Prä­sen­tie­ren vorm Kun­den

Prä­sen­tie­ren ist ein wich­ti­ger Be­stand­teil des Gestal­te­r­all­tags. Wor­auf kommt es da­bei an, und mit wel­chen Stra­te­gi­en über­zeugt man den Kun­den von sei­nem Kon­zept? Hier die Tipps und Tricks von Gestal­tern und Stra­te­gen, die oft prä­sen­tie­ren

PAGE - - Inhalt -

Nicht je­der Krea­ti­ve liebt es, sei­ne De­signs und Kon­zep­te zu »ver­kau­fen«. Wir ha­ben Gestal­ter und Stra­te­gen, die viel prä­sen­tie­ren, nach ih­ren Tipps und Tricks ge­fragt

● Man­che De­si­gner lie­ben es, für an­de­re ist es ein not wen­di­ges Übel – und für ei­ni­ge ein re­gel­rech­tes Schre­ckens­sze­na­rio: die Prä­sen­ta­ti­on vor (po­ten­zi­el­len) Kun­den. Be­son­ders groß ist der Druck, wenn es dar­um geht, ei­nen Auf­trag zu ge­win­nen. Aber auch das Prä­sen­tie­ren vor be­ste­hen­den Kun­den kann Ner­ven kos­ten. Hier ent­schei­det sich, wie das Pro­jekt wei­ter­lau­fen wird: Ist der Auf­trag­ge­ber zu­frie­den mit mei­ner Ar­beit? Für wel­chen Ent­wurf wird er sich ent­schei­den? Muss ich noch ein­mal ans Reiß­brett?

Wäh­rend in grö­ße­ren Agen­tu­ren Ju­nio­ren von ih­ren Vor­ge­setz­ten ler­nen, müs­sen sich selbst­stän­di­ge De­si­gner oft al­lein ans Prä­sen­tie­ren her­an­tas­ten. Für al­le gilt: Je­der muss her­aus­fin­den, was für ihn am bes­ten funk­tio­niert – und Übung macht den Meis­ter. Hier kom­men Tipps zu Vor­be­rei­tung, Dra­ma­tur­gie, Auf­tre­ten und Tools – nicht nur für Neu­lin­ge!

Der rich­ti­ge Start

Als Ein­stieg in die Prä­sen­ta­ti­on emp­fiehlt sich ei­ne kur­ze Zu­sam­men­fas­sung des Brie­fings. So holt man gleich al­le mit ins Boot und schafft ei­nen ge­mein­sa­men Aus­gangs­punkt für das, was folgt. Die­se Ein­stim­mung hilft auch, die Auf­merk­sam­keit zu bün­deln: »In den ers­ten Mi­nu­ten wird oft noch ir­gend­wo ge­blät­tert oder ge­tippt. Es kann ei­ni­ge Mi­nu­ten dau­ern, bis al­le bei der Sa­che sind und zu­hö­ren. Die­sen Mo­ment soll­te man ab­war­ten«, rät Chris­ti­an Bü­ning, selbst­stän­di­ger Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gner in Ober­we­sel am Mit­tel­rhein (www.bue­ro­bue­ning. de).

Au­ßer­dem muss man ent­schei­den, wie vie­le sei­ner Ent wür­fe man über­haupt zei­gen möch­te. Bü­ning stellt grund­sätz­lich nur ei­nen vor. »Das be­deu­tet ja nicht, dass ich nur ei­nen ge­macht ha­be. Als De­si­gner se­he ich es aber als Teil mei­ner Leis­tung zu be­wer­ten, wel­ches De­sign für ei­nen be­stimm­ten Zweck das Bes­te ist.« Die ver­wor­fe­nen Ent­wür­fe hat er aber im­mer da­bei, um bei Nach­fra­gen zei­gen zu kön­nen, was er aus­pro­biert und war­um es nicht funk­tio­niert hat.

