Li­nux Mint 19: Das ist neu!

Mint 19 ba­siert auf der neu­en Lts-ver­si­on von Ubu­ntu. LTS steht für „Long Term Sup­port“. Sie er­hal­ten al­so ei­ne Li­nux-ver­si­on mit Up­dates bis 2023. Dar­über hin­aus hält Mint 19 zahl­rei­che klei­ne, span­nen­de Funk­ti­ons-up­dates be­reit.

PC-WELT - - Inhalt - VON HER­MANN APFELBÖCK

Die ak­tu­el­len Funk­tio­nen

Das auf Ubu­ntu ba­sie­ren­de Li­nux Mint stellt sich mit der Ver­si­on 19 „Ta­ra“wie­der auf ei­ne ak­tu­el­le Sys­tem­ba­sis mit Ker­nel 4.15. Dies ist von fun­da­men­ta­ler Be­deu­tung, da der Li­nux-ker­nel den Groß­teil der Hard­ware­trei­ber mit­bringt und aus die­sem Grund für mo­der­ne Hard­ware mög­lichst ak­tu­ell sein muss. Ne­ben­bei lie­fern neue Ver­sio­nen oder neue Po­int Re­lea­ses (sie­he hier­zu den Kas­ten „Li­nux Mint 19: Lauf­zeit bis 2023“) im­mer auch fri­sche Soft­ware­pa­ke­te mit – in die­sem Fall un­ter an­de­rem Fi­re­fox 60, VLC 3.0 und Lib­re Of­fice 6.0. Li­nux Mint 19 be­kommt wie Ubu­ntu 18.04 Lang­zeit-sup­port für fünf Jah­re bis zum April 2023. Das gilt für al­le drei ver­blei­ben­den Mint-edi­tio­nen: Nach­dem sich das Mint­team vom Kde-desk­top ver­ab­schie­det hat (sie­he ab Sei­te 3), blei­ben noch die Va­ri­an­ten mit Cin­na­mon, Ma­te und XF­CE. Die Stan­dard-edi­ti­on bie­tet den an­ge­stamm­ten Cin­na­mon-desk­top, das Aus­hän­ge­schild von Li­nux Mint. Hier liegt der Haup­tehr­geiz des Mint-teams, und auch das jüngs­te Cin­na­mon 3.8 bringt wie­der ei­ni­ge Neue­run­gen. Die wei­te­ren Edi­tio­nen mit Ma­te- und Xf­ce-desk­top ent­hal­ten die all­ge­mei­nen Neue­run­gen an der Sys­tem­ba­sis, die bei­den Desk­tops selbst zei­gen aber kei­ne nen­nens­wer­ten Än­de­run­gen ge­gen­über dem Vor­gän­ger Mint 18.x.

Bei den Sys­tem­kom­po­nen­ten und den Min­tTools gibt es si­gni­fi­kan­te Neue­run­gen, die zum Teil schon mit Po­int Re­lease 18.3 star­te­ten und nun mit Ver­si­on 19 ab­ge­schlos­sen und ver­fei­nert wur­den. Be­mer­kens­wert ist die zu­neh­men­de Eman­zi­pa­ti­on vom Ubu­ntu-vor­bild: Im In­stal­ler, mit den Flat­pak­con­tai­nern und der Time­s­hift-si­che­rung, geht Li­nux Mint 19 sei­nen ei­ge­nen Weg.

Der In­stal­ler von Li­nux Mint 19

Als In­stal­la­ti­ons­pro­gramm setzt Mint be­kann­ter­ma­ßen den Ubi­qui­ty-in­stal­ler von Ubu­ntu ein. In der jet­zi­gen Ver­si­on 19 hat sich Mint al­ler­dings in zwei Punk­ten von Ubu­ntu dis­tan­ziert:

