Ta­blet mit Uni­ver­sal In­ter­face

Um Se­nio­ren den Zu­gang zur di­gi­ta­len Welt zu er­leich­tern, hat das Start-up Ne­pos ein Ta­blet mit uni­ver­sel­lem In­ter­face ent­wi­ckelt, das al­le On­li­ne-ak­ti­vi­tä­ten im ein­heit­li­chen De­sign an­zeigt

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Durch aus­gie­bi­ge Usa­bi­li­ty-tests mit Se­nio­ren hat das Start-up Ne­pos her­aus­ge­fun­den, wor­auf es im In­ter­face und UX De­sign für die­se Ziel­grup­pe an­kommt

● Paul Lu­now ge­hört zu den jun­gen Men­schen, die äl­te­ren im­mer wie­der ge­dul­dig er­klä­ren, wie das In­ter­net funk­tio­niert. Weil sei­ne Groß­tan­te Lui­se Lu­now, heu­te 86 Jah­re alt, sich mit Com­pu­tern schwertat, schrieb er ihr so­gar per­sön­li­che Ge­brauchs­an­wei­sun­gen. Sie fühl­te sich den­noch über­for­dert, vor al­lem wenn nach ei­nem Soft­ware­up­date plötz­lich al­les wie­der ganz an­ders aus­sah. »Vie­len Se­nio­ren geht es ähn­lich, die Tech­nik ist ein­fach nicht auf sie zu­ge­schnit­ten«, sagt der 33­Jäh­ri­ge. Als Haupt­pro­ble­me sieht er das un­ein­heit­li­che De­sign von Be­di­en­ober­flä­chen, in­klu­si­ve un­ter­schied­li­cher Me­nü­füh­run­gen und ver­wir­rend vie­ler In­ter­ak­ti­ons­mög­lich­kei­ten mit Soft­und Hard­ware.

Da­durch ent­ste­hen Be­rüh­rungs­ängs­te – ob­wohl die Se­nio­ren na­tür­lich gern mit ih­ren Kin­dern sky­pen oder Fo­tos von ih­ren En­keln emp­fan­gen möch­ten. »Ak­tu­ell gibt es in Deutsch­land 16 Mil­lio­nen ›Di­gi­tal Ab­seits­ste­hen­de‹, vor­wie­gend in der Ge­ne­ra­ti­on 65+«, er­klärt Paul Lu­now. Di­gi­tal Ab­seits­ste­hen­de sind ent­we­der nie oder sehr sel­ten on­li­ne und zei­gen we­nig In­ter­es­se an der ver­net­zen Welt. Die Zahl stammt aus dem D21­di­gi­tal­in­dex 2017/2018 (https://is.gd/di­gi­ta­l­in­dex1718), wel­cher jähr­lich den Di­gi­ta­li­sie­rungs­grad Deutsch­lands er­fasst.

Uni­ver­sal In­ter­face statt Ein­zel­lö­sun­gen

Paul Lu­now ist nicht nur der »Sys­tem­ad­mi­nis­tra­tor« sei­ner Fa­mi­lie, son­dern Pro­gram­mie­rer. So dach­te er dar­über nach, wie er sei­ner Groß­tan­te und all den an­de­ren Se­nio­ren den Zu­gang zur di­gi­ta­len Welt er­leich­tern könn­te. Ge­mein­sam mit Flo­ri­an Schind­ler grün­de­te er 2015 in Ber­lin das Start­up Ne­pos. Für ih­re ers­te Ent­wick­lung läuft noch ei­ne Crow­din­ves­tin­gKam­pa­gne bei Com­pa­nis­to: ein Ta­blet mit ei­ner ein­heit­li­chen Be­di­en­ober­flä­che. Es ist pro­duk­ti­ons­reif und soll vor­aus­sicht­lich En­de 2018 er­hält­lich sein.