In man­chen Fäl­len stellt sich die Fra­ge auch gar nicht, weil der Auf­trag­ge­ber oh­ne­hin ei­ne be­stimm­te An­zahl an Vor­schlä­gen for­dert. Wenn man meh­re­re vor­stellt, emp­fiehlt die Ham­bur­ger Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gne­rin Ca­ro­lin Rau­en (www.ca­ro­lin­rau­en.com) am En­de der Prä­sen­ta­ti­on al­le Ide­en ne­ben­ein­an­der auf ei­nem Chart zu plat­zie­ren – für den di­rek­ten Ver­gleich. Hat man ei­nen Fa­vo­ri­ten, kann man ver­su­chen, den Kun­den mit sach­li­chen Ar­gu­men­ten und En­thu­si­as­mus in die­se Rich­tung zu len­ken.

Dra­ma, Ba­by!

Kun­den wol­len nach­voll­zie­hen kön­nen, war­um und wie ein Ent­wurf ent­stan­den ist – und was er ih­nen bringt. Des­halb ist die Her­lei­tung der Ide­en ein ganz we­sent­li­cher Be­stand­teil je­der Prä­sen­ta­ti­on. »In­dem man deut­lich macht, war­um ein Ent­wurf so und nicht an­ders aus­sieht, ver­hin­dert man den Ein­druck von Will­kür«, er­klärt Ca­ro­lin Rau­en. Da­bei darf man sich aber nicht auf sich selbst kon­zen­trie­ren, son­dern soll­te aus der Per­spek­ti­ve des Auf­trag­ge­bers

Je­der muss her­aus­fin­den, was für ihn am bes­ten funk­tio­niert – und Übung macht den Meis­ter.

her­aus den­ken: Im­mer­hin lässt sich nor­ma­ler­wei­se je­de De­si­gnent­schei­dung mit des­sen Zie­len in Ein­klang brin­gen – sei­en das die er­folg­rei­che Markt­ein­füh­rung ei­nes neu­en Pro­dukts oder der Image­ge­winn durch ei­nen Cor­po­ra­te­de­sign­re­launch.

Ei­ne sinn­vol­le Dra­ma­tur­gie ent­steht meist schon, in­dem man – aus­ge­hend vom Brie­fing – ent­lang von stra­te­gi­schen Über­le­gun­gen die Ge­schich­te der Re­cher­che, Kon­zep­ti­on und Gestal­tung er­zählt. »Wich­tig ist, dass sich al­les di­dak­tisch schlüs­sig und in ei­nem Fluss prä­sen­tie­ren lässt«, sagt Da­ni­el Ley­ser, Ma­na­ging Di­rec­tor bei Me­ta­de­sign in Ber­lin. »In­halt­li­che Sprün­ge oder ein blo­ßes An­ein­an­der­rei­hen von Aus­sa­gen oh­ne An­schluss­fä­hig­keit füh­ren meist zu ei­nem frü­hen Aus­stei­gen der Zu­hö­rer.« Als Leit­fa­den kann et­wa auch die Cust­o­m­er Jour­ney die­nen, an­hand de­rer man er­zählt, wie ein Nut­zer mit ei­nem Pro­dukt oder Ser­vice in Ver­bin­dung kommt.

Zu je­der gu­ten Ge­schich­te ge­hört ein Span­nungs­bo­gen: High­lights soll­te man al­so nicht gleich ver­bra­ten, son­dern Schritt für Schritt auf die Lö­sung hin­ar­bei­ten. So blei­ben die Zu­hö­rer auf­merk­sam – und sind idea­ler­wei­se vom Er­geb­nis po­si­tiv über­rascht. Das Er­zäh­len die­ser Ge­schich­te soll­te man sich aber nicht aus der Hand neh­men las­sen, so Pe­ter Taut­kus, Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung der Scholz & Fri­ends Stra­te­gy Group: »Ich muss die Sto­ry so gut ken­nen, dass ich nach Zwi­schen­fra­gen je­der­zeit wie­der ein­stei­gen kann – oder auch sprin­gen, wenn et­was in der Dis­kus­si­on vor­weg­ge­nom­men wur­de.«

