Das Schick­sal bleibt stumm

Peiner Allgemeine Zeitung - - SENIOREN -

Und fragst auch manch­mal das Schick­sal, war­um? Es gibt kei­ne Ant­wort, das Schick­sal bleibt stumm! Die­ser oft zi­tier­te Spruch klingt wohl et­was pa­the­tisch, man hat ihn je­doch tau­send­fach ge­hört, vor al­lem wäh­rend und nach dem Krieg. So auch von mei­nen Groß­el­tern bei­der­seits, die zu­sam­men drei Söh­ne ver­lo­ren hat­ten. Dann kam die Ver­trei­bung aus Schle­si­en hin­zu. Die Schlä­ge ha­ben mei­ne Groß­el­tern bis zu ih­rem Tod, zehn Jah­re spä­ter, nicht ver­wun­den.

Nun sind die En­kel, so wie ich, selbst fast 80 Jah­re alt, doch ob­wohl das al­les nun schon über 70 Jah­re her ist, bleibt ein Trau­ma im In­ners­ten be­ste­hen. Sieht man heu­te das Welt­ge­sche­hen muss man sich fra­gen, war­um die Mensch­heit nichts dar­aus ge­lernt hat?

Krie­ge und Kor­rup­ti­on ge­hen wei­ter, es geht, wie im­mer, nur ums Ge­schäft. Je­de Na­ti­on rüs­tet auf und für wich­ti­ge Din­ge ist kein Geld da. Ganz schlimm ist, dass nie­mand zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wird.

Der Schau­spie­ler Joa­chim Fuchs­ber­ger schrieb ein­mal: Am drit­ten Tag des Krie­ges in vor­ders­ter Front ha­be ich den Glau­ben an Gott ver­lo­ren und ge­fragt: Wenn Gott in sei­ner gro­ßen Gü­te und Barm­her­zig­keit all­mäch­tig ist, war­um lässt er dann das mil­lio­nen­fa­che Elend zu?

So könn­te man ewig de­bat­tie­ren und strei­ten über die Be­grif­fe Schick­sal, Zu­fall, Be­stim­mung, Vor­se­hung, Glück oder Pech! Was ein Mensch glau­ben kann oder will, muss je­der für sich selbst ent­schei­den. du

Er­hard Ka­del­bach

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