Fak­ten statt Fa­ke News

PC-WELT - - Editorial -

Man kann vom der­zei­ti­gen Us-prä­si­den­ten hal­ten, was man möch­te – Streit­ge­sprä­che an­zet­teln, das kann er. Nie­mand po­la­ri­siert stär­ker, nie­mand de­bat­tiert ein­sei­ti­ger als er. Aus sei­ner Ab­nei­gung ge­gen­über der Pres­se macht er kei­nen Hehl – und be­zeich­net selbst se­riö­se Pu­bli­ka­tio­nen als

„Fa­ke News“. Er selbst äu­ßert sich be­vor­zugt via Twit­ter, wo er täg­lich Halb- und Un­wahr­hei­ten zur Welt­la­ge ab­son­dert.

Den­noch hat er ei­ne De­bat­te an­ge­scho­ben, die wich­tig ist und die in den USA lei­den­schaft­lich ge­führt wird. Was sind ech­te, was sind fal­sche News? Was ist Wahr­heit – und was nicht? Ins­be­son­de­re Face­book und Twit­ter ha­ben sich zu Nach­rich­ten­bör­sen ent­wi­ckelt, in de­nen je­der sei­ne ei­ge­nen Wahr­hei­ten zum Bes­ten ge­ben kann. Es ist mitt­ler­wei­le in Stu­di­en be­legt, dass ei­ne Mel­dung gar nicht so ab­we­gig sein kann, dass sie nicht ir­gend­wo ge­glaubt wird. Die gro­ßen Us-ame­ri­ka­ni­schen So­ci­al-me­dia-platt­for­men ha­ben das Pro­blem zwar er­kannt, ei­ne Lö­sung ha­ben sie nicht. Künst­li­che In­tel­li­genz soll an­geb­lich hel­fen – und der Com­pu­ter ent­schei­den, wel­che Nach­rich­ten wahr sind und wel­che nicht.

Das dürf­te in­ter­es­sant wer­den – oft wis­sen wir es selbst nicht ein­mal. Wenn News von Com­pu­tern ge­schrie­ben und von an­de­ren Com­pu­tern als wahr be­ur­teilt wer­den (oder auch nicht), dann fragt man sich wirk­lich, wem man noch glau­ben soll. Im­mer­hin: Die­se PC-WELT wur­de zu hun­dert Pro­zent von mensch­li­chen Kol­le­gen er­stellt. Und das, lie­be Le­se­rin­nen und Le­ser, wird auch so blei­ben, ver­spro­chen.

Herz­lichst, Ihr

Se­bas­ti­an Hirsch Chef­re­dak­teur PC-WELT [email protected]

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