De­ath by Po­wer­po­int ver­mei­den

Die meis­ten Gestal­ter set­zen auf Keyno­te als Prä­sen­ta­ti­ons­tool, da es vie­le Mög­lich­kei­ten bie­tet, mul­ti­me­di­al zu ar­bei­ten und die De­signs gut dar­zu­stel­len. Sind meh­re­re Per­so­nen an der Er­stel­lung der Prä­sen­ta­ti­on be­tei­ligt, bie­tet sich Goog­le Sli­des an, um die In­hal­te in der Cloud zu­sam­men­zu­tra­gen. So­bald al­les kom­plett ist, kann man die Prä­sen­ta­ti­on dann in Keyno­te über­neh­men und ge­stal­ten. In gro­ßen Kon­zer­nen ist al­ler­dings meist Po­wer­po­int üb­lich. »Spä­tes­tens bei der Zu­sam­men­ar­beit wird es läs­tig, wenn man un­ter­schied­li­che Pro­gram­me nutzt«, so Pe­ter Taut­kus, der des­halb nur Po­wer­po­int ver­wen­det. Vie­le De­si­gner set­zen auch auf PDFS, die in der Darstel­lung am si­chers­ten sind.

Un­ab­hän­gig da­von, wel­ches Tool man wählt, gibt es ei­ni­ge Grund­re­geln für Sli­des: So we­nig Text wie mög­lich, gro­ße Schrift und Bil­der ge­hö­ren eben­so da­zu wie ein kon­sis­ten­tes Lay­out. Ge­ne­rell gilt: Nicht über­frach­ten! Lus­ti­ge GIFS bit­te nur, wenn sie ei­nen Punkt un­ter­strei­chen – und auf kei­nen Fall zu vie­le. Rein for­mal soll­te man auf den Kon­trast zwi­schen Hin­ter­grund und Schrift oder Bild ach­ten, der auch bei nicht idea­len Licht­ver­hält­nis­sen stim­men muss.

Chris­ti­an Bü­ning emp­fiehlt au­ßer­dem, Vor­ab­vi­sua­li­sie­run­gen mit dem Wort »Ent­wurf« zu kenn­zeich­nen. »Für Lai­en se­hen die meis­ten Ent­wür­fe schon ziem­lich fer­tig aus. Sie könn­ten dann den­ken, die Gestal­tung wä­re schon fer­tig.« Au­ßer­dem rät er, ein­deu­ti­gen Blind­text zu ver­wen­den, am bes­ten den

Mock­ups von An­wen­dungs­bei­spie­len wie Ver­pa­ckun­gen oder Out­door­pla­ka­ten sind mitt­ler­wei­le Stan­dard.

Klas­si­ker »Lo­rem ip­sum«: »Ech­te oder lus­ti­ge Tex­te len­ken die Zu­hö­rer zu sehr ab. Man­che fan­gen so­gar an, Kor­rek­tur zu le­sen.«

Ei­ne Vor­la­ge mit ver­schie­de­nen Charts im ei­ge­nen De­sign lohnt sich un­be­dingt. So muss man nicht je­des Mal bei Null an­fan­gen und un­ter­streicht zu­dem auch die ei­ge­ne Pro­fes­sio­na­li­tät. »Ein ein­heit­li­cher Look trägt maß­geb­lich da­zu bei, In­hal­te ver­ständ­lich zu prä­sen­tie­ren«, er­gänzt Phil­ipp Ba­reiss, Krea­tiv­di­rek­tor bei der Di­gi­ta­l­agen­tur Scholz & Volk­mer in Wiesbaden. »Wenn sich der Zu­hö­rer vi­su­ell per­ma­nent neu ori­en­tie­ren muss, ist sei­ne Auf­merk­sam­keit nicht da, wo wir sie gern hät­ten.«