1. Ho­me-ver­schlüs­se­lung mit Ecryptfs: Beim An­le­gen des ers­ten Be­nut­zer­kon­tos (im Fens­ter „Wer sind Sie?“) fin­den Sie dar­über hin­aus die In­stal­ler-op­ti­on „Mei­ne per­sön­li­chen Da­ten ver­schlüs­seln“. Die­se Art der Ver­schlüs­se­lung mit­hil­fe des Pro­gramms Ecryptfs er­fasst das kom­plet­te Ho­me-ver­zeich­nis des Erst­be­nut­zers. Das Tool kann im wei­te­ren Ver­lauf der Sys­tem­nut­zung auch auf wei­te­re Be­nut­zer­kon­ten an­ge­wen­det wer­den (mehr In­for­ma­tio­nen zu Ecryptfs ab Sei­te 16). Die Ubu­ntu-ent­wick­ler ha­ben die­se Ver­schlüs­se­lung er­satz­los aus dem In­stal­ler ge­stri­chen, ei­ne op­tio­na­le Be­nut­zung von Ecryptfs ist le­dig­lich noch über die ma­nu­el­le Na­ch­in­stal­la­ti­on des Pa­kets „ecryptfs-utils“mög­lich. Es gibt je­doch kei­ne gra­vie­ren­den Bugs, wel­che den Ein­satz von Ecryptfs ver­bie­ten wür­den. Kri­ti­ker wie­sen hier nur dar­auf hin, dass au­ßer­halb von „/ho­me“tem­po­rä­re Da­tei­en ent­ste­hen kön­nen, die dann nicht ver­schlüs­selt sind. Das Mint-team hat die­se Be­den­ken of­fen­sicht­lich als aka­de­misch ver­wor­fen und be­hält die­se Op­ti­on im In­stal­ler un­ver­än­dert bei.

2. Kein Mint „mi­ni­mal“: Wäh­rend Li­nux Mint 19 die Ecryptfs-op­ti­on be­wahrt, lehnt es auf der an­de­ren Sei­te ei­ne Neue­rung des Ubu­ntu-in­stal­lers ab – näm­lich die ei­ner

„mi­ni­ma­len“In­stal­la­ti­on. Es wi­der­spricht sei­ner ein­deu­ti­gen Aus­rich­tung, auf ein mög­lichst um­fas­sen­des Desk­top­sys­tem, auf Stan­dard­soft­ware wie Lib­re Of­fice oder VLC zu ver­zich­ten.

Sys­tem­ak­tua­li­sie­rung und Time­s­hift

Die Snap­shot­si­che­rung mit Time­s­hift wur­de be­reits mit dem letz­ten Po­int Re­lease 18.3 un­ter der Ver­si­on 18 ein­ge­führt, er­hält aber in der Ver­si­on 19 ei­ne un­gleich zen­tra­le­re Rol­le. Die In­te­gra­ti­on des Tools be­ginnt schon am au­to­ma­tisch star­ten­den Will­kom­men­bild­schirm an obers­ter Stel­le bei „Ers­te Schrit­te“. In der wich­ti­gen „Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung“(min­tup­date) er­scheint ein far­big her­vor­ge­ho­be­ner Hin­weis, die „Sys­tem­schnapp­schüs­se“ein­zu­rich­ten, falls das noch nicht ge­sche­hen ist. Up­grade­ak­tio­nen, egal ob im Ter­mi­nal oder in der gra­fi­schen „Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung“an­ge­sto­ßen, bremst Li­nux Mint aus, so­fern noch kei­ne Time­s­hift­si­che­rung vor­liegt.

Li­nux Mint hat das ex­ter­ne Tool Time­s­hift (sie­he https://launch­pad.net/time­s­hift), das seit 2013 enor­me Po­pu­la­ri­tät ge­wann, nicht ein­fach als zu­sätz­li­ches Sys­tem­si­che­rungs­werk­zeug mit an Bord ge­nom­men, son­dern über­all kon­se­quent in­te­griert. Da­zu ge­hört eben­falls die lo­gi­sche Kon­se­quenz, die Ei­gen­ent­wick­lung Mint­back­up („Da­ten­si­che­rungs­werk­zeug“) zu re­du­zie­ren und zu ver­ein­fa­chen: Mint­back­up si­chert mitt­ler­wei­le nur noch Be­nut­zer­da­tei­en im Ho­me­ver­zeich­nis und kann jetzt folg­lich oh­ne roo­tRecht lau­fen. Al­les an­de­re in den Sys­tem­ord­nern über­nimmt ja Time­s­hift.

