Ex­klu­siv: Hard­ware-ana­ly­se

Selbst­test: Prü­fen Sie Ih­re Kom­po­nen­ten

PC Magazin - - Inhalt - An­dre­as Mas­lo

Rech­ner, die Sie im Ein­zel­han­del er­wer­ben, sind im­mer vor­kon­fi­gu­riert. De­ren Hard­ware-Kom­po­nen­ten le­gen fest, wie leis­tungs­stark der PC ist. Auf Dau­er wer­den sol­che PCs trä­ge, und es kommt zu Leis­tungs-Eng­päs­sen. Da je­der PC je­doch nach dem Bau­kas­ten­prin­zip auf­ge­baut ist, sind al­le Kom­po­nen­ten aus­tausch­bar, um so die Leis­tung zu stei­gern. Bei aus­rei­chen­dem Platz las­sen sich auch neue Kom­po­nen­ten nach­zu­rüs­ten. Da­bei gibt es je­doch ei­ne Schwie­rig­keit: Auch wenn ein Auf­rüs­ten durch leis­tungs­stär­ke­re Kom­po­nen­ten (zum Bei­spiel Pro­zes­sor, Spei­cher, Lauf­wer­ke, BIOS-Ak­tua­li­sie­rung) sinn­voll ist, wird die Leis­tungs­stei­ge­rung mit­un­ter von an­de­ren vor­han­de­nen Hard­ware-Kom­po­nen­ten aus­ge­bremst. Ob und wel­che Hard­wareAuf­rüs­tun­gen und Sys­tem­op­ti­mie­run­gen mög­lich und sinn­voll sind, er­mit­teln Sie über ei­ne Hard­ware-Ana­ly­se. Die­se kön­nen Sie be­quem und schnell mit dem ex­klu­si­ven Tool Hard­ware-La­bor des PC Ma­ga­zins vor­neh­men. Sie fin­den das Pro­gramm als Ein­zel­li­zenz auf der bei­lie­gen­den Heft-DVD. Das Hard­ware-La­bor un­ter­stützt Sie auch da­bei, al­le Än­de­run­gen am Sys­tem fort­lau­fend zu do­ku­men­tie­ren (le­sen Sie da­zu den Text­kas­ten auf der nächs­ten Sei­te). Dann er­ken­nen Sie je­der­zeit, wel­che Hard­wareÄn­de­rung ge­ge­be­nen­falls zu Pro­ble­men führt und rück­gän­gig zu ma­chen ist.

Spei­cher er­wei­tern

Wie­viel Spei­cher ein Rech­ner un­ter­stützt, ist ab­hän­gig vom Mo­ther­board und den dar­auf ent­hal­te­nen Steck­plät­zen für die Spei­cher­rie­gel. Ru­fen Sie da­her zu­erst die Mo­ther­board-In­for­ma­tio­nen über den ent­spre­chen­den Hier­ar­chie­zweig der Struk­tur­an­sicht ab. Dar­über le­gen Sie den Hers­tel- ler und die Main­board-Be­zeich­nung of­fen. Wech­seln Sie zum Re­gis­ter On­line-Re­cher­che, und wäh­len Sie die Schalt­flä­che Mo­ther­board- und Her­stel­ler­in­for­ma­tio­nen . Nun wird nach den Board-spe­zi­fi­schen In­for­ma­tio­nen ge­sucht. Die dar­über an­ge­wähl­te Her­stel­ler­sei­te (et­wa zum ASUS X99-A II) legt De­tail­in­for­ma­tio­nen und Spe­zi­fi­ka­tio­nen zum Mo­ther­board of­fen, wie die An­zahl der RAM-Steck­plät­ze, die Ar­ten der Spei­cher­rie­gel oder die un­ter­stütz­ten Pro­zes­so­ren. Fer­ner er­hal­ten Sie In­for­ma­tio­nen zu den ver­füg­ba­ren An­schlüs­sen, zur Mul­ti-GPU-Un­ter­stüt­zung (Un­ter­stüt­zung von meh­re­ren Gra­fik­kar­ten), zu un­ter­stütz­ten Be­triebs­sys­te­men oder auch zu in­ter­nen/ex­ter­nen An­schlüs­sen. Zum hier ge­nann­ten Mo­ther­board von Asus wer­den 8 DIMM-Steck­plät­ze ( Du­al In-li­ne Me­mo­ry Mo­du­le) für DDR4-Spei­cher ( 2400 bis 3000) so­wie ei­ne Ma­xi­mal­ka­pa­zi­tät von 128