Ide­en greif­bar ma­chen

Wer Ent­wür­fe ver­kau­fen will, muss die­se so auf­be­rei­ten, dass sie das Pu­bli­kum über­zeu­gen. Mock­ups von An­wen­dungs­bei­spie­len wie Ver­pa­ckun­gen oder Out­door­pla­ka­ten sind mitt­ler­wei­le Stan­dard. Bei di­gi­ta­len An­wen­dun­gen rei­chen sta­ti­sche De­signs je­doch oft nicht. Die Di­gi­ta­l­agen­tur Dunckel­feld aus Köln ar­bei­tet des­halb so früh wie mög­lich mit Ani­ma­tio­nen, »um zum Bei­spiel Tran­si­ti­ons zwi­schen Sei­ten bes­ser er­fahr­bar zu ma­chen. Das gibt ein bes­se­res Ge­fühl für das spä­te­re Nut­zer­er­leb­nis«, er­klärt Mit­grün­der und Ge­schäft sfüh­rer Kim Witt­feld. Da­zu ani­mie­ren die De­si­gner ih­re Ent­wür­fe zu­nächst in Af­ter Ef­fects und bau­en sie als Film in die Prä­sen­ta­tio­nen ein. Klick­dum­mys mit In­vi­si­on oder Mar­vel ver­mit­teln An­wen­dun­gen noch au­then­ti­scher, sind aber oft eher spä­ter im Pro­jekt sinn­voll, wenn die grund­le­gen­den De­si­gnent­schei­dun­gen be­reits ge­trof­fen sind. Und im­mer gilt: Vi­su­el­le Ef­fek­te soll­ten ei­nen Zweck er­fül­len und nicht bloß um ih­rer selbst wil­len ein­ge­setzt wer­den.

Bei Print­pro­jek­ten sind hap­ti­sche Mock­ups nach wie vor sehr hilf­reich. Ca­ro­lin Rau­en bringt hier­für Farb­fä­cher, Pa­pier­mus­ter oder Bei­spie­le für Ver­ar­bei­tungs­tech­ni­ken wie Bin­dun­gen oder Druck­ver­ede­lun­gen mit. »Bei Bü­chern ist ein Weiß­mus­ter toll, wenn es Zeit und Bud­get zu­las­sen, und bei Ent­wür­fen von Fly­ern oder Ge­schäft saus­stat­tun­gen hel­fen ge­druck­te Dum­mys in Ori­gi­nal­grö­ße und -ma­te­ri­al enorm«, so die De­si­gne­rin. Me­ta­de­sign ar­bei­tet bei grö­ße­ren Pro­jek­ten zum Bei­spiel mit Gal­le­ry Walks, bei de­nen die Kun­den die Ent­wür­fe wie in ei­ner Aus­stel­lung be­gut­ach­ten kön­nen. Bei um­fang­rei­che­ren Bran­ding- und Kam­pa­gnen­ide­en kann man durch­aus auch mit aus­ge­fal­le­ne­ren Pro­to­ty­pen punk­ten. So brach­te Scholz & Volk­mer bei ei­ner Prä­sen­ta­ti­on für den Haut­pfle­ge­her­stel­ler La Ro­che-po­say Wärm­fla­schen und Wasch­mit­tel im Look ih­rer Idee mit.

Gut vor­be­rei­tet ist halb ge­won­nen

Die Prä­sen­ta­ti­on ist fer­tig­ge­stellt und die Charts sind schick – was ist noch zu tun? Zu ei­ner gu­ten Vor­be­rei­tung ge­hört auch, sich klar­zu­ma­chen, vor wem man prä­sen­tiert und wie man am bes­ten mit die­sen Leu­ten um­geht. »Wir ver­su­chen im­mer, die wich­tigs­ten Ent­schei­dungs­trä­ger vor­ab zu spre­chen, um ein

Ge­fühl für die Per­so­nen zu be­kom­men und uns auf sie ein­stel­len zu kön­nen«, sagt Fal­ko Ohl­mer, ge­schäfts­füh­ren­der Part­ner und De­si­gner bei dem De­sign­stu­dio Arndt Be­ne­dikt in Frank­furt am Main.