Das Uni­ver­sal In­ter­face (kurz Ui+) ist der Kern der Er­fin­dung. Es zeigt die für äl­te­re Men­schen wich­tigs­ten On­li­ne­ak­tio­nen mit der im­mer glei­chen Ober­flä­che an – von E­mail und Vi­deo­te­le­fo­nie über Ban­king bis Shop­ping und Rei­se­bu­chung. Auch die Me­nü­lo­gik bleibt für je­de An­wen­dung gleich, sie führt die Nut­zer mit kur­zen An­wei­sun­gen Schritt für Schritt

zum Ziel. Die Ein­heit­lich­keit und ein­fa­che Hand­ha­bung sol­len der äl­te­ren Ge­ne­ra­ti­on den Um­gang mit dem In­ter­net er­leich­tern. »Bis­her setz­ten An­ge­bo­te für Se­nio­ren oft auf ex­tra­gro­ße Schrift, ei­nen No­t­ruf­knopf und Pil­len­alarm«, so Paul Lu­now. »Uns ist es hin­ge­gen wich­tig, die äl­te­ren Leu­te ernst zu neh­men – sie ha­ben die glei­chen Be­dürf­nis­se wie wir.«

Al­ler­dings sinkt die Be­reit­schaft, Neu­es zu ler­nen, be­reits im Al­ter von cir­ca 25 Jah­ren: Die so­ge­nann­te flui­de In­tel­li­genz nimmt ab, die un­ter an­de­rem für ei­ne schnel­le Auf­fas­sungs­ga­be sorgt und bei der An­eig­nung neu­er Fä­hig­kei­ten hilft . Statt­des­sen steigt die auf Er­fah­run­gen ba­sie­ren­de »kris­tal­li­ne« In­tel­li­genz. Au­ßer­dem stieß Ne­pos bei der Re­cher­che auf Un­ter­su­chun­gen, die fest­ge­stellt ha­ben, dass die Leit­fä­hig­keit der Haut bei äl­te­ren Men­schen nach­lässt, so­dass Touch­screens ih­re Be­rüh­run­gen schlech­ter er­ken­nen. Se­nio­ren sind al­so nicht nur des­we­gen we­ni­ger di­gi­tal un­ter­wegs, weil sie in ei­ner Welt oh­ne In­ter­net auf­ge­wach­sen sind.

Usa­bi­li­ty-tests im Ro­sen­hof

Zu Ne­pos ge­hö­ren mitt­ler­wei­le 20 Mit­ar­bei­ter: al­les jun­ge Leu­te. Um zu be­grei­fen, wie die et­wa dop­pelt bis drei­fach so al­te Ziel­grup­pe tickt und wel­che An­for­de­run­gen sie an die Tech­nik hat, be­zog das Team sie in die Ent­wick­lung des uni­ver­sel­len In­ter­faces von An­fang an mit ein und führ­te drei Lang­zeit­stu­di­en durch. Da­für ar­bei­te­ten sie mit der Ber­li­ner Se­nio­ren­wohn­an­la­ge Ro­sen­hof zu­sam­men. »Je­der un­se­rer Mit­ar­bei­ter war min­des­tens ein­mal bei ei­nem Test vor Ort da­bei, um zu er­le­ben, wie die Men­schen mit un­se­rem Pro­dukt um­ge­hen. Die­se Be­geg­nun­gen wa­ren ex­trem wich­tig, um ge­dank­lich nah bei der Ziel­grup­pe zu blei­ben«, sagt Paul Lu­now.

Mit über 300 Test­per­so­nen be­sprach das Ne­posTeam zwei Jah­re lang neue Ide­en, Kon­zep­te oder Pro­to­ty­pen und ließ sie die­se aus­pro­bie­ren. Mo­nat­lich wur­den et­wa die Nut­zer­füh­rungs­kon­zep­te ge­tes­tet. Ne­ben fünf De­si­gnern ist ei­ne Psy­cho­lo­gin Teil des Teams. Sie kon­zi­pier­te und be­glei­te­te die Tests – als Me­tho­den dien­ten et­wa A/b-tes­tings für klei­ne Auf­ga­ben, Fra­ge­bo­gen, In­ter­views et ce­te­ra. Ei­ner der De­si­gner war eben­falls im­mer da­bei, um an­hand der Be­ob­ach­tun­gen das UX De­sign zu über­ar­bei­ten.

