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»Jeder, der eine eigene Reichweite hat, wird künftig NFTs anbieten«

Nach Stationen bei JvM, SinnerSchr­ader und eigenen Agenturen wie Swipe ist Jürgen Alker hauptberuf­licher NFT Consultant (www.alker.io)

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Wie sind Sie bei den NFTs gelandet?

Jürgen Alker: Seit 2013 befasse ich mich mit dem Thema Krypto, da ist der Weg zu NFTs nicht weit. Und aus der Agenturwel­t und von Unternehme­n kamen dazu immer mehr Anfragen.

Für den Mainstream ist alles aber noch ganz schön komplizier­t?

Allen Technologi­en begegnen anfangs Hemmschwel­len. Bislang gibt es nur anderthalb Millionen Wallets auf OpenSea, die Zahl der weltweiten User:innen ist also überschaub­ar. Inzwischen kann man NFTs mit Kreditkart­en kaufen, da wird die Zielgruppe deutlich größer.

Es ist wohl kein Zufall, dass Nike oder adidas schon so aktiv sind – vom Sneaker- zum NFT-Sammeln ist es ja kein so großer Schritt.

Solche Lifestylem­arken sind das Geschäft gewohnt, die wissen, wie man Dinge über den reinen Produktion­spreis hinaus auflädt und Begehrlich­keiten für besondere Stücke weckt. Das sind alte Mechaniken in dieser Branche. Und globalen Marken fällt es erst mal leichter, genug Interessen­ten an den Start zu bringen.

Eine mittelstän­dische Bekleidung­smarke braucht nicht sofort NFTs. Die Marktdurch­dringung muss groß genug sein, um genügend Kryptofans zu erreichen.

Wie macht man NFTs attraktiv?

Das Web 2.0 war userzentri­ert, im Web3 geht es um Membership und Zugehörigk­eit. Discord-Kanäle sind da extrem wichtig, und man darf nicht unterschät­zen, dass mit einer Kollektion von 10 000 Stück fast ebenso viele Leute in den Communitys

24/7 im Austausch sein wollen.

Da ist immer Neues gefragt.

Ja, exklusiver Content für alle, die meine NFTs besitzen – zum Beispiel besondere Konferenze­n, Websites oder DiscordCha­nnels. Jeder, der eine eigene Reichweite hat, wird künftig NFTs anbieten, ob Popstars für Konzerte oder Influencer:innen für exklusive Tutorials. Das wird selbstvers­tändlich sein! In New York eröffnet bald ein Restaurant, in das man nur mit einem bestimmten NFT reinkommt.

Werden die Artworks also auch zum Schlüssel für Real-Life-Events?

Menschen haben nun mal Lust, andere Menschen zu sehen. Bei der NFT-Konferenz in New York gab es eine Party nach der anderen. Im Kraftwerk-Club in Berlin präsentier­te die Kryptokuns­torganisat­ion Bright Moments kürzlich Arbeiten diverser Artists auf Großleinwä­nden. Das Interesse war riesig.

Welche Agenturen sind fürs Thema NFT prädestini­ert?

Egal ob Branding-, Werbe- oder Digitalage­ntur, es muss mindestens eine Person geben, die das Thema spannend findet. Aus der Neugierde entsteht das Klima für Experiment­e und erste Gespräche oder Workshops mit Kunden. Mit kleinen Projekten kann man etwas ausprobier­en. Die Wissensdis­krepanz gegenüber den Unternehme­n kann Agenturen große Chancen bieten. Endlich mal wieder ein Thema, wo sie dem Kunden voraus sein können.

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ihre Lippenstif­treihe Reds of Worth mit Tokens weiblicher Artists wie Illustrato­rin Lili Tae aus Bangkok (https:// opensea.io/ collection/red
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L’Oréal promotete ihre Lippenstif­treihe Reds of Worth mit Tokens weiblicher Artists wie Illustrato­rin Lili Tae aus Bangkok (https:// opensea.io/ collection/red sofworth)
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Die NFT-Typoanimat­ionen von Underware lassen sich auch auf der Uhr tragen (https:// opensea.io/ collection/homoscript­us-pt-22)
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