So lässt sich zum Bei­spiel her­aus­fin­den, ob ein Witz hier und da an­ge­bracht ist oder ob man lie­ber sach­lich bleibt und so schnell wie mög­lich zum Punkt kommt. Die Gar­de­ro­ben­wahl soll­te man eben­falls dem Pu­bli­kum an­pas­sen – na­tür­lich oh­ne sich da­bei zu ver­klei­den. An­ge­mes­sen­heit ist das Stich­wort: »Es muss nicht im­mer ein An­zug sein, aber wenn ich in schlam­pi­gen Kla­mot­ten zur Prä­sen­ta­ti­on er­schei­ne, darf ich mich nicht wun­dern, wenn je­mand mei­ne Ar­beit nicht wert­schätzt«, so Chris­ti­an Bü­ning.

Wenn man im Team an­tritt, soll­te je­der den Teil prä­sen­tie­ren, den er ver­ant­wor­tet hat und für den er Spe­zia­list ist. »So steht der Ein­zel­ne für die Qua­li­tät sei­ner Ar­beit im Gu­ten wie im Schlech­ten ge­ra­de und er­fährt di­rek­tes Kun­den­feed­back«, er­klärt Phil­ipp Ba­reiss. Als Faust­re­gel gilt: So­bald man mit meh­re­ren Leu­ten an­rückt, soll­te auch je­der et­was sa­gen, sonst wirkt es ko­misch. Au­ßer­dem emp­fiehlt es sich, auf ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zwi­schen Prä­sen­tie­ren­den und Zu­hö­rern zu ach­ten: Wenn sechs Leu­te auf Kun­den­sei­te sit­zen, ist es vor­teil­haft , mög­lichst nicht al­lein vor­ne zu ste­hen, aber auch nicht zu zehnt.

Re­a­dy for Countdown

Ob al­lein oder im Team: Im Vor­feld soll­te man die Prä­sen­ta­ti­on ein paar Mal durch­spre­chen – aber nicht aus­wen­dig ler­nen! So­bald man vor­for­mu­lier­te Sät­ze im Kopf hat, ist die Ge­fahr groß, dass man sich ver­has­pelt und die Spon­ta­ni­tät lei­det. Am bes­ten kennt man sich in dem The­ma so gut aus, dass man flüs­sig und frei spre­chen und auf Zwi­schen­fra­gen des Kun­den in­tui­tiv und kom­pe­tent re­agie­ren kann. Um sich auf Fra­gen al­ler Art vor­zu­be­rei­ten, hilft es auch, im Vor­feld das Feed­back von pro­jekt­frem­den Kol­le­gen oder Freun­den ein­zu­ho­len.

Bei grö­ße­ren Agen­tu­ren gibt es meist Rehear­sals im Team – vor al­lem vor Pitch-prä­sen­ta­tio­nen, die oft zeit­lich knapp be­mes­sen sind. Da­bei geht es vor al­lem dar­um, dass das Ti­ming stimmt. »Die bes­te Prä­sen­ta­ti­on bringt nichts, wenn wir nach Ablauf der vor­ge­ge­be­nen Zeit erst halb durch sind«, so Da­ni­el Ley­ser, Ma­na­ging Di­rec­tor bei Me­ta­de­sign in Ber­lin. Auch in­halt­li­che Män­gel las­sen sich da­bei noch ent­de­cken und aus­bü­geln – vor­aus­ge­setzt, die Pro­be fin­det recht­zei­tig statt. Pe­ter Taut­kus legt Rehear­sals des­halb spä­tes­tens auf den Vor­mit­tag des Vor­tags: »Wenn man sie am Vor­abend macht, be­deu­tet das, dass die Än­de­run­gen nachts vor­ge­nom­men wer­den müs­sen. Das kommt vor, hat sich aber in mei­ner Er­fah­rung noch nie be­währt – ge­nau­so we­nig wie letz­te Än­de­run­gen im Ta­xi auf dem Weg zum Ter­min.«