Time­s­hift ist mit den Wie­der­her­stel­lungs­punk­ten von Win­dows ver­gleich­bar und wird üb­li­cher­wei­se au­to­ma­ti­siert und pe­ri­odisch aus­ge­führt, was in ei­nem ein­fa­chen Kon­fi­gu­ra­ti­ons­dia­log an­fän­ger­ge­recht ein­ge­rich­tet wer­den kann. Nach dem Auf­ru­fen des Tools sind je­doch auch je­der­zeit ma­nu­el­le Sys­tem­schnapp­schüs­se mög­lich. Der ers­te Si­che­rungs­punkt (Snap­shot) ist da­bei im­mer ein kom­plet­tes Back­up al­ler Sys­tem­ver­zeich­nis­se. Wei­te­re Si­che­run­gen fal­len dann deut­lich klei­ner aus, da Time­s­hift nur noch die ge­än­der­ten Da­tei­en spei­chert. Mit der Ein­füh­rung von Time­s­hift und der da­mit ge­won­ne­nen Sys­tem­si­cher­heit ver­zich­tet Li­nux Mint 19 im Ge­gen­zug auf ein jah­re­lang gel­ten­des Stu­fen­kon­zept, das sys­tem­kri­ti­sche Up­dates stan­dard­mä­ßig nicht in­stal­liert hat (nur auf den aus­drück­li­chen

Wunsch des Be­nut­zers). Das Stu­fen­kon­zept exis­tiert in der „Ak­tua­li­sie­rungs­ver­wal­tung“un­ter „Ein­stel­lun­gen –› Ebe­nen“zwar noch, aber Li­nux Mint 19 er­laubt jetzt auch „sen­si­ble“Up­dates der Stu­fe 4 auf das Sys­tem. Ne­ben­bei kom­men mitt­ler­wei­le sämt­li­che Ker­nel­up­dates als Me­ta­pa­ke­te. Be­kannt­lich wer­den al­te Ker­nel­ver­sio­nen nach Ker­nel­up­dates aus Si­cher­heits­grün­den ar­chi­viert. Dies er­for­dert Spei­cher­platz und ver­län­gert die Lis­te des Boot­ma­na­gers beim Sys­tem­start. Durch den Ein­satz von Me­ta­pa­ke­ten kön­nen al­te Ker­nel ab so­fort

be­quem mit dem all­ge­mei­nen Apt­be­fehl su­do apt au­to­re­mo­ve ge­löscht wer­den, so­bald sich ein Ker­nelUp­date als pro­blem­los er­wie­sen hat.

An­wen­dungs­ver­wal­tung mit Flat­paks

Die Soft­ware­zen­tra­le min­tin­stall („An­wen­dungs­ver­wal­tung“auf deut­schem Sys­tem) wur­de be­reits für das Po­int Re­lease 18.3 grund­le­gend über­ar­bei­tet. Hier­bei wur­den die La­de­ge­schwin­dig­keit des Pro­gram­mes und die Re­ak­ti­ons­zei­ten beim Klick auf „Ka­

te­go­ri­en“we­sent­lich ver­bes­sert. Un­ter den „Ka­te­go­ri­en“fin­det sich mitt­ler­wei­le auch ei­ne Schalt­flä­che „Flat­pak“. Dies ist nicht ganz lo­gisch, weil es sich bei Flat­pak nicht um ei­ne in­halt­li­che Ka­te­go­rie wie „Film und Klang“han­delt, son­dern um ei­ne Tech­nik, Soft­ware in dis­tri­bu­ti­ons­un­ab­hän­gi­ge Con­tai­ner zu ver­pa­cken. Trotz un­lo­gi­scher Stel­le ist es grund­sätz­lich ver­dienst­voll, dass die An­wen­dungs­ver­wal­tung die auf Fl­athub (https://fl­athub.org/) an­ge­bo­te­ne Soft­ware hier an zen­tra­ler Stel­le an­bie­tet. Flat­pak„in­stal­la­tio­nen“wer­den des Wei­te­ren wie ech­te In­stal­la­tio­nen ord­nungs­ge­mäß in das Mint-me­nü ein­ge­tra­gen. We­gen sei­ner Ent­schei­dung

