Was wir fra­gen woll­ten

Mar­kus Schwitz­ke, Ge­schäfts­füh­rer von Schwitz­ke Gra­phics, Düs­sel­dorf ↗ www.schwitz­ke.com

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Als »Buch­hand­lung der Zu­kunft« prä­sen­tiert sich Hu­gen­du­bel am Münch­ner St­a­chus nach dem Re­de­sign durch Schwitz­ke. Was ist so zu­kunfts­wei­send?

Mar­kus Schwitz­ke: Dass es sich nicht bloß um ein neu­es Sty­ling, son­dern um ein gänz­lich neu­es Kon­zept han­delt. Das In­ter­net ist zum Su­chen da, ein rea­ler La­den zum Fin­den, so der Grund­ge­dan­ke: Als Händ­ler muss man Ide­en­ge­ber wer­den, mit The­men und Ins­ze­nie­run­gen über­ra­schen, die Pro­duk­te qua­si ku­ra­tie­ren.

Ähn­lich wie bei ei­nem Con­cept Sto­re?

Ge­nau. Und um den La­den zu ei­ner Büh­ne zu ma­chen, ist gro­ße Fle­xi­bi­li­tät er­for­der­lich. Statt ein­ge­bau­ter Mö­bel wur­den ei­gens 6000 licht­graue Bo­xen an­ge­fer­tigt. Sie bie­ten den Hin­ter­grund, um so­ge­nann­te Le­se­wel­ten wie »ab­tau­chen«, »Ho­ri­zon­te«, »le­ben, wohnen und ge­nie­ßen« oder auch »Fens­ter zur Welt« in im­mer wie­der neu­en drei­di­men­sio­na­len Ras­tern zu ins­ze­nie­ren.

Ei­ne un­ge­wohn­te Ord­nung. Wie funk­tio­niert da die Ori­en­tie­rung?

Nicht wie in ei­ner Bi­b­lio­thek über Be­schrif­tun­gen, son­dern eher in­tui­tiv wie in Ga­le­ri­en oder Mu­se­en, durch the­ma­ti­sche Ins­ze­nie­run­gen und Vi­su­al Mer­chan­di­sing. Im Be­reich »gro­ße Ge­füh­le« gibt es In­stal­la­tio­nen aus ei­gens an­ge­fer­tig­ten Pa­pier­blu­men. Bei den Co­mics hat ei­ne Il­lus­tra­to­rin aus un­se­rem Team ei­nen Man­ga an die Wand ge­zeich­net. Wo es um Ler­nen und Spie­len geht, wird ei­ne schwar­ze Lack­ta­fel mit Krei­de be­malt. Au­ßer­dem ha­ben wir Pla­ka­te ver­schie­de­ner Grö­ßen ent­wor­fen, die sich in Wech­sel­rah­men nach Be­darf aus­tau­schen las­sen, zum Bei­spiel für Neuerscheinungen oder Events.

Die Buch­hand­lung bie­tet auch viel Platz, um sich mit Bü­chern zu be­schäf­ti­gen, so­gar ei­nen ex­trem mi­ni­ma­lis­ti­schen »Raum der Stil­le«, an dem au­ßen nur »PSSST« steht.

Um in Le­se­wel­ten die Pro­duk­te jen­seits klas­si­scher Gren­zen zu­sam­men­zu­stel­len, braucht man als Buch­händ­ler ei­ne Hal­tung. Da­für muss man auch Räu­me schaf­fen – im Raum der Stil­le heißt es et­wa, sich aufs We­sent­li­che zu kon­zen­trie­ren. Aber kei­ne Angst, es gibt auch ein Ca­fé, ei­ne Event­büh­ne, ei­nen Co­wor­king Space so­wie ge­müt­li­che So­fas zum Le­sen.

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