Die meis­ten Pro­ble­me er­ge­ben sich üb­ri­gens aus der Tech­nik. Falls mög­lich, soll­te man al­so vor­her klä­ren, mit wel­chem Set­ting man es vor Ort zu tun ha­ben wird. Wie stark ist der Bea­mer? Wie sind die Licht­ver­hält­nis­se im Prä­sen­ta­ti­ons­raum? Falls nö­tig:

Die meis­ten Pro­ble­me er­ge­ben sich üb­ri­gens aus der Tech­nik. Ei­ne Aus­wahl an Ad­ap­tern scha­det nie.

Gibt es gu­ten Sound? Und ei­ne Aus­wahl an di­ver­sen Ad­ap­tern scha­det oh­ne­hin nie.

Ac­tion!

Gut vor­be­rei­tet geht’s nun in die Prä­sen­ta­ti­on vor Ort. Hier sind Em­pa­thie und Fein­ge­fühl ge­fragt. Wie sind die Zu­hö­rer drauf ? Was er­war­ten sie? Um Si­gna­le in Ges­tik und Mi­mik zu er­ken­nen, soll­te man sich im­mer dem Pu­bli­kum zu­wen­den und Au­gen­kon­takt su­chen – am bes­ten ste­hend, um gut se­hund hör­bar zu sein und als Spre­chen­der Raum ein­zu­neh­men. »Es soll­te im­mer ge­nug Zeit sein, um lang­sam zu spre­chen und Ent­wür­fe auch mal ei­ne Mi­nu­te ein­fach nur wir­ken zu las­sen«, rät Ca­ro­lin Rau­en. »Für den Kun­den ist das Ge­sag­te neu und es muss erst mal bei ihm an­kom­men.« Da­bei kön­nen klei­ne Re­min­der an sich selbst in der Prä­sen­tie­ren­den-an­sicht von Keyno­te oder Po­wer­po­int hel­fen.

Noch ein wei­te­rer Tipp von Ca­ro­lin Rau­en: »Min­des­tens so lan­ge, wie man prä­sen­tiert, soll­te man im An­schluss Zeit für Fra­gen und Dis­kus­si­on las­sen.« Fragt der Kun­de zwi­schen­drin schon, darf man sich nicht aus der Ru­he brin­gen las­sen. Und das Team bei Dunckel­feld ruft so­gar aus­drück­lich zum Un­ter­bre­chen auf: »Ei­ne le­ben­di­ge Dis­kus­si­on fin­de ich we­sent­lich bes­ser als ei­ne per­fekt in­sze­nier­te Prä­sen­ta­ti­on oh­ne Aus­tausch«, so Kim Witt­feld. Im­mer­hin sei die Prä­sen­ta­ti­on oft für bei­de Sei­ten auch das ers­te Ken­nen­ler­nen – und das lau­fe im ge­gen­sei­ti­gen Aus­tausch bes­ser als bei ei­ner Fron­tal­be­schal­lung.

