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Ei­ne Pat­tern Li­bra­ry auf Ba­sis von Ato­mic De­sign, in sich ver­schach­telt und mit un­zäh­li­gen Ab­hän­gig­kei­ten, er­wies sich bei sip­ga­te als Sack­gas­se. Der Be­frei­ungs­schlag ge­lang mit ei­nem gna­den­lo­sen Um­bau

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● Der Düs­sel­dor­fer Voice­over­ip­an­bie­ter sip­ga­te ist ein tech­no­lo­gie­ge­trie­be­nes Un­ter­neh­men, das auf Än­de­run­gen schnell re­agie­ren kön­nen muss. Nach der Neu­or­ga­ni­sa­ti­on in agi­le Pro­dukt­teams über­nah­men die­se Teams auch die Ver­ant­wor­tung für die je­wei­li­ge Pro­dukt­web­site. »Da­mit sich die Pro­dukt­sei­ten kon­sis­tent ent­wi­ckeln, ent­schie­den wir

2015, ei­ne Pat­tern Li­bra­ry auf­zu­bau­en, an der sich al­le Teams ori­en­tie­ren soll­ten«, er­klärt Ex­pe­ri­ence Ow­ner To­bi­as Rit­ter­bach, der bei sip­ga­te Pro­jek­te rund um Bran­ding und De­sign ver­ant­wor­tet. Kur­zer­hand lu­den die Düs­sel­dor­fer den be­kann­ten USWeb­de­si­gner Brad Frost ein, um sich von ihm beim Auf­set­zen ei­ner Pat­tern Li­bra­ry auf Ba­sis von Frosts Ato­mic­de­sign­kon­zept be­ra­ten zu las­sen.

We­sent­li­ches Merk­mal von Ato­mic De­sign ist be­kannt­lich die im­mer kom­ple­xe­re Ver­schach­te­lung von Ato­men zu Mo­le­kü­len, Or­ga­nis­men, Tem­pla­tes und Pa­ges. Das Such­feld zum Bei­spiel stellt ein Mo­le­kül dar, das aus meh­re­ren Ato­men auf­ge­baut ist, näm­lich dem La­bel »Su­che«, dem Ein­ga­be­feld für den Such­be­griff und dem But­ton »Jetzt su­chen«. Je­des Atom soll sich in un­ter­schied­li­chen Zu­sam­men­hän­gen ver­wen­den las­sen, so die Idee von Ato­mic De­sign. Al­ler­dings stell­te sip­ga­te fest, dass so ein But­ton ein­mal mehr Ab­stand zum Text be­nö­tig­te, das an­de­re Mal ei­nen grö­ße­ren seit­li­chen Ab­stand, um sich von an­de­ren In­hal­ten ab­zu­gren­zen. Bei der Im­ple­men­tie­rung spiel­ten al­so im­mer auch in­di­vi­du­el­le Fak­to­ren ei­ne Rol­le. So stieg mit je­dem neu­en Pat­tern die Kom­ple­xi­tät, bis das Sys­tem sich nicht mehr be­herr­schen ließ. Nie­mand trau­te sich mehr, Ele­men­te up­zu­da­ten. Vor al­lem stark ver­schach­tel­te Pat­terns, die auf an­de­re re­fe­ren­zier­ten, fass­te nie­mand mehr an. »Wir be­fan­den uns in ei­ner Ab­hän­gig­kei­ten­höl­le«, so To­bi­as Rit­ter­bach.

Zu­dem war die Pat­tern Li­bra­ry mit der Ord­nung nach Ato­men, Mo­le­kü­len und Or­ga­nis­men bei 700 bis 800 Pat­terns viel zu un­über­sicht­lich ge­wor­den. Was da­zu führ­te, dass die Pro­dukt­teams lie­ber schnell ein neu­es Pat­tern ent­wi­ckel­ten, an­statt lan­ge nach ei­nem pas­sen­den zu su­chen. »An­fangs hat­ten wir noch die Il­lu­si­on, dass sich so ein Sys­tem selbst re­gu­liert. Aber dann hat je­des Team neue Pat­terns hin­zu­ge­fügt und ir­gend­wann ha­ben wir ein­fach den Über­blick ver­lo­ren. Aus heu­ti­ger Sicht war es ein Feh­ler, kei­nen Ver­ant­wort­li­chen be­nannt zu ha­ben«, so To­bi­as Rit­ter­bach. Mit der Pat­tern Li­bra­ry hat­te sip­ga­te die Kon­sis­tenz und Pro­duk­ti­vi­tät stei­gern

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