für Flat­pak-con­tai­ner dis­tan­ziert sich Li­nux Mint von sei­ner Sys­tem­ba­sis Ubu­ntu, das mit dem prin­zi­pi­ell ver­gleich­ba­ren Snap-for­mat an­de­re We­ge geht. Was ist Flat­pak? Die üb­li­che Ver­tei­lung von Li­nux-soft­ware er­folgt in di­ver­sen Pa­ket­for­ma­ten wie DEB und RPM für un­ter­schied­li­che Li­nux-dis­tri­bu­tio­nen und zu­dem für meh­re­re Ver­sio­nen ei­ner Dis­tri­bu­ti­on. Die­se Pa­ket­pfle­ge ist für die Ma­cher ei­ner Dis­tri­bu­ti­on mit ho­hem Auf­wand ver­bun­den und führt oft­mals da­zu, dass ak­tu­el­le Ver­sio­nen wich­ti­ger Pro­gram­me nicht vor­lie­gen. Das App-for­mat „Flat­pak“er­gänzt die grund­le­gen­de Pa­ket­ver­wal­tung des Sys­tems um ei­nen neu­en In­stal­la­ti­ons­weg, der an Ap­pli­ka­tio­nen für Smart­pho­nes er­in­nert. Flat­paks er­lau­ben die dis­tri­bu­ti­ons­un­ab­hän­gi­ge In­stal­la­ti­on von Pro­gram­men in­klu­si­ve al­ler ab­hän­gi­gen Kom­po­nen­ten in Ver­zeich­nis­sen, wel­che vom üb­ri­gen Sys­tem iso­liert sind. Pro­gram­me im Flat­pak-for­mat sind ei­ne will­kom­me­ne Er­gän­zung bei feh­len­den oder ver­al­te­ten Pro­gram­men. Bei Flat­pak sei al­ler­dings im­mer ein ge­nau­er Blick emp­foh­len: Wäh­rend der Au­dio­edi­tor Au­da­ci­ty als klas­si­sches Deb-pa­ket ge­ra­de ein­mal 25 MB Spei­cher­platz for­dert, frisst er als Flat­pak sat­te 1,9 GB!

Klei­ne Ver­bes­se­run­gen für al­le Mint-edi­tio­nen

Will­kom­men-dia­log (mint­wel­co­me): Das Will­kom­men-fens­ter, das den Nut­zer nach der In­stal­la­ti­on be­grüßt, wäh­len er­fah­re­ne Be­nut­zer nor­ma­ler­wei­se mit dem ent­spre­chen­den Käst­chen im Dia­log ab. An­fän­ger soll­ten das die ers­ten Ta­ge al­ler­dings nicht tun: Mint­wel­co­me hat näm­lich in Mint 19 er­heb­lich ge­won­nen und avan­ciert zur ech­ten Ein­stiegs­hil­fe. Wirk­lich pra­xis­nah ist die Ru­brik „Ers­te Schrit­te“, die An­fän­gern so­fort die wich­tigs­ten Sys­tem­zen­tra­len na­he­bringt und di­rekt zu die­sen ver­linkt (Ein­stel­lun­gen, Ak­tua­li­sie­rung, Time­s­hift, Trei­ber, Soft­ware). Selbst­ver­ständ­lich ist mint­wel­co­me aber auch oh­ne au­to­ma­ti­schen Start je­der­zeit im Start­me­nü er­reich­bar.

Text­edi­tor Xed: Die X-app Xed er­hält ei­nen we­sent­lich kla­re­ren Ein­stel­lungs­dia­log, der an­statt den frü­he­ren Re­gis­ter­kar­ten ei­ne Na­vi­ga­ti­ons­spal­te ver­wen­det. Der Op­ti­ons­um­fang hat sich – ab­ge­se­hen von ei­nem Plug-in zur Wor­ter­gän­zung (un­ter „Er­wei­te­run­gen“) – nicht ge­än­dert. Zu­sätz­li­che Ver­bes­se­run­gen durch ei­ne Such­leis­te und Un­ter­stüt­zung für dunk­le Desk­t­op­the­men hat­te Xed be­reits im Lau­fe der letz­ten Po­int Re­lea­ses er­hal­ten.

