»Mit der Zeit wird man selbst­be­wuss­ter und tougher, et­wa was das Ver­han­deln an­geht«

Ann Eckert, Fre­e­lan­ce De­si­gne­rin und Art­di­rek­to­rin in Ham­burg www.an­ne­ckert.de

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● An­ge­fan­gen ha­be ich als stu­den­ti­sche Hilfs­kraf in Agen­tu­ren und bin auf die­sem Weg in die Selbst­stän­dig­keit ge­schlit­tert. Zu­erst ha­be ich mich in­itia­tiv für Fest­an­stel­lun­gen be­wor­ben, aber dar­aus hat sich nichts er­ge­ben. Au­ßer­dem hat das Fre­e­lan­cen für mich von An­fang an gut funk­tio­niert. Heu­te ar­bei­te ich zum Groß­teil für Agen­tu­ren, ma­che Ur­laubs­ver­tre­tun­gen oder spie­le Feu­er­wehr in Pitch­pha­sen. Dar­über hin­aus be­treue ich ei­ni­ge Kun­den di­rekt. Ich be­kom­me zwar im­mer mal wie­der An­ge­bo­te von Agen­tu­ren, mit de­nen ich gut und viel zu­sam­men­ar­bei­te, aber der­zeit ha­be ich kein In­ter­es­se an ei­ner Fest­an­stel­lung.

Ei­ne Grün­der­be­ra­tung oder so et­was ha­be ich nie ge­macht, son­dern bin das da­mals sorg­los-na­iv an­ge­gan­gen und ha­be durch Er­fah­rung ge­lernt. Mit der Zeit wird man selbst­be­wuss­ter und auch tougher, et­wa was das Ver­han­deln an­geht. Ein ge­wis­ses Maß an Net­wor­king ist da­für un­ab­ding­bar, auch um den Wert der ei­ge­nen Ar­beit im­mer wie­der mit der Um­ge­bung ab­zu­glei­chen und um wert­vol­le Kon­tak­te zu pfle­gen.

Ein Man­ko beim Fre­e­lan­cen ist, dass man Pro­jek­te häu­fig nicht bis zum En­de be­glei­ten kann. Das Er­geb­nis hat manch­mal nicht mehr viel mit der ei­ge­nen Ar­beit zu tun – ge­ra­de bei Pit­ches. So bleibt of nicht viel Zeig­ba­res fürs Port­fo­lio.

Und was mir noch auf­ge­fal­len ist: Bei Ver­mie­tern und Versicherungen stößt das Ar­beits­mo­dell Fre­e­lan­cer of noch auf Un­ver­ständ­nis, da die Ge­halts­nach­wei­se eben un­re­gel­mä­ßig sind. Aber ich glau­be, das wird sich mit der zu­neh­men­den Verbreitung des Fre­e­lan­cing bald än­dern.

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