»Es war in­ter­es­sant zu se­hen, dass äl­te­re Men­schen ein ganz an­de­res Lö­sungs­ver­hal­ten ha­ben. Das Gr­und­ver­ständ­nis, das sich bei Jün­ge­ren ein­ge­brannt hat, zum Bei­spiel dass man ei­ne Sei­te öff­nen und schlie­ßen kann, ist nicht vor­han­den«, sagt Paul Lu­now. »Se­nio­ren nei­gen da­zu, nur punk­tu­ell in be­stimm­te Be­rei­che zu gu­cken.« Des­we­gen sei es so wich­tig, die Auf­merk­sam­keit der Nut­zer im­mer auf die Me­nüs am Rand zu len­ken. Ex­pe­ri­men­te mit ani­mier­ten Gra­fi­ken, die nach links oder rechts zeig­ten, schlu­gen fehl – da vie­le Tes­ter di­rekt in die Animation tip­pen woll­ten. »Wir ha­ben fest­ge­stellt, dass ein kur­zer, kla­rer Satz mit ei­nem Pfeil bei un­se­rer Ziel­grup­pe am bes­ten funk­tio­niert«, so Gi­u­sep­pe Vi­tuc­ci, Le­ad De­si­gner bei Ne­pos.

Oh­ne Schnick­schnack, son­dern mit ei­ner kla­ren, wei­ßen Schrift auf dun­kel­blau­em Hin­ter­grund for­dert das In­ter­face die Nut­zer Step by Step zu be­stimm­ten Ak­tio­nen auf, wie zum Bei­spiel: »Wäh­len Sie bit­te links«. Ein gro­ßer Pfeil zeigt dann auf den ent­spre­chen­den Me­nü­punkt. Die Hin­wei­se sind in der Mit­te des In­ter­faces zu le­sen. Je­des Sym­bol ist mit ei­nem er­klä­ren­den Wort ver­se­hen, un­ter dem Pa­pier­flie­ger-icon steht zum Bei­spiel »Sen­den«. Auch auf den Tas­ten der ein­ge­blen­de­ten Tas­ta­tur fin­den sich Hin­wei­se wie »Le­er­zei­chen« oder »Ab­satz«. Op­tio­nal lässt sich für Er­läu­te­run­gen zu­sätz­lich die Sprach­hil­fe ak­ti­vie­ren. Und – ganz wich­tig – je­des Be­dien­ele­ment hat ex­akt ei­ne Funk­ti­on, so­dass der Nut­zer kei­ne Ak­ti­on aus Ver­se­hen aus­lö­sen kann. »Äl­te­re Leu­te ge­ben sich oft selbst die Schuld, wenn der

Com­pu­ter nicht funk­tio­niert. Sie sind schnell de­mo­ti­viert«, sagt Paul Lu­now. »Es ist da­her wich­tig, sie an die Hand zu neh­men – al­ler­dings möch­ten sie na­tür­lich nicht für doof ver­kauft wer­den. Das ist oft ein schma­ler Grat.«

Apps zer­le­gen und neu zu­sam­men­set­zen

Die Schwie­rig­keit bei der Ent­wick­lung des uni­ver­sel­len In­ter­faces be­stand vor al­lem dar­in, ei­ne ein­heit­li­che Struk­tur für die ver­schie­de­nen An­wen­dun­gen zu eta­blie­ren. »Wir ha­ben nach die­sem Prin­zip et­li­che Apps nach­ein­an­der ent­wi­ckelt«, so Gi­u­sep­pe Vi­tuc­ci. »Da­bei war es manch­mal so, dass wir für ei­ne An­wen­dung die Lö­sung hat­ten – bei der nächs­ten App dann aber fest­stell­ten, dass wir noch mal ein paar Schrit­te zu­rück­ge­hen müs­sen, um die Funk­ti­ons­wei­sen wirk­lich kon­sis­tent zu hal­ten.« Ein E­mail­pro­gramm ins Ui+ zu über­set­zen, war da­bei we­ni­ger kom­plex als et­wa ei­ne Dritt­an­bie­ter­app zum Bu­chen von Rei­sen, da bei die­ser we­sent­lich mehr Schrit­te er­for­der­lich sind. »Wir ha­ben uns sehr kon­kret mit dem In­halt je­der An­wen­dung be­fasst und die­sen in ein­zel­ne Ele­men­te und Funk­ti­ons­wei­sen zer­pflückt«, er­klärt Vi­tuc­ci. Oft muss­te dann ab­ge­speckt wer­den: »Ei­ne un­se­rer Auf­ga­ben war, zu ent­schei­den, was wirk­lich wich­tig ist.«

