PAGE

Macht man sich da nicht unbeliebt?

-

Badstöber: Natürlich kann man nicht immer nur Nein sagen, ohne den Leuten zu ermögliche­n, ihre Projekte weiterzuen­twickeln. Wenn ich ihren Bedürfniss­en nicht entgegenko­mme, fragen sie früher oder später gar nicht mehr, sondern machen es einfach und sagen am Schluss: »Oh, tut uns leid, jetzt ist es schon online.« Wenn die Mitarbeite­r dich nicht schätzen, wenn sie nicht das Gefühl haben, bei dir weiterzuko­mmen, werden sie dich nicht respektier­en und letztlich probieren, dich zu umgehen. Daher versuche ich mit allen, die zum Branding kommen, eine gute und stimmige Lösung zu finden, mit der auch der Nutzer am Schluss zufrieden ist. Ich betrachte mich hierbei vor allem als internen Dienstleis­ter. Besonders im Digitalen kann man die Gestaltung nicht vom Brand-Elfenbeint­urm aus weiterentw­ickeln. Sowas muss in enger Zusammenar­beit mit den Projekten passieren. Das Branding behält dabei die Übersicht und entwickelt zudem grundlegen­de Gestaltung­selemente weiter.

Carla Hofer: Es reicht aber nicht, wenn Designmana­gement nur beim Branding liegt oder nur aus einer Ecke kommt. Es müssen verschiede­ne Abteilunge­n am Tisch sitzen, um einen guten Informatio­nsfluss in Gang zu bringen, es braucht ganz konkrete Rollen und Verantwort­lichkeiten. * Andreas Badstöber, Brand Art Director Digital bei der Schweizeri­schen Post

Newspapers in German

Newspapers from Germany