Wich­tig ist eben­so, das Le­vel an De­si­gn­ver­ständ­nis der Zu­hö­rer aus­zu­lo­ten. Das ge­lingt zum Bei­spiel über ein paar un­ver­fäng­li­che Fra­gen oder in­dem man auf even­tu­ell ver­ständ­nis­lo­se Bli­cke auf Kun­den­sei­te ach­tet. »Hat man es mit ab­so­lu­ten Lai­en zu tun, hel­fen ein­fa­che Be­schrei­bun­gen und nach­voll­zieh­ba­re Ana­lo­gi­en«, weiß Da­ni­el Ley­ser. »Von dort aus kann man je nach Ver­ständ­nis und Vor­wis­sen schritt­wei­se in die Fach­sim­pe­lei wech­seln.«

Re­mo­te-prä­sen­ta­tio­nen

Ein Son­der­fall sind Prä­sen­ta­tio­nen via Te­le­fon oder Vi­deo, was gar nicht so sel­ten vor­kommt – sei es, um Rei­se­kos­ten oder Zeit zu spa­ren. Meist lau­fen Fern­prä­sen­ta­tio­nen so ab, dass man dem Kun­den vor­ab ein PDF zu­schickt, das man dann ge­mein­sam durch­geht. Da­bei muss man un­be­dingt dar­an den­ken, im­mer an­zu­sa­gen, auf wel­chem Chart man sich ge­ra­de be­fin­det. Das kann schon mal in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten, wenn man im Flow ist.

Lei­der hat man in die­ser Si­tua­ti­on kei­ne Kon­trol­le dar­über, ob sich ein neu­gie­ri­ger Kun­de nicht gleich schon durch die kom­plet­te Prä­sen­ta­ti­on klickt und da­mit den Span­nungs­bo­gen un­ter­wan­dert. Gän­gi­ge Vi­deochat-pro­gram­me wie Sky­pe oder ap­pe­ar.in, bei de­nen man Bild­schir­me tei­len kann, kön­nen hier­bei zu­min­dest ein biss­chen Ab­hil­fe schaf­fen.

Und tschüss!

Wie es nach ei­ner Prä­sen­ta­ti­on wei­ter­geht, be­stimmt meist der Kun­de. Ein ab­schlie­ßen­des Chart, das be­stimm­te Punk­te zur Dis­kus­si­on stellt, kann da­bei hel­fen das Feed­back in ge­wis­se Bah­nen zu len­ken. In der Re­gel wer­den im An­schluss an die Prä­sen­ta­ti­on die nächs­ten Schrit­te de­fi­niert. Zur Si­cher­heit ver­schickt man da­nach am bes­ten ein schrift­li­ches Pro­to­koll an al­le Be­tei­lig­ten.

Wenn es nicht so gut ge­lau­fen sein soll­te: Nicht ver­rückt ma­chen! »Für ei­ne ge­lun­ge­ne Prä­sen­ta­ti­on sind zwei Din­ge not­wen­dig: Dass man selbst sei­ne Sa­che gut macht – aber auch, dass der Zu­hö­rer in der rich­ti­gen Stim­mung ist be­zie­hungs­wei­se Ent­wür­fe ge­nau­so be­ur­teilt wie man selbst«, so Pe­ter Taut­kus. Manch­mal hat man es eben ein­fach nicht selbst in der Hand. Die nö­ti­ge Ge­las­sen­heit kommt schon mit der Zeit und mit der Übung. Al­so: Tipps be­ach­ten und ein­fach ma­chen! nik [5263]

PA­GE edos­sier »Kun­de und Krea­ti­ver: So klappt’s mit der Kol­la­bo­ra­ti­on«. Vom Erst­kon­takt bis zum Auf­bau ei­ner trag­fä­hi­gen Be­zie­hung – un­ser Rat­ge­ber zeigt pra­xis­nah, wor­auf es in der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Agen­tur/fre­e­lan­cer und Auf­trag­ge­ber an­kommt ↗ www.pa­ge-on­li­ne.de/pddp1040

PA­GE edos­sier »Skill Set für Krea­ti­ve«. Wel­che Fä­hig­kei­ten Krea­ti­ve ne­ben der rei­nen Fach­kom­pe­tenz noch ent­wi­ckeln soll­ten, er­klärt PA­GE 03.16 ↗ www.pa­ge-on­li­ne.de/pe­pa1603

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.