GBy­te er­mit­telt. In ei­nem wei­te­ren Schritt kon­trol­lie­ren Sie die ak­tu­el­le Spei­cher­kon­fi­gu­ra­ti­on mit der Funk­ti­on Spei­cher­infor­ma­tio­nen. Über den In­dex se­hen Sie, wie vie­le Spei­cher­rie­gel er­kannt wur­den. Er­gibt sich für das Asus-Bei­spiel der ma­xi­ma­le In­dex­wert 6, so sind 6 der 8 vor­han­de­nen Spei­cher­bän­ke be­stückt oder kor­rekt ver­baut. Zu je­dem In­dex­wert er­mit­teln Sie durch An­wahl die In­for­ma­tio­nen zum Spei­cher­rie­gel, wie den Her­stel­ler, die ak­tu­el­le Ge­schwin­dig­keit oder auch die Be­zeich­nung ( Tei­le­num­mer, zum Bei­spiel DDR4 3000 2OZ). Die Spei­cher­grö­ße selbst wird je­weils in By­te und die Ge­schwin­dig­keit in ns an­ge­ge­ben. An­hand die­ser In­for­ma­ti­on er­mit­teln Sie, ob Spei­cher­rie­gel mit grö­ße­rer Ka­pa­zi­tät (zum Bei­spiel 16- an­statt 8-GB-Rie­gel) oder ei­ner hö­he­ren Leis­tung (et­wa DDR4 3000 statt DDR4 2400) ver­bau­bar sind. Prin­zi­pi­ell sind hö­he­re Leis­tung und hö­he­re Spei­cher­ka­pa­zi­tät nur sinn­voll, wenn es im lau­fen­den Be­trieb zu spür­ba­ren Pro­gramm­feh­lern oder -ab­stür­zen kommt. Be­rück­sich­ti­gen Sie da­bei auch, das gro­ße Spei­cher vom Sys­tem nur dann adres­sier­bar sind, wenn der Rech­ner über ei­nen 64-Bit-Pro­zes­sor und ein 64-Bit-Be­triebs­sys­tem ver­fügt (sie­he Text­kas­ten am Schluss des Ar­ti­kels). Die In­for­ma­ti­on, wel­ches Be­triebs­sys­tem ihr Rech­ner ver­wen­det, fin­den Sie im Hard­ware-La­bor im Be­reich Sys­tem auf der Re­gis­ter­sei­te De­tail­in­for­ma­tio­nen (3) zur Ei­gen­schaft Sys­tem­typ (zum Bei­spiel x64-ba­sed). Nach ei­ner Spei­cher­er­wei­te­rung müs­sen Sie ge­ge­be­nen­falls auch das Win­dows-Sys­tem wech­seln. 32-Bit-Win­dows-Sys­te­me ver­wal­ten ma­xi­mal 4 GBy­te Ar­beits­spei­cher. Die ma­xi­mal ver­walt­ba­re Spei­cher­grö­ße in den 64-BitWin­dows-Ver­sio­nen lie­gen zwi­schen 128 (zum Bei­spiel Win­dows 10 Ho­me, 64 Bit) und 512 GBy­te (zum Bei­spiel Win­dows 10 Pro, 64 Bit). Der ma­xi­ma­le Spei­cher wird auch von der vor­han­de­nen Hard­ware vor­ge­ge­ben. Vie­le Rech­ner ar­bei­ten heu­te mit der Du­al-Chan­nel-Tech­nik. Mit ih­rer Hil­fe er­zie­len Sie ei­ne hö­he­re Leis­tung, wenn Sie auf dem Mo­ther­board zwei als zu­sam­men­ge­hö­rend mar­kier­te Steck­plät­ze mit den glei­chen Spei­cher­mo­du­len be­stückt ha­ben. Tie­fer­ge­hen­de Hin­wei­se zur Du­al-Chan­nelTech­nik fin­den Sie ent­we­der im In­ter­net oder in der Main­bord-Do­ku­men­ta­ti­on. Be­vor Sie neu­en Spei­cher kau­fen, soll­ten Sie das Ge­häu­se öff­nen und die frei­en Spei­cher­bän­ke noch ein­mal kon­trol­lie­ren. Erst dann soll­ten Sie den ge­wähl­ten Spei­cher er­wer­ben und ein­bau­en. Ach­ten Sie dar­auf, dass Sie den Rech­ner wäh­rend des Um­baus vom Strom­netz tren­nen. Kon­trol­lie­ren Sie an­schlie­ßend mit ei­nem er­neu­tem Sys­tem­start die BIOS-Ein­stel­lun­gen: Wird der neue Spei­cher er­kannt? Al­ter­na­tiv ru­fen Sie die Spei­cher­infor­ma­tio­nen er­neut über das PCM Hard­ware-La­bor ab.

An­mer­kung:

Prin­zi­pi­ell er­mit­teln Sie über Hard­ware-La­bor zu­nächst, ob ei­ne Auf­rüs­tung an­hand der er­mit­tel­ten Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­ten sinn­voll ist. Erst dann

öff­nen Sie das Ge­häu­se. Mit­un­ter sind be­reits al­le Spei­cher­bän­ke mit Spei­cher­rie­geln be­stückt. Er­schei­nen die­se den­noch nicht im Rah­men der Hard­ware­ana­ly­se, soll­ten Sie die Rie­gel aus- und er­neut ein­bau­en und da­bei bei al­len Spei­cher­rie­geln auf das kor­rek­te Einkli­cken in die Steck­plät­ze ach­ten.