Zur Pro­dukt­ein­füh­rung wer­den auf dem Ta­blet un­ter an­de­rem Apps für Vi­deo­te­le­fo­nie, News, Fo­to­ka­me­ra und Text­edi­tor vor­han­den sein, au­ßer­dem

gibt es ei­nen Chro­mi­um-brow­ser mit vor­in­stal­lier­tem Ad­blo­cker, mit dem sich je­de be­lie­bi­ge Sei­te auf­ru­fen lässt. Wei­te­re In­hal­te kom­men nach und nach hin­zu, wo­für Ne­pos eng mit Part­nern zu­sam­men­ar­bei­tet – da­bei sind zum Bei­spiel schon das Tou­ris­tik­un­ter­neh­men HRS, ein Klas­sik-strea­m­ing­dienst, ein Ver­sand­händ­ler und ein Le­bens­mit­tel­lie­fer­dienst. Ih­re In­hal­te im Ui+ dar­zu­stel­len, ist über APIS mög­lich. »Sol­che Schnitt­stel­len sind mitt­ler­wei­le gang und gä­be – und ei­ner der Grün­de, war­um wir un­ser Pro­jekt über­haupt star­ten konn­ten«, sagt Paul Lu­now. Mit sen­si­blen Da­ten, wie et­wa von Ban­ken, kommt Ne­pos nicht in Be­rüh­rung. Sie wer­den aus­schließ­lich dem Nut­zer an­ge­zeigt und nicht in den Sys­te­men des Start-ups ge­spei­chert.

Die Zu­sam­men­ar­beit mit Part­nern ist Teil des Ge­schäfts­mo­dells von Ne­pos: Er­fol­gen über das Ta­blet Käu­fe, wird das Start-up nach ei­nem klas­si­schen Af­fi­lia­te-mo­dell an den Um­sät­zen be­tei­ligt – ei­ne zu­sätz­li­che Ein­nah­me­quel­le ne­ben dem Ver­kauf des Ta­blets (cir­ca 450 Eu­ro), das auch über ein Abo­mo­dell zu ha­ben sein wird. Fir­men von der Af­fi­lia­te-idee zu über­zeu­gen, war nicht schwer: »Al­len ist be­wusst, dass die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on in den nächs­ten fünf Jah­ren di­gi­tal in­te­griert wer­den muss«, so Paul Lu­now. Das Markt­vo­lu­men soll bei cir­ca 4,5 Mil­li­ar­den Eu­ro lie­gen, das In­ter­es­se an Part­ner­schaf­ten sei groß. Das Ta­blet ist erst der An­fang: Ne­pos kann sich vor­stel­len, künf­tig jeg­li­che Tech­nik auf die Be­dürf­nis­se der äl­te­ren Ge­ne­ra­ti­on zu­zu­schnei­den.

Ei­ge­ne Hard­ware für mehr Kon­trol­le

Paul Lu­now und sein Team ha­ben ein ei­ge­nes Be­triebs­sys­tem ent­wi­ckelt, das auf Li­nux ba­siert. »Un­se­re Nut­zer kön­nen nur dann ge­fahr­los mit der di­gi­ta­len Welt in­ter­agie­ren, wenn wir das Ge­samt­sys­tem un­ter Kon­trol­le ha­ben«, sagt er. Durch Re­ad-on­lyZu­griff kön­nen die User kei­ne Pro­gram­me in­stal­lie­ren und sich kei­ne Vi­ren oder Tro­ja­ner ein­fan­gen. Ne­pos weiß je­der­zeit, wo, wann und wie wel­che Da­ten ver­ar­bei­tet wer­den. »Wenn man An­dro­id nutzt oder auf IOS ei­ne App baut, hat man im­mer die­sen Teil ei­nes ame­ri­ka­ni­schen Groß­kon­zerns, den man nicht un­ter Kon­trol­le hat – man ist nur Bei­fah­rer«, sagt Paul Lu­now. Auch des­halb hat sich Ne­pos für die Ent­wick­lung ei­ge­ner Hard­ware ent­schie­den.

