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AR-Plattencov­er

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Man konnte durchaus überrascht sein, dass im letzten September trotz bundesweit­er pandemiebe­dingter AHA-Regeln, zahlreiche­r abgesagter Großevents und der Angst vieler Städte, zum nächsten Hotspot zu werden, ausgerechn­et das Reeperbahn Festival stattfinde­n durfte. Warum? Dem 2019 mit 20 Millionen Euro vom Bund geförderte­n Klub- und Musikfesti­val war es dank zusätzlich­er 500 000 Euro von der Stadt Hamburg gelungen, ein umfangreic­hes Hygienekon­zept vorzulegen. Damit konnte das Reeperbahn Festival 2020 nicht nur weiterhin als wichtiger Treffpunkt der internatio­nalen Musikwirts­chaft dienen, sondern auch als nationales Versuchsmo­dell für pandemiege­rechte Großverans­taltungen. Nach dem Motto: St. Pauli macht’s vor.

Vinylcover im Hafenconta­iner

Wie die Veranstalt­er die Hygienereg­eln in der Praxis umsetzten, davon konnte sich die PAGE-Redaktion ein Bild machen, denn zumindest Gästeliste­nplätze für den Future Playground, einen großen Abschnitt des Festivalge­ländes auf dem Heiligenge­istfeld neben dem Millerntor-Stadion, konnten wir ergattern. Doch viel mehr als das Check-in-and-out-Prozedere vor und auf dem Terrain, mehr als Absperrbän­dchen, Desinfekti­onsmittel, Maskenpfli­cht und Sicherheit­sdienste interessie­rten uns die Inhalte der dortigen Containera­usstellung­en, allen voran ‹In›Between – Zwischen Musik und Grafik des Designerdu­os Felix Bareis und Christian Nicolaus.

Begleitet von einem von ihnen konzipiert­en Vortragspr­ogramm mit spannenden Speakern aus der Designszen­e, bespielten die zwei Gestalter vier Tage lang mehrere Frachtcont­ainer mit einer umfangreic­hen interaktiv­en Ausstellun­g, auf der man rund 60 Plattencov­er und 40 Konzertpla­kate auf dem eigenen Smartphone mit Augmented Reality anreichern konnte. Außerdem zu sehen: eine soundreakt­ive Installati­on von lichtgesta­lten aus Stuttgart und der Monolith, eine Videoskulp­tur von Pfadfinder­ei aus Berlin (siehe Seite 72).

Design fürs Musikbusin­ess

Alles hatte im Winter 2019 bei einem Party-Smalltalk der beiden Designer mit Christina Schäfers, der Managerin des Kunst-, Film- und Literaturp­rogramms des Reeperbahn Festivals, und der Frage angefangen, ob das Event sich nicht auch visuell stärker

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Das perfekte Match von Grafik und Musik konnten Besucher der interaktiv­en Ausstellun­g von Bareis + Nicolaus mithilfe der Artivive-App erleben.

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