Pfle­ge­pro­duk­ten zu se­hen ist.

un­ten ab­ge­schnit­te­nen g ist bis heu­te im Ein­satz und hat ei­ni­ge Re­de­signs über­lebt.

Wel­che Buch­sta­ben sich eig­nen, um ei­ner Schrift Cha­rak­ter zu ge­ben, hängt da­von ab, wen man fragt. »In Dä­ne­mark ist das of­fe­ne g sehr po­pu­lär«, sagt Tors­ten Lind­sø An­der­sen. »Si­cher auch, weil in un­se­ren Wör­tern oft zwei g auf­ein­an­der­fol­gen und das Schrift­bild sonst schnell zu schwarz wür­de.« Ge­ne­rell ist es sinn­voll, häu­fig vor­kom­men­de Zei­chen zu neh­men, in la­tei­ni­schen Schrif­ten al­so die Vo­ka­le, aber auch n oder s.

»Ich glau­be, je­der Ty­pede­si­gner hat ein paar Lieb­lings­gly­phen, mit de­nen er her­um­spielt, bei fast al­len, die ich ken­ne, ist es aber wirk­lich das g«, meint Phil Garn­ham. »Da­bei sind die Mög­lich­kei­ten viel­fäl­tig und hän­gen auch vom je­wei­li­gen Pro­jekt ab. Je­den­falls ist es fas­zi­nie­rend zu se­hen, wie sich der Cha­rak­ter und der Ton ei­ner Ty­pe ver­än­dert, wenn man nur ein paar ein­zel­ne Buch­sta­ben über­ar­bei­tet.« Erik Spie­ker­manns Schrif­ten zum Bei­spiel ha­ben in der Re­gel Fü­ße am klei­nen l und ge­le­gent­lich Se­ri­fen am i – wo­bei das vor al­lem aus Les­bar­keits­grün­den ge­schieht. Zu­dem sind t und f bei ihm im­mer et­was brei­ter, da­mit es mehr Weiß­raum gibt.

Far­be hilft

Doch nicht die Schrift al­lein muss den Cha­rak­ter ei­ner Mar­ke bil­den. Hen­rik Birk­vigs Un­ter­su­chung hat ja am Bei­spiel der Te­le­fon­ge­sell­schaft TDC ge­zeigt, dass die Ver­knüp­fung ei­ner Ty­pe mit ei­nem Un­ter­neh­men im Zu­sam­men­spiel mit ei­ner Far­be noch bes­ser funk­tio­niert. Nicht von un­ge­fähr sag­te Erik Spie­ker­mann schon vor vie­len Jah­ren: »Wenn du ei­ne Schrift und ei­ne Far­be hast, hast du ei­ne Mar­ke.« Der Far­be kommt des­halb ei­ne so gro­ße Be­deu­tung zu, weil sie lang­le­bi­ger ist als zum Bei­spiel Bil­der. »Die­se ver­än­dern sich schnell, Schrift und Far­be blei­ben«, er­klärt Tors­ten Lind­sø An­der­sen, »mit ih­nen hat man al­so auf je­den Fall schon mal ei­nen sehr gu­ten Aus­gangs­punkt.«

Sich ei­nen Cust­om Font zeich­nen zu las­sen, nur weil das gera­de en vogue ist, kann ein teu­res Ver­gnü­gen und im Hin­blick auf den Bran­din­geffekt nicht un­be­dingt ziel­füh­rend sein. Un­ter den vie­len neu­en Schrif­ten, die stän­dig auf den Markt kom­men, fin­det sich ga­ran­tiert auch et­was Pas­sen­des. Phil Garn­ham ist über­zeugt, dass sich Ex­klu­si­vi­tät eben­so mit kaum ge­se­he­nen Schrif­ten un­ab­hän­gi­ger Foundries er­rei­chen lässt. Und dann gibt es auch noch die Mög­lich­keit, zu­sam­men mit dem je­wei­li­gen Ty­pede­si­gner ei­ni­ge Zei­chen zu ver­än­dern, um sie an das Un­ter­neh­men an­zu­pas­sen. Ei­ne In­di­vi­dua­li­sie­rung von Hen­drik We­bers Uni­text et­wa bie­tet Mo­no­ty­pe ab 3800 Eu­ro an. Auch nicht ge­schenkt, aber doch güns­ti­ger als ein Cust­om Font. ant [4891]

PAGE edos­sier »Cor­po­ra­te Fonts: Vor- und Nach­tei­le«. Ar­gu­men­te, Tipps und Bei­spie­le rund ums The­ma Cust­om Fonts und Bran­ding ↗ www.page-on­line.de/pddp1078

Bei der Ent­wick­lung der Ni­vea Ca­re Ty­pe, die der Per­so­na »Ni­vea Frau« auf den Leib ge­schnei­dert ist, nutz­te Ju­li­a­sys Stu­dio für die Stil­fin­dung schrift­psy­cho­lo­gi­sche Me­tho­den. Für die Zei­chen­sät­ze La­tin und Cy­ril­lic gibt es zu­sam­men mehr als 4000...

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.