Der ur­sprüng­li­che Plan war ein an­de­rer: Das Star­t­up hat­te vor, ei­ne App für die In­stal­la­ti­on ei­ner ein­heit­li­chen Be­di­en­ober­flä­che zu pro­gram­mie­ren. Für ei­ge­ne Hard­ware sprach auch, dass äl­te­re Men­schen, die be­reits Ta­blets be­sit­zen, oft nur ei­nen Bruch­teil der mög­li­chen Funk­tio­nen nut­zen. »Schon das Her­un­ter­la­den von Apps ist für vie­le ei­ne Her­aus­for­de­rung. Die per­fek­te User Ex­pe­ri­ence kön­nen wir nur schaf­fen, wenn wir den ge­sam­ten Pro­zess in der Hand ha­ben«, so Lu­now. Auch Ver­su­che, ein exis­tie­ren­des Ge­rät zu »ver­pa­cken«, stell­ten sich als schwie­rig her­aus. Ne­pos wä­re vom Her­stel­ler ab­hän­gig ge­we­sen. Au­ßer­dem fand das Start-up her­aus, dass gän­gi­ge Ta­blets für äl­te­re Leu­te nicht wirk­lich gut ge­eig­net sind, da sie meist sehr fla­che Ge­häu­se ha­ben und die Knöp­fe zur Laut­stär­ke­re­ge­lung oder zum Ein­und Aus­schal­ten nicht di­rekt er­kenn­bar sind.

»Aus all die­sen Grün­den ha­ben wir uns da­zu ent­schlos­sen, aus fer­ti­gen Kom­po­nen­ten ein ei­ge­nes Ta­blet zu­sam­men­zu­bau­en. Mit Open-sour­ce-soft­ware ent­wi­ckel­ten wir un­ser Be­triebs­sys­tem und dar­auf ha­ben wir die uni­ver­sel­le Be­di­en­ober­flä­che auf­ge­setzt«, so Paul Lu­now. Als Pro­gram­mier­um­ge­bung für das In­ter­face dien­te HTML, wo­durch es – auch jen­seits des Ta­blets – viel­sei­tig ein­setz­bar ist. Künf­tig könn­te man es zum Bei­spiel auf Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten über­tra­gen. Das Ta­blet selbst hat der Pro­dukt­de­si­gner Wer­ner Aiss­lin­ger ent­wor­fen. Es wirkt sehr ro­bust, ist er­go­no­misch und lässt sich gut hin­stel­len. Der 10-Zoll-bild­schirm er­mög­licht au­ßer­dem ei­ne an­ge­neh­me Schrift­grö­ße, ein Dreh­reg­ler für die Laut­stär­ke wie auch Led-an­zei­gen für ein­ge­hen­de Nach­rich­ten und den Ak­ku­la­de­zu­stand ge­hö­ren eben­falls da­zu. Die For­men pas­sen gut zum kla­ren In­ter­face. »Nur weil man alt ist, ver­liert man schließ­lich nicht den Sinn für Äs­t­he­tik«, sagt Paul Lu­now.

Das Ge­samt­pa­ket scheint den Test­per­so­nen zu ge­fal­len, die dem Team so­gar schon klei­ne Ge­dich­te ge­schickt ha­ben – und E-mails mit nicht ganz kor­rek­ten Smi­leys. Auch den Ven­ture- Ca­pi­tal-arm von ProSie­ben­sat.1 so­wie ei­ni­ge Bu­si­ness An­gels hat Ne­pos über­zeugt (dar­un­ter tri­va­go- Grün­der Rolf Schröm­gens und Ne­ben­an.de-foun­der Chris­ti­an Voll­mann), die das Start-up mit ins­ge­samt 2 Mil­lio­nen Eu­ro un­ter­stüt­zen. Zu­dem hat Ne­pos fast 800 000 Eu­ro bei Com­pa­nis­to ein­ge­sam­melt. So­bald noch 200 000 Eu­ro hin­zu­ge­kom­men sind, wer­den die ers­ten 2500 Ge­rä­te her­ge­stellt. Für ei­ne Crow­din­ves­ting-kam­pa­gne ent­schie­den sich die Grün­der nicht nur, weil die Pro­duk­ti­on der Hard­ware ziem­lich teu­er ist – son­dern auch, weil jun­ge Leu­te das Ta­blet auf die­sem Weg für ih­re Groß­el­tern oder El­tern ent­de­cken kön­nen. Denn die Ziel­grup­pe selbst ist nun mal nicht on­li­ne an­zu­tref­fen. Noch nicht. lr [6203]

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