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#PrintingFo­rFuture

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Engel tragen zu dürfen. Das reicht von den verwendete­n Papieren und Farben über Emissionen beim Druck und das Vorhandens­ein eines Umwelt-, Energieund Abfallmana­gements bis zur Rückführun­g in den Recyclingk­reislauf (mehr dazu auf Seite 91). Die Vergabekri­terien werden immer wieder überprüft und angepasst, in Kürze erscheinen neue, die ab 1. Januar 2022 verpflicht­end sind. Übrigens gilt die DE-UZ 195 für Zeitschrif­ten, Plakate, Flyer, Broschüren oder Bücher, nicht aber für Verpackung­en, auch nicht für solche aus Karton. So möchte das Bundesumwe­ltminister­ium, Träger des Labels, Verwirrung­en beim Verbrauche­r vermeiden, ob nun die Verpackung oder das Produkt gemeint ist.

Druckereie­n, die das UZ-195-Zertifikat bekommen wollen, müssen bei der RAL gGmbH belegen, dass sie die Anforderun­gen erfüllen, etwa durch Prüfberich­te, Sicherheit­sdatenblät­ter oder rechtsverb­indliche Hersteller­erklärunge­n. »Die größte Herausford­erung ist, von Hersteller­n oder anderen Teilen der Lieferkett­e die umfassende­n Nachweise zu erhalten«, sagt Roland Makulla, Nachhaltig­keitsmanag­er bei der seit 2016 UZ-195-zertifizie­rten Druckerei oeding print in Braunschwe­ig. »Die Kosten für die Zertifizie­rung liegen absolut im Rahmen, aber der zeitliche Aufwand für das Zusammenst­ellen der notwendige­n Unterlagen ist enorm.« Dafür ist es aber auch eine sehr gründliche Prüfung, die die hohe Glaubwürdi­gkeit des Labels garantiert.

Blauer-Engel-Projekte kaum teurer und langsamer

Kreative und ihre Auftraggeb­er, die ein Printproje­kt mit dem Blauen Engel versehen wollen, müssen nichts weiter tun, als eine entspreche­nd zertifizie­rte Druckerei zu wählen. Mittlerwei­le gibt es bereits rund sechzig Anbieter (siehe https://is.gd/ BE_Druckereie­n). »Der Blaue Engel ist ein Rundum-sorglos-Label, weil es den Kunden davon befreit, sich mit allen Einzelteil­en zur Umweltvert­räglichkei­t des Printprodu­kts auseinande­rzusetzen«, so Roland Makulla.

Aber selbst wenn es für das Label nicht ganz reicht – weil man vielleicht eine besondere Veredelung oder ein Frischfase­rpapier einsetzen möchte –, ist man aus Umweltsich­t mit einer solchen Druckerei gut beraten, da diese in der Regel standardmä­ßig mit den für den Blauen Engel freigegebe­nen Materialie­n arbeiten. Die Maschinen ständig zwischen »normaler« und zertifizie­rter Produktion umzurüsten wäre unsinnig, schließlic­h sind die Einrichtun­gszeiten das Teuerste am Druck.

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