HI-DPI: Die Un­ter­stüt­zung hoch­auf­lö­sen­der Bild­schir­me wur­de in al­len Mint-edi­tio­nen ver­bes­sert. Das Stan­dard­the­ma Mint-y bie­tet au­ßer­dem ex­tra­gro­ße Sym­bo­le, um die Darstel­lung bei HI-DPI zu op­ti­mie­ren.

ex­f­at-da­tei­sys­tem: Laut ei­ner An­kün­di­gung soll­te das klei­ne gra­fi­sche Mint-pro­gramm Mint­stick, das bis­lang die Da­tei­sys­te­me FAT32, NTFS und Ext4 un­ter­stütz­te, um das Da­tei­sys­tem EX­F­AT er­gänzt wer­den. Die­se Op­ti­on hat das Mint-team je­doch of­fen­bar ver­ges­sen. Die Grund­la­gen sind näm­lich ge­legt, da Li­nux Mint 19 die Pa­ke­te

„ex­f­at-fu­se“und „ex­f­at-utils“mit an Bord hat. Das Le­sen und Schrei­ben sol­cher Me­di­en funk­tio­niert folg­lich pro­blem­los. Und zum For­ma­tie­ren mit EX­F­AT kön­nen Sie an­statt Mint­stick das Pro­gramm Gno­me-disks („Lauf­wer­ke“) ver­wen­den, das EX­F­AT un­ter „Typ –› An­de­re –› EX­F­AT“an­bie­tet. EX­F­AT ist ein ein­fa­ches Mi­cro­soft-da­tei­sys­tem oh­ne Da­tei­rech­te, wel­ches das Vier-gb-li­mit für Ein­zel­da­tei­en von FAT32 über­win­det und häu­fig für Usb-da­ten­trä­ger ge­nutzt wird.

Der Cin­na­mon-desk­top in Ver­si­on 3.8

Cin­na­mon 3.8 wur­de schon vor ei­ni­gen Mo­na­ten ab­ge­schlos­sen, in­ter­es­sier­te Nut­zer muss­ten sich aber bis zum Er­schei­nen von Li­nux Mint 19 ge­dul­den. Die Lis­te der Neue­run­gen ist lang, äu­ßer­lich Spek­ta­ku­lä­res lässt sie aber ver­mis­sen. Am span­nends­ten sind si­cher die nicht sicht­ba­ren In­ves­ti­tio­nen in die gra­fi­schen Fä­hig­kei­ten des Desk­tops, die zu schnel­le­rer Fens­ter­dar­stel­lung und ei­ner fühl­bar flüs­si­ge­ren Sys­tem­leis­tung füh­ren sol­len. In der Tat zeigt sich Cin­na­mon sehr re­ak­ti­ons­schnell und Tasks wie Ne­mo (Da­tei­ma­na­ger), die Sys­tem­ein­stel­lun­gen, VLC, Xed, Ter­mi­nal und Fi­le­zil­la sind auf schnel­len Rech­nern prak­tisch nach dem Maus­klick ein­ga­be­be­reit, Fi­re­fox, Thun­der­bird oder Gimp nach ein, zwei Se­kun­den. Der Da­tei­ma­na­ger Ne­mo hat ein klei­nes, al­ler­dings hüb­sches Fea­tu­re er­hal­ten: Ei­ne Da­tei­su­che kann mit­tels Klick auf das klei­ne Stern­chen im Such­feld dau­er­haft ge­spei­chert wer­den. Die­se Su­che ist durch ei­nen Rechtsklick auf das Stern­chen spä­ter je­der­zeit wie­der ab­ruf­bar. Nicht mehr be­nö­tig­te Such­jobs wer­den durch ei­nen nor­ma­len Klick auf das Stern­chen wie­der ge­löscht. Die üb­ri­gen Ver­bes­se­run­gen sind zahl­reich, je­doch un­schein­bar: So zeigt et­wa das App­let „Klang“in den „Sys­tem­ein­stel­lun­gen“im Re­gis­ter „Ein­stel­lun­gen“nun­mehr ei­nen Schie­be­reg­ler, der die ma­xi­ma­le Laut­stär­ke zwi­schen 0 und 150 Pro­zent ska­liert. Das hilft nicht nur, das So­und­sys­tem zu über­dre­hen, son­dern auch in die an­de­re Rich­tung, um un­ab­hän­gig von der Player­ein­stel­lung die Lau­stär­ke sinn­voll zu be­gren­zen. Cin­na­mon er­laubt seit Jah­ren so­ge­nann­te „Des­klets“– das sind Mi­ni-an­wen­dun­gen für den Desk­top wie et­wa ei­ne Ana­log­uhr oder ei­ne ska­lier­ba­re Sli­de­show für Bil­der. Die­se Des­klets wer­den lo­gi­scher­wei­se oft­mals durch Voll­bild­an­wen­dun­gen oder an­de­re Fens­ter ver­deckt: Gu­te Di­ens­te leis­tet

hier neu­er­dings die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Su­per-alt (oder Su­per-s), die al­le Des­klets so­fort in den Vor­der­grund bringt.

