Trin­ker­sze­ne in der Ci­ty ge­rät in Be­we­gung

We­ni­ger Ob­dach­lo­se ver­sam­meln sich am Bahn­hof – und la­gern nun vor Kauf­hof und Kauf­land

Peiner Allgemeine Zeitung - - HANNOVER - VON ANDRE­AS SCHIN­KEL

HAN­NO­VER. Die Pa­trouil­len­gän­ge des neu­en städ­ti­schen Ord­nungs­diens­tes zei­gen ers­te Wir­kung – nicht im­mer im Sin­ne von An­woh­nern und Ge­schäfts­leu­ten. So lässt sich vor den Tü­ren Kauf­hofs ge­gen­über dem Haupt­bahn­hof re­gel­mä­ßig ei­ne Trin­ker­grup­pe nie­der, auf dem Andre­as-Her­mes-Platz dünnt sich die Sze­ne aus. „Die Trin­ker- und Süch­ti­gen­sze­ne ge­rät in Be­we­gung“, sagt Mar­tin Prenz­ler, Ge­schäfts­füh­rer der Ci­ty-Ge­mein­schaft. Men­schen, die sich zu­vor hin­ter dem Bahn­hof auf­hiel­ten und we­gen Fehl­ver­hal­tens von den Ord­nungs­kräf­ten er­mahnt wur­den, zö­gen vor den Bahn­hof.

Das be­stä­tigt die Stadt­ver­wal­tung. „Nach der In­ten­si­vie­rung der Tä­tig­keit des Ord­nungs­diens­tes rund um den Haupt­bahn­hof ist in Tei­len ei­ne Ver­la­ge­rung der Trin­ker­und Ob­dach­lo­sen­grup­pen zu be­ob­ach­ten“, so Stadt­spre­che­rin Kon­stan­ze Kal­mus. Ei­ni­ge Grup­pen hiel­ten sich jetzt auf dem Ernst-Au­gust-Platz auf.

Die Bun­des­po­li­zei, zu­stän­dig für den Be­reich Haupt­bahn­hof, be­stä­tigt: „Wenn der Kon­troll­druck steigt, weicht die Sze­ne aus“, sagt Det­lef Len­ger, Spre­cher der Bun­des­po­li­zei­in­spek­ti­on Han­no­ver.

Das stren­ge­re Durch­grei­fen hat Kon­se­quen­zen. „Wenn je­mand stän­dig kon­trol­liert wird, sucht er sich ei­nen an­de­ren Auf­ent­halts­ort“, sagt Bun­des­po­li­zei­spre­cher Len­ger. Klar sei auch, dass Trin­ker und Ob­dach­lo­se nicht auf ab­ge­le­ge­ne Plät­ze aus­wei­chen, son­dern sich dort ver­sam­meln, wo an­de­re Men­schen un­ter­wegs sind. „Sie wol­len am Le­ben teil­neh­men, und das ist ver­ständ­lich“, sagt Len­ger. An­woh­ner im Um­feld des Wei­ße­kreuz­plat­zes be­rich­ten, dass sich Trin­ker­grup­pen neu­er­dings vor dem Kauf­land-Ein­gang in der Run­de­stra­ße nie­der­las­sen. An­de­re An­woh­ner mei­nen, dass sich die Sze­ne in die Wohn­stra­ßen der List ver­la­ge­re. Das de­men­tiert die Stadt.

❱ No­t­ruf­num­mer für den Ord­nungs­dienst: Die Stadt­ver­wal­tung ar­bei­tet an ei­ner zen­tra­len Ruf­num­mer für den städ­ti­schen Ord­nungs­dienst. Die Mit­ar­bei­ter sol­len für Bür­ger schnell er­reich­bar sein. „So­bald die Num­mer fest­steht, werden wir sie kom­mu­ni­zie­ren“, sagt Stadt­spre­che­rin An­ni­ka Schach. Die Stadt prüft eben­falls, ob sie die zen­tra­le Be­hör­den­num­mer 115 ein­führt. Mehr als 500 Kom­mu­nen ha­ben sich deutsch­land­weit dem 115-Ver­bund an­ge­schlos­sen.

FO­TO: DA­NI­EL MEI­ER

„Wenn der Kon­troll­druck steigt, weicht die Sze­ne aus“: Trin­ker vor dem Kauf­haus Kauf­hof.

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