Ent­war­nung für Mallor­ca-Ur­lau­ber

Tou­ris­mus­ver­band und Ver­an­stal­ter se­hen kei­ne Ein­schrän­kun­gen für Rei­sen­de – ein Fünf­jäh­ri­ger wird noch ge­sucht

Peiner Allgemeine Zeitung - - PANORAMA - VON JU­LIA RA­TH­CKE

PAL­MA. Nach dem schwe­ren Un­wet­ter mit zwölf To­ten auf Mallor­ca ent­spannt sich die La­ge auch im Nord­os­ten der spa­ni­schen Fe­ri­en­in­sel. Die In­fra­struk­tur in der be­trof­fe­nen Ge­gend am Sant Llo­renç ist wei­test­ge­hend wie­der­her­ge­stellt, die Auf­räum­ar­bei­ten ge­hen vor­an. Noch ver­misst wird ein fünf­jäh­ri­ger Ein­hei­mi­scher, des­sen Mut­ter in der Sturz­flut um­kam. Die sie­ben­jäh­ri­ge Schwes­ter wur­de von ei­nem Deut­schen aus den Flu­ten ge­ret­tet. Nach An­ga­ben des mal­lor­qui­ni­schen Tou­ris­mus­ver­bands sind der­zeit 630 Fach­leu­te dar­an be­tei­ligt, Nor­ma­li­tät für die Ein­woh­ner des am schwers­ten ge­trof­fe­nen Or­tes ein­keh­ren zu las­sen. Nur vier Ne­ben­stra­ßen sei­en noch ge­sperrt, hieß es. Sint­flut­ar­ti­ge Re­gen­fäl­le mit bis zu 230 Li­tern pro Qua­drat­me­ter hat­ten Sant Llo­renç ge­trof­fen, zu­letzt hat­te es so stark vor 80 Jah­ren ge­reg­net.

Ge­fähr­lich sei es ak­tu­ell nir­gend­wo mehr: „Das be­trof­fe­ne Ge­biet im Nord­os­ten der In­sel ist sehr klein. Der Rest von Mallor­ca wur­de nicht von Über­schwem­mun­gen heim­ge­sucht“, er­klär­te der Di­rek­tor des Tou­ris­mus­ver­bands, Jau­me Alz­a­mo­ra. „In den wich­tigs­ten tou­ris­ti­schen Ge­bie­ten herrscht ab­so­lu­te Nor­ma­li­tät, Ho­tels sind ge­öff­net, In­fra­struk­tu­ren funk­tio­nie­ren.“Es ge­be kei­nen Grund zur Be­un­ru­hi­gung, Rei­sen­de könn­ten ih­ren Ur­laub wie ge­plant an­tre­ten.

Auch die gro­ßen Rei­se­ver­an­stal­ter Tui und Tho­mas Cook be­to­nen: „Es gibt kei­ne Ein­schrän­kun­gen für un­se­re Gäs­te.“Al­le Ho­tels sei­en ge­öff­net, Trans­fers und Aus­flü­ge fän­den re­gu­lär statt. VerDie ein­zelt ha­be es Was­ser­schä­den an Ho­tels ge­ge­ben, be­rich­tet ei­ne Tui-Spre­che­rin. Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten sei­en aber mitt­ler­wei­le ab­ge­schlos­sen. Das 8000-Ein­woh­nerDorf Sant Llo­renç sei oh­ne­hin kein tou­ris­ti­scher Ort.

Theo­re­tisch kön­nen Pau­schal­ur­lau­ber aber laut Rei­se­rechts­ex­per­ten vor Rei­se­an­tritt ih­ren Ver­trag auf­grund au­ßer­or­dent­li­cher Um­stän­de kün­di­gen – so­fern die Rei­se­re­gi­on kon­kret von Schä­den be­trof­fen ist. Für Pau­schal­ur­lau­ber, die be­reits vor Ort sind, hat der Ver­an­stal­ter ei­ne Für­sor­ge­pflicht. Er muss bei­spiels­wei­se ei­ne Eva­ku­ie­rung so­wie die Rück­rei­se ins Hei­mat­land or­ga­ni­sie­ren.

FO­TO: FRAN­CIS­CO UBILLA/AP

Ein Mann sitzt in sei­nem Haus in Sant Llo­renc – vor ihm die über­flu­te­te Stra­ße.

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