War­um gera­de ich?

Peiner Allgemeine Zeitung - - SENIOREN -

Ist es Schick­sal oder Zu­fall von ei­ner Krank­heit heim­ge­sucht zu werden? Für den Be­trof­fe­nen dürf­te es ziem­lich egal sein. Ihn be­schäf­tigt nur die Fra­ge: War­um ich, war­um gera­de ich? Die­se Fra­ge bleibt un­be­ant­wor­tet.

Plötz­lich und oh­ne jeg­li­che An­kün­di­gung, hat­te sie zu­ge­schla­gen. Hat­te aus ei­nem halb­wegs ge­sun­den Men­schen ein hilf­lo­ses ET­WAS ge- macht. Man ist nicht im­stan­de, das über­haupt zu be­grei­fen. Ist es ein bö­ser Traum oder ei­ne schreck­li­che Wirk­lich­keit? Nein, es ist ei­ne un­um­stöß­li­che Tat­sa­che: Schlag­an­fall! Nun be­gin­nen die quä­len­den Ge­dan­ken, die sich mit Zu­kunft be­fas­sen. Ein angst­vol­les Er­war­ten des Kom­men­den.

Nor­ma­le Hand­lungs­ab­läu­fe sind plötz­lich un­mög­lich. Al­les Schö­ne hat an Be­deu­tung verDie lo­ren. Man fühlt sich so hilf­los, denn man ist auf die auf­op­fern­de Pfle­ge der Ehe­frau an­ge­wie­sen. Trös­ten­de Wor­te sind zwar schön, doch sie hel­fen auch nicht wei­ter…

Ge­dan­ken schwei­fen zu­rück in die Ver­gan­gen­heit, wie es sie so nicht mehr ge­ben wird. Man ist ver­zwei­felt. War­um gera­de ich? Es hilft auch nicht, sich ein­zu­re­den, dass An­de­re das glei­che Schick­sal mit mir tei­len. Auch et­was, was un­be­ant­wor­tet bleibt ist die Fra­ge, wie hät­te man sein Le­ben ge­stal­ten sol­len, um vor die­ser Krank­heit ge­schützt zu sein. Es ist sinn­los, dar­über nach­zu­den­ken. Sie macht kei­ne Un­ter­schie­de zwi­schen Jung und Alt, arm und reich. Sie geht ein­her mit Läh­mungs­er­schei­nun­gen, sie be­ein­träch­tigt das Seh- und Sprach­ver­mö­gen und ei­ni­ges mehr. Manch the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­me stößt hier an ih­re Gren­zen.

Ich glau­be da­mit ge­klärt zu ha­ben, dass die­ses al­les Schick­sal und kein Zu­fall ist.

Vol­ker Bal­trusch

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.