Die Sys­tem­be­nach­rich­ti­gun­gen in der Sys­tem­leis­te ver­fü­gen über ei­ne neue Schalt­flä­che zum Schlie­ßen. Die An­zahl der Be­nach­rich­ti­gun­gen von An­wen­dun­gen wird des Wei­te­ren li­mi­tiert. Cin­na­mon über­prüft bei Note­books, ob ei­ne ex­ter­ne Maus an­ge­schlos­sen ist. Trifft das nicht zu, ak­ti­viert es selbst­tä­tig das Touch­pad des Ge­räts.

Un­ter „Ein­stel­lun­gen –› Ener­gie­ver­wal­tung“er­scheint in den „Zu­sätz­li­chen Op­tio­nen“der Ein­trag „So­fort her­un­ter­fah­ren“. Die­se Op­ti­on kann für das Drü­cken des Netz­schal­ters ge­wählt wer­den.

In punc­to Zu­be­hör hat sich Cin­na­mon ei­ner­seits von so man­chen Dau­er­gäs­ten ver­ab­schie­det, an­de­rer­seits neue ein­ge­la­den:

Der in der Tat nicht mehr ganz so po­pu­lä­re Mes­sen­ger Pid­gin ist nicht mehr an Bord, der Gno­me-ka­len­der ist da­ge­gen nun Stan­dard. Die­ser er­laubt be­kann­ter­ma­ßen die Ver­knüp­fung zu den Ter­mi­nen und Da­ten ei­nes Goog­le-, Face­book-, Mi­cro­soft- oder Next­cloud-kon­tos. Da­mit sich ein Gno­me­ka­len­der, ein Mail­cli­ent wie Thun­der­bird oder der Da­tei­ma­na­ger nicht je­weils ein­zeln mit On­li­ne­kon­ten ver­bin­den müs­sen, gibt es in den Sys­tem­ein­stel­lun­gen be­reits seit dem Po­int Re­lease 18.3 den zen­tra­len Punkt „In­ter­net­kon­ten“.

Wer noch ein äl­te­res Mint mit Cin­na­mon be­nutzt, soll­te wis­sen, dass der Desk­top in­zwi­schen die ver­ti­ka­le An­ord­nung von Sys­tem­leis­ten er­laubt. Die­se Fä­hig­keit hat Cin­na­mon be­reits mit der Ver­si­on 3.2 und dem Po­int Re­lease 18.1 er­hal­ten (Mit­te 2017).

Li­nux Mint hält an der Ho­me-ver­schlüs­se­lung fest: Der In­stal­ler bie­tet die Ecryptfs-op­ti­on wei­ter­hin, wäh­rend sich Ubu­ntu in­zwi­schen da­von dis­tan­zier­te.

Li­nux Mint stellt das ex­ter­ne Time­s­hift in den Mit­tel­punkt: Time­s­hift-schnapp­schüs­se wer­den an meh­re­ren Stel­len drin­gend emp­foh­len bis an­ge­mahnt.

Mehr und ak­tu­el­le­re Soft­ware durch Flat­paks: Hier ist ak­tu­el­le­res Au­da­ci­ty als Flat­pak ver­füg­bar. Es emp­fiehlt sich bei Flat­paks aber stets die Kon­trol­le von Down­load- und In­stal­la­ti­ons­grö­ßen.

Ei­ne klei­ne Ver­bes­se­rung un­ter Cin­na­mon: Der Ne­mo-da­tei­ma­na­ger kann Such­läu­fe spei­chern und spä­ter über das Stern­sym­bol im Such­feld wie­der ab­ru­fen.

ex­f­at-for­ma­tie­rung: Das Da­tei­sys­tem wur­de für das Mint-tool Mint­stick an­ge­kün­digt, aber nicht rea­li­siert. Gno­me-disks („Lauf­wer­ke“) be­herrscht die­se For­ma­tie­rung.

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