Kühn: „Kir­che soll­te ihr Licht nicht un­ter den Schef­fel stel­len“

Neu­jahrs­emp­fang der Ge­mein­den Han­dorf und Ber­kum – Kir­chen­vor­stands-Vor­sit­zen­der wähl­te kla­re Wor­te

Peiner Allgemeine Zeitung - - PEINE -

HAN­DORF. Knapp 70 Gäs­te aus Po­li­tik, Ver­ei­nen und Kir­che ka­men beim Neu­jahrs­emp­fang der Kir­chen­ge­mein­den Han­dorf und Ber­kum zu­sam­men.

Kir­chen­vor­stands-Vor­sit­zen­der Hen­rik Kühn freu­te sich über den gro­ßen Zu­spruch und prä­sen­tier­te Bei­spie­le der fa­cet­ten­rei­chen und viel­sei­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten der Ge­mein­den, die über den Kir­chen­ge­mein­de­ver­band BeHaRoSch (Ber­kum-Han­dor­fRo­sen­thal-Schwi­cheldt) eng mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Für 2019 kün­dig­te er ei­nen bun­ten Strauß vol­ler in­ter­es­san­ter Er­eig­nis­se an, so dass er da­zu auf­rief: „Seid wie­der mit da­bei, wenn es in BeHaRoSch er­neut heißt: Kir­che mit mir!“

Dass Öku­me­ne in den bei­den evan­ge­li­schen Ge­mein­den groß ge­schrie­ben wird, be­wies der über­ra­schen­de Be­such der Stern­sin­ger: Die Gäs­te der ka­tho­li­schen St.-Bern­ward-Ge­mein­de aus Il­se­de hat­ten die­sen kur­zer­hand or­ga­ni­siert.

Den Kir­chen­aus­tritt ei­nes jun­gen Men­schen kurz vor Weih­nach­ten nahm Kühn in sei­ner Re­de zum An­lass, die Grün­de für sol­che Ent­schei­dun­gen zu hin­ter­fra­gen, mit de­nen sich fast al­le Ge­mein­den aus­ein­an­der­zu­set­zen hät­ten. „Nach den Steu­ern ist die feh­len­de emo­tio­na­le und prak­ti­sche Bin­dung zur Kir­che ver­mut­lich ei­ner der häu­figs­ten Aus­tritts­grün­de, oft ver­bun­den mit per­sön­li­chen Glau­bens­zwei­feln oder der Be­grün­dung, dass man die Kir­chen­mit­glied­schaft vom per­sön­li­chen Glau­ben tren­nen wol­le“, ana­ly­sier­te Kühn.

Der Kir­chen­vor­stands-Vor­sit­zen­de wei­ter: „Wenn ich mir aber die öf­fent­li­che De­bat­te an­schaue, fin­de ich, dass die In­sti­tu­ti­on Kir­che ihr Licht oft­mals un­ter den Schef­fel stellt. Und da­bei ha­ben wir doch so wun­der­ba­re Din­ge, die wir in un­se­re Ge­sell­schaft tra­gen und da­mit punk­ten kön­nen.“Wich­tig schei­ne ihm, die Deu­tungs­ho­heit und da­mit auch die Ori­en­tie­rung bei wich­ti­gen ge­sell­schaft­li­chen – und auch po­li­ti­schen – Fra­ge­stel­lun­gen ein Stück weit zu­rück­zu­ge­win­nen.

„Dass wir das kön­nen, ha­ben wir bei uns in Han­dorf bei­spiels­wei­se be­wie­sen, als wir auf dem Hö­he­punkt der so­ge­nann­ten Flücht­lings­kri­se hier im Pfarr­haus prak­tisch in ei­ner Nacht-und-Nebel-Ak­ti­on Wohn­raum für ei­ne ge­flüch­te­te Fa­mi­lie ge­schaf­fen ha­ben. Deut­li­cher konn­te man in die­sem Mo­ment kaum ma­chen, wo­für wir als Kir­che ste­hen“, be­ton­te Kühn. ale

➞ Den Kir­chen­aus­tritt ei­nes jun­gen Men­schen nahm

Kühn zum An­lass, die Grün­de da­für zu hin­ter­fra­gen.

Neu­jahrs­emp­fang in Han­dorf: Im Hin­ter­grund sind Kir­chen­vor­stand-Vor­sit­zen­der Hen­rik Kühn und Stern­sin­ger zu se­hen.

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