»Noch wer­den meist männ­li­che Fo­to­gra­fen von meist weib­li­chen Art-buy­ern ge­bucht«

Aber ein Wan­del sei schon zu spü­ren, so Ka­ren Blo­me, He­ad of Art Buy­ing bei Jung von Matt, Ham­burg

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Ihr Job ist ei­ne der Schalt­stel­len für zeit­ge­mä­ße Frau­en­bil­der in der Wer­bung. Wie se­hen Sie das The­ma?

Ka­ren Blo­me: Bei Krea­tiv­work­shops im Haus ha­be ich da­zu ge­ra­de kürz­lich grö­ße­re Re­cher­chen an­ge­stellt. Die Trends kom­men von Ins­ta­gram, wo Frau­en wie Ar­vi­da Bys­tröm oder Mai­sie Cou­sins pro­vo­kant mit »im­per­fect be­au­ty« spie­len – der Main­stream prä­sen­tiert sich al­ler­dings vor al­lem schön und welt­rei­send.

Wie sieht es in der Wer­be­fo­to­gra­fie aus?

Noch wer­den meist männ­li­che Fo­to­gra­fen von meist weib­li­chen Art-buy­ern ge­bucht. Aber das än­dert sich im Au­gen­blick. Wäh­rend er­folg­rei­che klas­si­sche Fo­to­gra­fen auf Ins­ta­gram oft kaum Fol­lo­wer ha­ben, pro­fes­sio­na­li­sie­ren sich an­ders­her­um er­folg­rei­che Ins­ta­gram­me­rin­nen wie et­wa die Ka­na­die­rin Pe­tra Col­lins – für mich ge­ra­de ein tol­les Bei­spiel für jun­ge weib­li­che Fo­to­gra­fie. Sie selbst ar­bei­tet mit Topmodels der Welt, auch wenn die auf den Bil­dern oft wie ih­re Freun­din­nen aus­se­hen. Aber ih­re Ge­ne­ra­ti­on cas­tet Mo­dels in­zwi­schen oft auch über Ins­ta­gram.

In der deut­schen Wer­be­welt ist da­von nicht viel zu spü­ren.

Ja, Wasch­mit­tel ver­kauft man im­mer noch ans Heim­chen. Auch bei Jung von Matt wur­de ge­ra­de über ei­nen Spot für Sixt dis­ku­tiert.

In dem ei­ne lie­beshung­ri­ge Frau am Te­le­fon ei­nem Mann vor­heult und der sich da­bei nur das sat­te Heu­len von Au­to­mo­to­ren vor­stellt. Sehr lus­tig, von den Rol­len­bil­dern her aber ei­gent­lich gru­se­lig.

Für mich stellt sich da die Fra­ge, wie wich­tig der Zeit­geist heu­te ist und ob er sich über ei­ne gu­te Idee stel­len darf. Mei­ne Ant­wort wä­re ein kla­res »Ja!«.

War­um be­wegt sich in der üb­li­chen Mar­ken­wer­bung so we­nig?

Kon­zer­ne sind oft sehr männ­lich be­setzt, so­gar die Frau­en dort sind häu­fig nicht sehr frau­en­för­dernd ori­en­tiert. Neue Pro­duk­te ha­ben es leich­ter, aber je ge­setz­ter ei­ne Mar­ke ist, des­to schwie­ri­ger wird es. Vie­le Kun­den bli­cken auf lan­ge Tra­di­tio­nen zu­rück, in­klu­si­ve ent­spre­chen­der Wert­vor­stel­lun­gen. Aber sie wä­ren von uns schlecht be­ra­ten, wenn wir sie nicht ins Jetzt ab­ho­len wür­den. Ge­ra­de hat Jung von Matt zum Singles Day ei­nen tol­len Spot für Dou­glas pro­du­ziert: »re­al lo­ve starts with yours­elf«. Da spielt Amor mal ei­ne ganz an­de­re Rol­le . . .

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