Lauf­wer­ke nach­rüs­ten

Mit Lauf­werks­spei­cher sind mo­der­ne Rech­ner häu­fig spar­ta­nisch aus­ge­stat­tet. Je nach Ver­wen­dungs­zweck ei­nes Rech­ners wird es nicht nur auf dem Sys­tem­lauf­werk eng, son­dern auch auf den zu­sätz­li­chen in­ter­nen und/oder ex­ter­nen Lauf­wer­ken. Wenn nur ei­ne Fest­plat­te vor­han­den ist, wird die­se mit­un­ter in un­ter­schied­li­che lo­gi­sche Lauf­wer­ke par­ti­tio­niert. Gibt es dann Pro­ble­me mit die­ser Plat­te, sind al­le Da­ten futsch. Sinn­voll ist es des­halb, mit min­des­tens zwei phy­si­ka­li­schen Plat­ten zu ar- bei­ten. Im Op­ti­mal­fall ver­wen­den Sie ei­ne schnel­le SSD-Fest­plat­te als Sys­tem­par­ti­ti­on und spei­chern die Da­ten auf ei­ner zwei­ten Fest­plat­te. Von den Sys­tem- und Da­ten­lauf­wer­ken und de­ren Par­ti­tio­nen le­gen Sie auf ge­son­der­ten Da­ten­trä­gern Back­ups an. Wol­len Sie Da­ten mit meh­re­ren Ge­rä­ten ver­wen­den (zum Bei­spiel PC, Mac und Ta­blet), soll­ten Sie die­se Da­ten auf ei­ner ex­ter­nen Fest­plat­te spei­chern. Auch die Kom­bi­na­ti­on von in­ter­nen und ex­ter­nen Plat­ten ist na­tür­lich denk­bar, wo­bei Sie die­se zur bes­se­ren Über­sicht auch in meh­re­re Par­ti­tio­nen mit mar­kan­ten, pas­sen­den Na­men auf­tei­len kön­nen. Par­ti­tio­nen wer­den über lo­gi­sche Lauf­wer­ke be­reit­ge­stellt, wo­bei je­des Lauf­werk in Win­dows ei­nem be­stimm­ten Lauf­werks­buch­sta­ben zu­ge­ord­net ist( A :,B :, C: usw .). Die ma­xi­ma­le An­zahl al­ler lo­gi­schen Lauf­wer­ke ist auf 26 Lauf­wer­ke be­schränkt (A: bis Z:). In­ter­ne Lauf­wer­ke wer­den über SA- TA-Schnitt­stel­len, ex­ter­ne Lauf­wer­ke über USB-Schnitt­stel­len mit dem Mo­ther­board ver­bun­den. Die ver­füg­ba­ren Schnitt­stel­len des Typs SA­TA/SA­TA Ex­press er­mit­teln Sie er­neut durch ei­ne On­line-Re­cher­che zum Mo­ther­board. So er­hal­ten Sie In­for­ma­tio­nen zur An­zahl der in­ter­nen und ex­ter­nen USB-Schnitt­stel­len und ob so­wohl Schnitt­stel­len für USB 2.0 und 3.x ver­füg­bar sind. An­hand der frei­en Schnitt­stel­len, le­gen Sie den An­schluss­typ fest. Die Grö­ße rich­tet sich nach dem tat­säch­li­chen Spei­cher­be­darf. Da­ten­spei­che­rungs­plat­ten kom­men mit lang­sa­me­ren Zu­griffs­zei­ten aus. Pro­gram­me mit häu­fi­gen und in­ten­si­ven Lauf­werks­zu­grif­fen soll­ten schnel­le Zu­griffs­zei­ten (zum Bei­spiel SSD) auf­wei­sen.

Fort­set­zung folgt: PCM wird die ex­klu­si­ve La­bor-Soft­ware in den kom­men­den Mo­na­ten im­mer wie­der um neue Funk­tio­nen er­wei­tern. ■

Der Spei­cher wird über Steck­plät­ze auf dem Mo­ther­board ver­baut, wo­bei sich die An­zahl der Spei­cher­bän­ke, je nach ver­bau­tem Mo­ther­board, un­ter­schei­det.

Die On­line-Re­cher­che lie­fert de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen zum Mo­ther­board und de­ren Schnitt­stel­len.

Freie Lauf­werks­buch­sta­ben sind für das An­bin­den zu­sätz­li­cher lo­gi­scher Lauf­wer­ke er­for­der­lich.

Phy­si­ka­li­sche Lauf­werks­in­for­ma­tio­nen ru­fen Sie im Hard­ware La­bor in­dex­ba­siert ab.

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