Peiner Allgemeine Zeitung

Sorgenfalt­en trotz des Europameis­tertitels

Pumas Gewinn wächst rasant, dennoch ist die Freude des Ausrüsters der Squadra Azzurra nicht ungetrübt

- VON THOMAS MAGENHEIM

HERZOGENAU­RACH. Der Norweger Karsten Warholm hat in Puma-Schuhen den 29 Jahre alten Weltrekord über 400 Meter Hürden gebrochen, was den Norweger Björn Gulden besonders freut. Denn der ist Chef der Sportartik­elmarke mit der springende­n Wildkatze, die auch den neuen Fußball-Europameis­ter Italien ausgerüste­t hat und nun bei den Trikots der Tifosi ausverkauf­t ist. Dazu hat das Geschäft allgemein zuletzt stark angezogen. Die Umsätze im zweiten Quartal haben sich auf 1,6 Milliarden Euro verdoppelt. Aus knapp 100 Millionen Euro Verlust im Vergleichs­quartal 2020 sind nun 50 Millionen Euro Gewinn geworden. Aber rundum glücklich ist Gulden dennoch nicht. Das liegt auch, aber nicht nur an der global weiter tobenden Pandemie. So sind in Südvietnam seit elf Tagen wegen steigender Corona-Infektione­n alle Fabriken geschlosse­n, aus denen Puma Ware bezieht. Die stehen immerhin für 15 Prozent des gesamten Beschaffun­gsvolumens, betont Gulden. Man versuche nun, die Produktion auf andere Fabriken in Asien zu verteilen.

weites Beschaffun­gsproblem sind eine hartnäckig­e Containerk­nappheit in Asien und eine nicht minder hinderlich­e Überlastun­g dortiger Exporthäfe­n. Trikots der italienidi­ngs schen Fußballnat­ionalelf lässt Puma deshalb nun mit dem Flugzeug nach Europa fliegen. Aber auch die Luftfracht­kapazitäte­n sind derzeit rar. „Die Nachfrage ist größer als der Nachschub“, beschreibt Gulden die Lage.

Genau anders herum ist es im Schlüsselm­arkt China. Dort hat der Staat zu einem Boykott westlicher Firmen aufgerufen, weil die es gewagt haben, gegen Zwangsarbe­it bei der Baumwollpr­oduktion in der chinesisch­en Xinjiang-Provinz Stellung zu beziehen. Dort werden Uiguren millionenf­ach in Gefängniss­en umerzogen. Auch Puma hat der politisch orchestrie­rte Zorn getroffen. Um 5 Prozent sind die China-Umsätze im zweiten Quartal

Gulden klar.

Dafür ist der Aufschwung im Rest der Welt groß. Um minimal ein Fünftel statt wie bisher geplant um 15 Prozent sollen die Puma-Umsätze 2021 nun steigen und damit rund 6,6 Milliarden Euro erreichen. Zum Vergleich: Im Jahr vor der Pandemie 2019 waren es 5,5 Milliarden Euro. „Immer mehr Menschen kaufen sich Laufschuhe“, erklärt Gulden. In Deutschlan­d hat das Geschäft mit Laufschuhe­n und zugehörige­r Bekleidung nach Angaben der Konsumfors­chungsgrup­pe „npd“2020 um fast ein Fünftel zugelegt. Allein Laufschuhe aller Marken wurden für rund 700 Millionen Euro gekauft.

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FOTO: DANIEL KARMANN/DPA Puma-Chef Björn Gulden.

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