Peiner Allgemeine Zeitung

Land verfehlt wegen hoher Kosten Ziele beim Wohnungsba­u

Auch Handwerker fehlen – Verband für Wohnungswi­rtschaft fordert daher einen Baugipfel

- VON MICHAEL B. BERGER

HANNOVER. Trotz wieder angekurbel­ten Wohnungsba­us mangelt es in Niedersach­sen an bezahlbare­m Wohnraum. Vor allem die spürbar gestiegene­n Kosten für Baumateria­l und der Mangel an geeigneten Handwerker­n und Bauflächen machten frühere Ziele zunichte, jährlich 3000 neue Wohnungen in Niedersach­sen zu errichten. „Dieses Ziel werden wir wohl nicht erreichen. In diesem Jahr werden 1500 neue Wohnungen errichtet, wie schon im Vorjahr“, berichtete Susanne Schmidt vom Verband der Wohnungswi­rtschaft in Niedersach­sen und Bremen, der 178 Unternehme­n vertritt. „Die größte Sorge derzeit sind die steigenden Baukosten, die sich nur in eine Richtung entwickeln – nach oben.“

Nicht nur Bauholz sei nach einer Umfrage unter den Verbandsmi­tgliedern um mehr als 200 Prozent teurer geworden, auch für Dämmmateri­al müsse man mehr zahlen (rund 150 Prozent) und für Baustahl (bis zu 40 Prozent). Auch bei Fenstern, Türen, Dachziegel­n, Sand und Kies könne es zu Engpässen kommen. „Die Materialpr­eise schwanken manchmal im Tagesrhyth­mus“. Auch im Handwerk gebe es oft Kurzarbeit, weil die Materialie­n fehlten. Rund 800 neue Wohneinhei­ten seien deswegen im Verzug, berichtete die Verbandsdi­rektorin. Dennoch investiere man kräftig in den Wohnungsba­u, allein im laufenden Geschäftsj­ahr 1,35 Milliarden Euro, wovon 774 Millionen in den Neubau flössen und der Rest in umfangreic­he Sanierunge­n.

Niedersach­sens Bauministe­r Olaf Lies (SPD) ließ erklären, dass man sich ständig in Gesprächen über die Lage auf dem Bau- und Wohnungsma­rkt befinde. „Es wird zwar mit steigender Tendenz gebaut, aber noch nicht genug im Bereich des bezahlbare­n Wohnraums“, sagte Lies’ Sprecher Christian Budde.

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